Zitationsvorschlag für Schlüsseltext: Riegel, Christine (2012): Intersektionalität und Jugendforschung. URL: www.portal-intersektionalität.de [Datum Zugriff]

Intersektionalität und Jugendforschung

 

von Christine Riegel

 

In diesem Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern Ansätze und Perspektiven der Intersektionalität für die Jugendforschung bedeutsam sind und für diese fruchtbar gemacht werden können. Zunächst ist festzuhalten, dass Jugendforschung ein breit gefächerter, in den theoretischen und methodischen Ausrichtungen sowie in den Themenstellungen heterogener Forschungsbereich ist, mit vielfältigen disziplinären Bezügen sowie einer inter- und transdisziplinären Tradition (Riegel/Scherr/Stauber 2010). Dabei sind in den letzten 30 Jahren differenzbezogene Zugänge sowie Einflüsse von Migrations-, Gender- oder Gesundheitsforschung für die Jugendforschung bedeutsam geworden, ebenfalls Ansätze, die sich kritisch mit gesellschaftlichen Voraussetzungen sozialer Ungleichheit und deren Bedeutung für Lebenslagen Jugendlicher auseinander setzen. In diesem Zusammenhang sind in der jüngeren Vergangenheit zunehmend empirische Arbeiten und Studien im Bereich der Jugendforschung entstanden, die sich positiv auf Intersektionalität beziehen bzw. diese Perspektive für den Erkenntnis- und Forschungsprozess nutzbar gemacht haben (bspw. Spindler 2006, Riegel 2007, Groß 2010, Bereswill/Neuber 2010, Spies 2010). Dies gilt auch für den Bereich der praxisbezogenen Jugendforschung. Hier sind u.a. die Arbeiten zu intersektionaler Gewaltprävention und Bildungsarbeit (Stuve et al 2011, Stuve 2008), sowie zu Mädchenforschung und Mädchenarbeit (Busche et al. 2010) zu nennen. Für die Jugendforschung sind Intersektionalitätbezüge also relevant, wenngleich hier sicher nicht von einem neuen Paradigma gesprochen werden kann, wie dies beispielsweise für die Geschlechterforschung diskutiert wird.

Indes möchte dieser Beitrag aufzeigen, dass Intersektionalitätsansätze in mehrfacher Hinsicht für die Jugendforschung nutzbar zu machen sind:

  1. als Forschungsperspektive und Analyseinstrument,
  2. als (selbst-)kritische Reflexionsfolie für den Forschungsprozess und damit verbundene Fallstricke, 
  3. als kritische Perspektive auf Jugendforschung bzw. vorherrschende Wissenschafts- und Alltagsdiskurse zum Thema Jugend.

Ohne an dieser Stelle auf die breite und durchaus kontroverse Diskussion um Intersektionalität1 bzw. die Überlagerung verschiedener Unterdrückungs- und Herrschaftsverhältnisse sowie deren historische Entwicklungen und Ursprünge im schwarzen Feminismus (u.a. Combahee River Collective 1977, Lorde 1984, Crenshaw 1989, Collins 1991) einzugehen, möchte ich zunächst das Verständnis von Intersektionalität darlegen, auf dem die folgenden Ausführungen basieren.

Intersektionalität wird als Perspektive und Analyseblick verstanden, der in nicht-essentieller und ungleichheitskritischer Weise das Zusammenwirken von verschiedenen, sozial wirksamen und hierarchisch organisierten Differenzkonstruktionen (ausgehend von der Trias race, class und gender) und den damit verbundenen strukturellen Ungleichheits- und Herrschaftsverhältnissen beleuchtet und nach den Folgen ihres wechselseitigen Zusammenspiels fragt. Auch wenn diese gesellschaftlichen Strukturwidersprüche, als asymmetrische kapitalistische Klassenverhältnisse, heterosexistische Geschlechterverhältnisse und rassistische Ethnizitätsverhältnisse, analytisch und in ihrer historisch-gesellschaftlichen Funktionalität zu unterscheiden sind und nicht von einer ‚Gleichursprünglichkeit‘ dieser Herrschaftsverhältnisse ausgegangen werden kann, wird mit einer intersektionalen Perspektive darauf Bezug genommen, dass sich diese sowie die damit verbundenen Differenzkonstruktionen empirisch beeinflussen und sich in ihrer Wirkung wechselseitig verstärken, abschwächen oder verschleiern können.

Bei der Intersektionalitätsanalyse geht es somit um die Rekonstruktion der Modi der Verknüpfung und Überlagerung von Differenzen und sozialen Ungleichheits- und Dominanzverhältnissen, aber auch um die Analyse von deren ein- und ausgrenzenden, auf- und abwertenden Implikationen und sozialen Folgen. Ein so verstandener intersektionaler Analyseblick enthält also eine kritische und dekonstruktivistische Perspektive auf bipolare Einteilungen und Strukturierungsversuche von Welt (wie z.B. dominante Kategorisierungen wie weiblich-männlich, schwarz-weiss, jung-alt, gesund-krank usw.). Hegemoniale Strukturen und Praxen sowie etablierte Einteilungen und Normalitätsvorstellungen können damit auf ihre herrschaftssichernde Funktion und Wirkung hin untersucht und ihres (z.T. bestehenden) essentialistischen Bedeutungsgehalts entkleidet werden. So besteht die Stärke einer solchen kategorien- und herrschaftskritischen Intersektionalitätsperspektive v.a. in methodologischer Hinsicht, als kritischer ‚Blick’ bzw. Analyse-Strategie, mit der in dekonstruierender Weise vorherrschende soziale Differenzierungen, Kategorisierungen, Grenzziehungen in ihrer Dynamik, in ihren widersprüchlichen und interdependenten Wirkweisen und machtvollen Effekten untersucht und sichtbar gemacht werden können. Dazu braucht es aber auch eine ungleichheitstheoretische und materialistische Rahmung, die die verschiedenen Strukturwidersprüche berücksichtigt, um die Differenzkonstruktionen und Grenzziehungen in ihrem jeweiligen historischen und sozio-ökonomischen Kontext untersuchen zu können.

 

1. Intersektionalität als Forschungsperspektive und Analyseinstrument für die empirische Jugendforschung

Vor diesem Hintergrund ist Intersektionalität für die empirische Forschung sowohl als theoretischer Analyserahmen, als auch als Analyseperspektive bedeutsam. Im Folgenden sollen diesbezüglich zwei Analyse-Instrumente vorgestellt werden, mit denen unter einer intersektionalen Perspektive verschiedene Themen und Felder der Jugendforschung untersucht werden können: a) ein mehrebenenbezogener intersektionaler Analyserahmen sowie b) eine intersektionale Heuristik mit offenen Fragen an das empirische Material und dessen Kontext.

a) Mehrebenenbezogener intersektionaler Analyserahmen

Eine mehrebenenbezogene Analyseperspektive, wie sie zunächst von Winker/Degele (2009) und in modifizierter Weise von Riegel (2010) herausgearbeitet wurde, bezieht sich darauf, dass die asymmetrischen Macht- und Ungleichheitsverhältnisse in ihrem intersektionalen und interdependenten Zusammenspiel auf verschiedenen sozialen Ebenen wirksam werden:

Diese drei Ebenen sind ebenfalls nicht unabhängig voneinander, sie beeinflussen sich gegenseitig als dialektisches Verhältnis von Struktur-Repräsentation-Subjekt.2

Damit ist es erforderlich, den Untersuchungsgegenstand im Rahmen dieser drei Ebenen und den jeweiligen Konnexionen von Ungleichheits- und Differenzverhältnissen zu untersuchen. Die intersektionale Analyse ist diesbezüglich also mehrebenenanalytisch vorzunehmen und zu rahmen. Ein solcher mehrebenenbezogener intersektionaler Analyserahmen, der sich systematisch auf alle drei Ebenen bezieht, dabei die Interferenz von asymmetrischen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen einbezieht und die jeweiligen Wechselwirkungen im Blick hat, ermöglicht, empirisch zu untersuchen, in welcher Weise der Forschungsgegenstand durch Strukturen sozialer Ungleichheit, soziale Praxen und Diskurse der Differenzierung, Grenzziehung und Normalisierung als auch durch subjektiv begründete Handlungen bestimmt und konstituiert wird. Ein solches intersektionales Analysemodell kann für Fragestellungen der Jugendforschung dazu dienen, das empirische Material und dessen Analyse theoretisch zu rahmen sowie die Wirkung von sozialen Differenzierungsprozessen kontextbezogen und ungleichheitskritisch zu untersuchen (vgl. dazu ausführlich: Riegel 2010: S.72ff).

b) Intersektionale Heuristik

Zum zweiten kann Intersektionalität bei der konkreten Analyse in der Forschung als ‚strategischer Blick‘ fungieren, mit dem die (implizite und explizite, sichtbare und weniger sichtbare) Relevanz von Differenzkonstruktionen, Grenzziehungen und Kategorisierungen in ihrem Zusammenwirken und in ihren Folgen herausgearbeitet werden kann. Der Forschungsblick ist trotz dieser differenzbezogenen Ausrichtung insofern offen, als dass nicht im Vorhinein festgelegt werden kann, welche Dominanzverhältnisse bzw. Differenzlinien von Relevanz sind und herausgearbeitet werden sollen. Vielmehr sind diese – vor dem Hintergrund der gesellschaftlich wirksamen Strukturwidersprüche und Machtasymmetrien und damit auch der mehrebenenanalytischen Rahmung – induktiv und in ihrem jeweils spezifischen Zusammenwirken aus dem konkreten empirischen Material herauszuarbeiten und zu rekonstruieren (vgl. Winker/Degele 2009, Riegel 2010). Dabei ist für eine herrschaftskritische intersektionale Analyse nicht nur von Interesse, welche Differenzlinien sich überlagern und in welcher Weise sich dies gestaltet, sondern v.a. mit welcher (herrschaftssichernden) Funktion und mit welchen (ein- und ausgrenzenden) sozialen Folgen dies verbunden ist. Folgende Fragen werden zur Untersuchung dessen systematisch an das empirische Material gestellt: 

  1. Welche sozialen Kategorien und Dominanzverhältnisse werden (wie) relevant? Wie wirken diese zusammen?
  2. Wie werden diese soziale Differenzen und Ungleichheitsverhältnisse (situativ, habituell, diskursiv) durch Praxen hergestellt und reproduziert?
  3. Welche Funktionen und welche Folgen hat dies für die beteiligten Subjekte und für die soziale Ordnung des Systems?
  4. Welche Möglichkeiten gibt es, die Reproduktion von ungleichheitstrukturierender Differenzbildung und Dominanzordnungen zu durchbrechen?

Die ersten drei Fragen sind in den gesamten Forschungsprozess einzubeziehen und mit ihnen an das empirische Material in seinen verschiedenen Facetten heran zu treten und dieses im jeweiligen historisch-gesellschaftlichen und situativen Kontext zu untersuchen. Dabei ist es jedoch erforderlich, nicht nur offensichtliche und im Datenmaterial explizit thematisierte Differenzlinien zu identifizieren, sondern auch solche, die unter dem Deckmantel von Normalitätskonstruktionen verschleiert werden. Dazu ist der Blick immer auch auf die dahinterliegenden asymmetrischen Herrschaftsverhältnisse zu richten, im Rahmen derer Differenzen bedeutsam werden. Hier gilt es aber auch zu fragen, weshalb bestimmte Differenzen oder Kategorien in einem bestimmten Kontext thematisiert werden oder weshalb nicht. Nicht zuletzt ist für eine kritische Analyse auch die Frage von Bedeutung, wie zu einer Veränderung der vorherrschenden Verhältnisse beigetragen werden kann (Frage 4). Die intersektionale Analyse enthält mit dieser Transformationsperspektive potentiell auch emanzipatives Potential, indem das wissenschaftliche Interesse nicht nur auf die Analyse des Ist-Zustands bzw. der Entstehung sozialer Verhältnisse beschränkt bleibt, sondern auch nach den Folgen sowie den Möglichkeiten der Veränderung fragt. Mit einem solchen heuristischen analytischen Vorgehen kann sich die intersektionale Analyse prinzipiell auf ganz unterschiedliches Forschungsmaterial, auf verschiedene Qualitäten von empirischen Daten beziehen und es kann im Rahmen unterschiedlicher Forschungsmethoden fruchtbar gemacht werden (vgl. dazu Riegel 2010: S.77f).

Der dargestellte mehrebenenbezogene Analyserahmen und die heuristischen Fragedimensionen sind einander ergänzende methodologisch-methodische Zugangsweisen, durch die eine intersektionale Perspektive in die empirische Jugendforschung integriert und in den Forschungsprozess systematisch eingebunden werden kann. Damit kann im Prinzip die gesamte Themenvielfalt der Jugendforschung untersucht werden.

Dabei geht die Analyse über eine gender-, alters- oder herkunftsbezogene Spezifizierung oder Differenzierung der Gruppe der Jugendlichen oder der Jugend-Phase hinaus, und fragt explizit nach Diskriminierungs- und Dominanzverhältnissen und wie diese auf den verschiedenen sozialen Ebenen zusammenwirken und damit die Möglichkeitsräume von Jugendlichen prägen. Gleichermaßen ist danach zu fragen, wie und in welchen Kontexten Jugendliche an der Herstellung und Aufrechterhaltung dieser Verhältnisse beteiligt sind oder sich widerständig dazu verhalten. Dies sind keine eindeutigen Prozesse und sind jeweils empirisch und in ihrem sozialen und situativen Kontext herauszuarbeiten. Die Forschung zu Migrations- und Rassismuserfahrungen im Jugendalter, zu institutionellem Rassismus (Melter 2006; Gomolla/Radtke 2009) bzw. von doing gender Prozessen in der Schule (vgl. Faulstich-Wieland et.al 2004) wurde lange Zeit mit einem Fokus auf ein soziales Unterdrückungs- und Dominanzverhältnis betrachtet. Allerdings wurde auch in diesen Arbeiten deutlich, dass Rassismus jeweils immer auch mit Bezug auf andere Differenz- und Dominanzverhältnisse hervorgebracht wird bzw. doing gender immer auch in ihrer Wechselwirkung mit doing class, doing ethnicity, doing youth zu betrachten ist. Entsprechend wurde beispielsweise die Forschung zu Diskriminierungen im pädagogischen Kontext um eine intersektionale Perspektive erweitert (bspw. Weber 2005, Phoenix 2008, Riegel 2012).

Darüber hinaus kann die Intersektionalitätsanalyse auch für Untersuchungen und Forschungsprojekte fruchtbar gemacht werden, in denen die Frage der Differenz und Diskriminierung, nicht im Zentrum des Forschungsinteresses steht. Hier liegt der Nutzen v.a. in der theoretischen Rahmung und sozialen Kontextualisierung des Forschungsgegenstands durch die intersektionale Mehrebenenanalyse, aber auch in der Anwendung der heuristischen Fragen. Durch die mehrebenenanalytische Rahmung können die gesellschaftlichen Bedingungen, sozialen Bedeutungen als auch die Subjektebene in die Analyse einbezogen werden, jeweils unter besonderer Berücksichtigung der interdependenten ungleichheitsstrukturierenden Wirkung von Differenz- und Dominanzverhältnissen. So können beispielsweise jugendkulturelle Praxen und Symbole auf ihre performative Erzeugung von Differenz unter einer intersektionalen Perspektive und mit Blick auf soziale Ein- und Ausgrenzungsprozesse untersucht werden. Es kann danach gefragt werden, mit welchen Zuschreibungen und mit welchen strukturellen Ein- und Ausgrenzungsprozessen Jugendliche (unterschiedlich) konfrontiert werden und in welcher Weise sie damit umgehen. Inwieweit nehmen Jugendliche in ihrem Denken und Handeln selbst Bezug auf (verschiedene) soziale Grenzziehungen und Normalitätskonstruktionen und inwiefern ist dies für sie subjektiv sinnvoll und funktional? Insbesondere Arbeiten zu Identifikationen und Zugehörigkeitskontexten von Jugendlichen machen deutlich, dass hierfür nicht nur eine Differenzkategorie oder Zugehörigkeitsdimension relevant ist bzw. gemacht wird. Vielmehr überlagern sich auch hier verschiedene Differenzlinien und wirken zusammen. Dies gilt sowohl für die Dimension der Selbstverortung als auch der der Fremdzuschreibungen, in denen von Jugendlichen – u.a. im Aushandlungsprozess um Zugehörigkeiten und Anerkennung – verschiedene Differenzkategorien und Grenzziehungen relevant gemacht werden und andere in den Hintergrund gerückt werden (vgl. Spindler 2006, Riegel 2004, Plößer 2010). Inwieweit wird dabei auf vorherrschende Geschlechter- und Körperbilder, Heteronormativitätsvorstellungen, Ethnisierungen (widerständig oder affirmativ) Bezug genommen, überlagern sich diese Performanzen mit milieu- und klassenspezifischen habituellen Ausdrucksweisen und mit welchen Folgen und Konsequenzen ist dies verbunden? Unter einer subjektbezogenen Perspektive ist dabei zu berücksichtigen, dass zum einen die Orientierungen und Handlungsformen der Jugendlichen sozial (strukturell und diskursiv) gerahmt sind, sie zum anderen – vor dem Hintergrund der sozialen Lage und Positionierung und der damit verbundenen Perspektiven der Jugendlichen – subjektiv funktional und begründet sind (vgl. Holzkamp 1983). So kann es für Jugendliche in bestimmten Situationen und Kontexten subjektiv sinnvoll sein, sich auf dominante Ausgrenzungsdiskurse zu beziehen, oder sich diesen zu widersetzen. Durch die Möglichkeitsbeziehung 8Holzkamp 1983: S. 263), sich bewusst zu den gesellschaftlichen Verhältnissen und den eigenen Lebensvoraussetzungen zu verhalten, bestehen prinzipiell beide Möglichkeiten. In diesem Sinne können für qualitative und auch quantitative Untersuchungen im Kontext der Jugendforschung die beiden Analyseinstrumente, die heuristischen Fragedimensionen, als auch das mehrdimensionale intersektionale Analysemodell, angewendet und fruchtbar gemacht werden.

 

2. Intersektionalität als (selbstkritisches) Reflexionsinstrument für die Forschungspraxis

Allerdings ist der Forschungs- und Erkenntnisprozess selbst nicht losgelöst von gesellschaftlichen Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnissen, sondern in diese eingebettet und mit diesen verwoben. Diesbezüglich ist Jugendforschung immer auch mit Herausforderungen verbunden. So besteht gerade bei differenzbezogener Forschung die Gefahr der Reifizierung von sozialen Kategorien, worauf u.a. in der Geschlechterforschung aufmerksam gemacht wurde (vgl. Gildemeister/Wetterer 1992) sowie der Reproduktion vorherrschender Einteilungen, Zuschreibungen und des Othering (vgl. Kalpaka/Räthzel 1994, Mecheril/Scherschel/Schrödter 2003). Vor dem Hintergrund der Gefahr vorherrschende Dominanz- und Ungleichheitsverhältnisse durch die Forschung selbst zu reproduzieren, ist es erforderlich, als Forschende auch die eigene Forschungspraxis kritisch in den Blick zu nehmen. Hier kann die intersektionale Perspektive als Instrument der kritischen Reflexion eigener (zuschreibender, einseitiger, homogenisierender) Bilder, Denk- und Deutungsmuster sowie Praxen der Unterscheidung nutzbar gemacht werden und danach gefragt werden, wie sich diese auf den Forschungsprozess – von der Entwicklung der Fragestellung, der methodischen Instrumente bis hin zur Datenanalyse und schließlich der Präsentation der Ergebnisse – auswirken. Gleichermaßen ist der „forschende Blick“ immer auch eng mit der eigenen sozialen Positionierung in Dominanzverhältnissen verbunden (Lykke 2005, Haraway 1995). Forschende sind diesbezüglich selbst in Macht- und Herrschaftsverhältnisse eingebunden und verstrickt, ebenso in vorherrschende (binäre) Denkmuster sowie alltägliche Zwänge der Wissensproduktion, die Verkürzungen und einseitige Perspektiven im Forschungsprozess nahe legen. Hier besteht die Gefahr, dass der wissenschaftliche Blick vorstrukturiert und eindimensional auf bestimmte Differenz- und Ungleichheitsverhältnisse gerichtet ist und andere vernachlässigt oder ausgeblendet werden. Dies macht es immer wieder erforderlich, die eigenen Privilegien und Positionierung im gesellschaftlichen Raum sowie die eigene Forschungs- und Alltagspraxis kritisch auf darin implizierte Vorannahmen, Zuschreibungen, Normalitätsvorstellungen, sowie einseitige Perspektiven und blinde Flecken zu reflektieren. Für die (selbstkritische) Reflexion der Forschungspraxis sowie der eigenen Rolle als Forscher_in kann die intersektionale Perspektive und hier v.a. die vier Fragedimensionen analytisch hilfreich und aufdeckend sein. Gleichzeitig kann diese Perspektive auch Möglichkeiten der Veränderung der vorherrschenden Praxis und der Verhältnisse aufzeigen, was ein wichtiger Aspekt emanzipativer Forschung ist.

 

3. Intersektionalität als kritische Perspektive auf Jugendforschung und ihre Diskurse

Über die aufgezeigte Bedeutung der intersektionalen Perspektive für die Forschung hinaus kann Intersektionalität auch zur kritischen Betrachtung und Reanalyse von bestehenden Jugendtheorien, von Jugendstudien aber auch von pädagogischen oder politischen Diskursen zu Jugend und Jugendliche nutzbar gemacht werden. So ist im Kontext von Jugendforschung immer auch danach zu fragen, wie ‚Jugend’ jeweils verstanden, definiert, klassifiziert und hergestellt wird (vgl. Scherr 2010). Welche (Normalitäts-) Vorstellungen, Kategorisierungen und Grenzziehungen sowie Problematisierungen (vgl. Griese 2012) sind bei der Konstruktion von ‚Jugend‘ in verschiedenen Wissenschafts-, Politik-, Medien- und pädagogisch gerahmten Kontexten jeweils enthalten? Dies verweist auf strukturelle Voraussetzungen sowie wissenschaftliche, fachliche und alltagsbezogene Praxen und Diskurse, durch die Konstruktionen wie Alter oder Jugend, hergestellt und damit auch für die Lebensrealitäten von Jugendlichen wirksam werden. Bei Diskursen der Jugendforschung ist u.a. zu fragen, welche disziplinären Sichtweisen in das jeweilige Verständnis von Jugend einfließen, inwieweit dabei möglicherweise auf essentialistische und naturalisierende Vorstellungen von Jugend zurückgegriffen wird und inwiefern bestimmte Jugendvorstellungen und -bilder in spezifischen Wissenschaftsdiskursen mit rassialisierten, vergeschlechtlichten, heteronormativen Bildern überlagert sind. Die intersektionale Perspektive kann dabei als kritische Perspektive auf wissenschaftliche Erkenntnisprozesse und Fachdiskussionen genutzt werden: zur Reflexion der jeweiligen Wissensproduktion, der jeweiligen Bestimmung des Forschungsgegenstands, der jeweiligen Forschungsperspektive in ihrer disziplinären historischen Gewordenheit und Situiertheit und deren Folgen für den Erkenntnisgewinn, was von Donna Haraway (1995) als „situiertes Wissen“ bezeichnet wird.

Mit Blick auf die für die Jugendforschung relevanten Themen, Fragen und methodischen Vorgehensweisen ist, insbesondere mit Blick auf vorherrschende Trends und Forschungslinien, immer auch kritisch zu fragen, inwieweit Wissenschaftsdiskurse und Forschung zur Reproduktion von vorherrschenden gesellschaftlichen Bildern über Jugend, Jugendliche bzw. bestimmte Gruppen von Jugendlichen beiträgt. Eine intersektionale Perspektive kann hier zu einer Kategorisierungen und Grenzziehungen dekonstruierenden Forschungsperspektive beitragen und bestehende Jugendstudien und (wissenschaftliche, aber auch politische und fachliche) Diskurse über Jugendphänomene kritisch auf (mögliche) Homogenisierungen, einseitige Betrachtungsweisen und Erklärungsmuster hin befragen.3 Hier ist eine generelle Skepsis gegenüber Kategorisierungen angebracht (s.o.), da mit diesen immer die Gefahr der binären Gegenüberstellung, der Pauschalisierung, der Zuschreibung von Merkmalseigenschaften oder der Gleichsetzung von Strukturkategorien mit realen Gruppen einher geht. Gerade der ansonsten sehr fruchtbare Ansatz der vergleichenden Forschung legt eine solche Vereindeutigung und Festschreibung auf Merkmalskombinationen nahe, z.B. in Studien, in denen religiöse Orientierungen oder Gewaltbereitschaft von ‚deutschen’ und ‚ausländischen’ Jugendlichen vergleichend untersucht werden. Leiprecht (2010) hat diesbezüglich aufgezeigt, wie eine Intersektionalitätsperspektive differenzierend genutzt werden kann, um Pauschalisierungen und stereotypem Schubladendenken in der Jugendforschung vorzubeugen.

Mit Hilfe der vier Fragedimensionen einer intersektionalen Analyse können also auch Theorien, Diskurse und Untersuchungen (und diese hinsichtlich Fragestellung, Erhebungsverfahren, Erklärungsansätzen und vorgenommenen Verallgemeinerungen) im Kontext von Jugendforschung kritisch auf einseitige Fokussierungen, implizite (Merkmals-)Zuschreibungen, Differenzmarker sowie Auslassungen hin reflektiert werden. Dabei ist immer auch nach den Folgen und der Funktionalität von solchen Forschungsdiskursen und Erklärungsmustern für die Festigung von gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen zu fragen.

 

4. Resümee

Mit Intersektionalität als Analyseperspektive – einem mehrebenenbezogenen Analyserahmen sowie einer intersektionalen Heuristik – wird eine Forschungsstrategie aufgezeigt, mit der Phänomene und Aspekte der Jugendforschung sowohl macht- und ungleichheitskritisch als auch gesellschafts- und kontextbezogen untersucht werden können.

Der Gewinn einer intersektionalen Perspektive liegt dabei in ihrem diskriminierungs- und normalitätskritischen Potential. Sie ermöglicht, der Komplexität sozialer Realität Rechnung zu tragen und differenzierend interdependente soziale Phänomene zu analysieren – mit Blick auf dabei relevante Strukturen und Praxen der Grenzziehung und Hierarchisierung, als auch auf deren Folgen für die soziale Verteilung von Lebenschancen und für die Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten von Jugendlichen. Ihre Analyseperspektive ist jedoch auch fruchtbar, um Prozesse und Mechanismen der sozialen Unterscheidung, der Ein- und Ausgrenzung, Auf- und Abwertung bzw. Unterordnungen, die in Bereichen der Jugendforschung (implizit) bedeutsam sind, zu analysieren, zu reflektieren und Möglichkeiten herauszuarbeiten, diese Prozesse aufzubrechen.

Doch so sehr eine solche Intersektionalitätsperspektive einen aussichtsreichen Zugang zur Komplexität und auch Widersprüchlichkeit sozialer Realität darstellt, so schwer ist es, diese Perspektive in ihrem gesamten Potential tatsächlich auch umzusetzen. Hinsichtlich der Komplexität der real ineinander verschlungenen, interdependenten Differenzen und Dominanzverhältnisse, der verschiedenen sozialen Ebenen, auf denen diese miteinander verschränkt wirksam werden, bleibt die intersektionale Analyse ein tendenziell unabgeschlossenes Projekt. Allerdings kann es auch nicht darum gehen, mit einem totalitären Anspruch und immer weiter ausdifferenziert die soziale Welt oder das Phänomen Jugend erfassen – und damit potentiell auch kontrollieren – zu wollen (vgl. Butler 1990). Mit einer solchen Perspektive ist es jedoch möglich, sowohl die machtvollen Effekte und Folgen von mehrdimensionalen Ungleichheitsverhältnissen und Differenzordnungen zu erkennen und Ursachen ihrer hegemonialen Beständigkeit auszumachen, als auch das Prozesshafte und Veränderbare von vorherrschenden Differenzverhältnissen in den Blick zu nehmen sowie Perspektiven der Veränderung und Überschreitung dieser (Ungleichheits-)Verhältnisse zu entwickeln. Intersektionalität kann somit als Analyse-, Kritik- und Reflexionsinstrument für die Jugendforschung fruchtbar gemacht werden (vgl. Riegel 2011) und damit auch Impulse für eine diskriminierungskritische und empowernde Politik und (sozial-) pädagogische Praxis in Bezug auf die vielfältigen Lebenslagen Jugendlicher geben.

 

Anmerkungen

  1. vgl. dazu weitere Schlüsseltexte sowie u.a. Lutz/Wenning 2001, Knapp 2005, Phoenix/Pattynama 2006, Walgenbach 2007, Davis 2008, Klinger/Knapp 2008, Winker/Degele 2009, Bührmann 2009, Lutz/Herrera Vivar/Supik 2010, Smykalla/Vinz 2011.
  2. Dieses dynamische Verhältnis sowie das damit verbundene Spannungsverhältnis von ‚Geprägt-Sein‘ einerseits und ‚aktivem Mitgestalten und Herstellen‘ von sozialen und strukturellen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen, nehmen verschiedene Ansätze, wie z.B. Agency-Konzepte, praxeologische Ansätze in Anlehnung an Bourdieu, die Cultural Studies oder subjektwissenschaftliche Forschungstraditionen in den Blick – jeweils auch unter einer macht- und herrschaftskritischen Perspektive. Im hiesigen Zusammenhang ist jedoch hervorzuheben, dass dieses interdependente Wechselverhältnis der einzelnen Ebenen immer auch durch das intersektionale Zusammenspiel und die Überlagerungen verschiedener Differenz- und Ungleichheitsverhältnisse gekennzeichnet ist.
  3. Eine solche einseitige Perspektive zeigt sich aktuell beispielsweise in der öffentlichen Thematisierung von Jugend im Kontext von Migration, in der in den letzten Jahren Religion eine zentrale Bedeutung als Differenzmarker erhalten hat, bezeichnenderweise nur mit dem Blick auf (Migrations-) Andere. Entsprechend hat eine semantische Diskursverschiebung stattgefunden: Wurde früher pauschal von ausländischen Jugendlichen gesprochen und stellten lange Zeit türkische Jugendliche den Inbegriff von Jugendlichen mit Migrationshintergrund dar, wird heute primär die Religion und v.a. der Islam fokussiert. Entsprechend wird aktuell der Fokus auf muslimische Jugendliche gerichtet und diese Begrifflichkeit steht im Mittelpunkt. Diese gesellschaftlich veränderte Thematisierung spiegelt sich auch in der Jugendforschung in der Konstruktion von forschungsrelevanten Differenzkategorien wider. Dies ist weniger als eine Differenzierung des Jugendbegriffs zu verstehen, vielmehr als Verschiebung von Forschungsaufmerksamkeiten mit Folgen für den Forschungsgegenstand Jugend, aber auch für die Situation der in der Forschung thematisierten Jugendlichen. Denn hier besteht die Gefahr, dass durch eine solche Ausrichtung von Forschung vorherrschende Kategorisierungen und damit auch gesellschaftlich dominante Differenzordnungen und Machtasymmetrien gefestigt und reproduziert werden.

 

Zur Autorin

Prof. Dr. Christine Riegel, Professur für Sozialpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Arbeitsschwerpunkte: Soziale Arbeit und Bildung im Kontext von Diversität und sozialer Ungleichheit; Jugend-, Migrations-, Rassismus- und Intersektionalitätsforschung

 

Literatur

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