Zitationsvorschlag für Schlüsseltext: Patricia Purtschert/Katrin Meyer (2010): Die Macht der Kategorien. Kritische Überlegungen zur Intersektionalität. In: Feministische Studien. Zeitschrift für interdisziplinäre Frauen-
und Geschlechterforschung. Heft 1, Jahrgang 28, Mai 2010: S. 130-142.

Außer der Reihe: Die Macht der Kategorien.

von Patricia Purtschert und Katrin Meyer

Kritische Überlegungen zur Intersektionalität

Vor allem im deutschen Sprachraum steht „Intersektionalität“ derzeit für eines der aktuellsten und interessantesten Forschungsgebiete der Frauen- und Geschlechterforschung. In vielfältigen, sowohl empirisch wie theoretisch ausgerichteten Arbeiten wird untersucht, wie soziale Positionen, Praktiken und Identitäten am Schnittpunkt unterschiedlicher Macht- und Ungleichheitsstrukturen zu verorten sind.1 Dabei werden Rasse, Klasse und Geschlecht immer wieder als die wichtigsten Kategorien angeführt, um solche Ungleichheits- und Differenzlagen zu bezeichnen.

 Besonders Gudrun-Axeli Knapp und Cornelia Klinger haben im deutschen Sprachraum als eine der ersten gefordert, dass sich das Intersektionalitätskonzept auf die Analyse der „Triade“ von Rasse, Klasse und Geschlecht konzentrieren müsse, da diese die relevanten Dimensionen sozialer Ungleichheiten in der Moderne umfassen (Klinger 2003; Klinger/Knapp 2005; Klinger 2008; Knapp 2008a).2 Die Fragen, die wir hier kritisch diskutieren wollen, lauten: Muss sich die Intersektionalitätsanalyse auf drei Kategorien beschränken? Dürfen es nur diese drei sein? Ist es notwendig, die Anzahl analytischer Kategorien zu fixieren? Das heisst: wie reguliert und reflektiert die Intersektionalitätsforschung die Konstitution ihres eigenen Gegenstandes? Und mit welchen epistemologischen und politischen Folgen tut sie dies?

Wie im Folgenden gezeigt wird, halten wir die numerische und inhaltliche Fixierung der intersektionalen Analysekategorien nicht nur für unmöglich, sondern auch für kontraproduktiv. Sie führt zu einer politischen Schliessung, die das kritische Potential der Intersektionalitätsforschung preis gibt und mögliche Allianzen und Solidaritäten verbaut. Statt sich auf eine, zwei, drei oder vier ‚Meisterkategorien der Differenz’ zu einigen, schlagen wir vor, dass die Intersektionalitätsforschung die Macht reflektiert, die bei der Bestimmung von Kategorien im Spiel ist, und für die Aktualisierung, Erweiterung oder Veränderung relevanter Kategorien offen bleibt. Um dies leisten zu können, halten wir es für unumgänglich, dass die Intersektionalitätsforschung an ihre eigene politische Genealogie erinnert (1) und sich gegenüber neuen Differenz-Interventionen nicht hegemonial verschliesst (2).

I. Intersektionalität als Politik der Intervention

Ein weit verbreitetes Verständnis der Intersektionalitätsforschung geht davon aus, dass das Zusammenspiel unterschiedlicher sozialer Differenzkategorien untersucht und geklärt werden muss. In ihrem bekannten Aufsatz von 2005 bestimmt Leslie McCall Intersektionalität als „relationships among multiple dimensions and modalities of social relations and subject formations“ (McCall 2005, 1771). McCall plädiert dafür, sich nicht auf die Frage zu konzentrieren, wie soziale Gruppen kategorial konstruiert werden, sondern empirisch messbare Ungleichheitsrelationen zwischen gegebenen sozialen Gruppen zu erforschen (ebd., 1784). Ein Problem dieser Herangehensweise besteht darin, dass die Reflexion auf die Genese von Kategorien verloren zu gehen droht. Neben der empirischen Erfassung von sozialen Ungleichheitslagen anhand gegebener Kategorien, die McCall und andere zu Recht einfordern, halten wir es für unabdingbar, die Intersektionalitätsdebatte auch als Ausdruck diskurspolitischer und epistemologischer Interventionen in Erinnerung zu behalten. Dies bedeutet, dass Kategorien nicht einfach gegeben sind, sondern dass sie umstrittene Effekte von Macht im Wechselspiel von Herrschaft, Kritik und Wissensgenese darstellen. Die Leistung der Intersektionalitätsforschung besteht somit nicht nur in der deskriptiven Untersuchung des Zusammenwirkens von Kategorien, sondern gerade auch im Vermögen, neue kategoriale Differenzierungen ins Spiel zu bringen. Um daran zu erinnern, vergegenwärtigen wir im Folgenden nochmals einige Aspekte dieser Genealogie.

Der Begriff „Intersektionalität“ wurde 1989 von Kimberlé W. Crenshaw geprägt (Crenshaw 1989; Crenshaw 1995). Der Begriff sollte verdeutlichen, dass schwarze Frauen in den USA Gewalt und Diskriminierungen ausgesetzt sind, in denen sowohl Rasse wie auch Geschlecht eine Rolle spielen. Die meisten Forschenden sind sich allerdings darüber einig, dass das Problem der Intersektionalität in feministischen Theorien älter ist als deren Name (vgl. Klinger/Knapp 2005, Knapp 2005).3 So wurde das Faktum intersektionaler Unterdrückung schwarzer Frauen u.a. von Angela Davis, bell hooks, June Jordan, Audre Lorde oder Adrienne Rich thematisiert. Deren Texte kritisieren nicht primär ein gesellschaftliches Herrschaftssystem, sondern jene feministische Diskussionen, die sich auf einen weiten und generellen Begriff von „Geschlecht” stützen. Die frühe Intersektionalitätsforschung richtet sich somit explizit gegen feministische Hegemonien. Sie zeigt auf, dass die feministische Theorie trotz ihres inklusiven Anspruchs von den Erfahrungen privilegierter weisser Mittelschichtsfrauen ausgeht, und die gesellschaftliche Situierung anderer Frauen dabei weitgehend unberücksichtigt bleibt.4

Diese Bewegung der feministischen Selbstkritik lässt sich mit älteren Analysen in anderen theoriegeschichtlichen Zusammenhängen vergleichen, die ein analoges Problembewusstsein möglich gemacht haben. So entsteht ein Teil der Frauenforschung in den 1970er Jahren als kritische Infragestellung sozialistischer und marxistischer Theorien, welche den Sexismus als Nebenwiderspruch kapitalistischer Klassengesellschaften betrachtet haben.Doch die Beschäftigung mit der Überschneidung von Rasse, Klasse und Geschlecht ist noch älter: Bereits 1791 richtet sich Olympe de Gouges in ihrer „Erklärung der Rechte der Frau“ gegen die Sklaverei und erstellt damit implizit einen Zusammenhang zwischen kolonialer und patriarchaler Herrschaft (de Gouges 1980).5 Auch weisen die frühen Sklavenbefreiungs- und Frauenemanzipationsbewegungen, die sich ab den 1830er Jahren in den USA formiert haben, zahlreiche personelle und inhaltliche Überschneidungen auf. Besondere Berühmtheit erlangte die Rede „Ain’t I a Woman?“ von Soujourner Truth, in der sie das bürgerliche Frauenbild mit ihrer Erfahrung als schwarzer Arbeiterfrau konfrontiert.6 Ebenso zeigt Simone de Beauvoir in „Das andere Geschlecht“, dass die Logik der Alterität, welche das Geschlechterverhältnis strukturiert, auch im Antisemitismus, im Rassismus und in der Klassenherrschaft im Spiel ist (Beauvoir 1992).

Beauvoirs Vergleiche zwischen Geschlecht, Rasse, Klasse und Religion werden in den 1980er Jahren allerdings problematisiert: Elizabeth Spelman wendet ein, dass Beauvoir die verschiedenen Aspekte von Unterdrückung getrennt betrachten würde, so, als gäbe es Sexismus auf der einen und Rassismus auf der anderen Seite. Eine solche komparative Analyse von Herrschaftsformen könne die Situation mehrfach diskriminierter Menschen nicht erfassen. Sie benötigt eine eigene Analyse, weil, so Spelman, Mehrfachdiskriminierungen nicht einfach zusammengerechnet werden können: die Herrschaftserfahrungen einer schwarzen Frau setzt sich nicht aus den Erfahrungen einer weissen Frau plus denjenigen eines schwarzen Mannes zusammen (Spelman 1988, 115). So zeigt Angela Davis, dass das Bild der bürgerlichen weissen Frau als schwächlich, verletzlich und schutzbedürftig für die schwarze Sklavin nicht gegolten habe: „[Slave] women were not too ‚feminine’ to work in coal mines, in iron foundries or to be lumberjacks and ditchdiggers“ (Davis 1981, 10).

Eine Möglichkeit, unterschiedliche Formen der Herrschaft nicht als parallele, sondern als miteinander verschränkte Systeme zu denken, eröffnet Audre Lorde. Sie zieht es vor, nicht von menschlichen Unterschieden zu sprechen, sondern von „menschlichen Abweichungen von der Norm. [...] In Amerika versteht man unter dieser Norm meistens: weiss, dünn, männlich, jung, heterosexuell, christlich und finanziell gesichert“ (Lorde 1993, 202). Obwohl diese Norm ‚mythisch’ ist, wie Lorde betont, und damit von niemandem gänzlich verkörpert wird, strukturiert sie auf nachhaltige Weise, wie Menschen gesellschaftlich situiert werden. Differenzen stehen somit bei Lorde nicht unverbunden nebeneinander, sondern richten sich auf ein hegemoniales Zentrum aus. In der Relation zwischen dem, was als Norm gilt, und dem, was als Differentes erscheint, werden Herrschaftsstrukturen ausgebildet und verfestigt.

Die Bedeutung von Normen für die Subjektformation wird in den 1990er Jahren vor allem von Judith Butler weiter ausgearbeitet. Der in feministischen Theorien verbreiteten Annahme, die Frage des Begehrens betreffe nur eine lesbische Minderheit, hält Butler entgegen, dass der Geschlechterbegriff der feministischen Theorie mitnichten ‚neutral’, sondern immer schon heterosexuell kodiert sei (Butler 1991). Das scheinbar ‚sexualitätslose’ Geschlecht feministischer Theorien erweist sich als versteckt heterosexuell, und deren Weigerung, die grundlegende Bedeutung von Sexualität für die Herstellung von Geschlecht anzuerkennen, wiederholt die Verwerfung von Homosexualität als ungedacht und undenkbar. Die Sanktionierung von marginalisierten Begehrenspraktiken stellt für den Feminismus somit kein nebensächliches Problem dar, sondern ermöglicht Einsichten in die Regulation und Produktion normalisierter Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten (vgl. Butler 1999, 24).

Lordes Verweise auf die mythische Norm und Butlers Thematisierung hegemonialer Identitäten zeigen auf, dass die Genese von ‚normalen’ und der Ausschluss von ‚abnormalen’ Lebensformen zusammen hängen. Damit rücken auch diejenigen gesellschaftlichen Positionen in den Blick, die gerade nicht marginalisiert und diskriminiert werden; eine Arbeit, die in den letzten Jahren im Zuge der Kritischen Männlichkeitsforschung, Kritischen Whiteness Studien und der Heteronormativitätskritik systematisch in Angriff genommen worden ist (vgl. Connell 1995; Frankenberg 1993; Sedgwick 1990). Ziel dieser Forschungsrichtungen ist es, nicht nur das zu thematisieren, was von der Norm ausgeschlossen wird oder als ihr ‚Anderes’ erscheint, sondern vielmehr die Norm selbst in den Blick zu nehmen, dasjenige also, was gerade nicht als Anderes gekennzeichnet wird. In diesem Unmarkiert-Sein besteht, so Trinh Minh-ha, das spezifische, mit der Norm verbundene Privileg: „Macht hat sich immer das Recht angemasst, ihre anderen zu markieren, während sie selbst ohne Markierungen auskommt“ (Min-ha 1996, 157). Indem diejenigen gesellschaftlichen Positionen, die fälschlicherweise universalisiert werden – Männlichkeit, Heteronormativität, Weiss-Sein – im Zuge dieser Kritik als partikulär herausgestellt werden, eröffnen sich neue Perspektiven sowohl auf die Norm als auch auf ihr Anderes. Denn mit dem Aufdecken der Partikularität, welche einer Norm eingeschrieben ist, wird es auch möglich, ihren falschen Allgemeinheitsanspruch zurückzuweisen.

Doch auch zu dieser Denkbewegung, welche die Naturalisierung der Norm als gesellschaftlichen Konstruktionsprozess begreift, werden aus intersektionaler Sicht kritische Einwände formuliert. So problematisiert Cathy J. Cohen eine Tendenz der Queer Theorie, jegliche Heterosexualität mit Heteronormativität gleichzusetzen. Die Kategorie der hegemonialen Heterosexualität werde brüchig, so Cohen, wenn ihre ‚devianten’ Formen miteinbezogen werden, die entlang der Rassen- und Klassen-Differenz erzeugt werden. Als Beispiel erwähnt Cohen die Stigmatisierung minderjähriger, schwarzer Mütter als „welfare queens“ (Cohen 2005, 26) und fordert „an intersectional analysis, that recognizes how numerous systems of oppression interact to regulate and police the lives of most people“ (ebd., 25). Nur die sorgfältige Analyse dessen, wie Subjekte gesellschaftlich positioniert werden, ermöglicht es zu verstehen, wie Normierung und Verwerfung, Anerkennung und Ausschluss zusammen spielen. Was einem weissen heterosexuellen Mann in erster Linie als Stärke ausgelegt wird – dass er Kinder hat und damit die Rolle des bürgerlichen Ernährers und Familienvaters erfüllt – kann sich für eine junge schwarze heterosexuelle Frau in eine Diskriminierung kehren – dann nämlich, wenn sie verdächtigt wird, eine unkontrollierte Sexualität zu leben, deren Folgen vom Staat getragen werden müssen.

Intersektionale Analysen haben also – jenseits ihrer disziplinären, methodischen und inhaltlichen Ausrichtung – etwas gemeinsam: sie erweisen sich als diskurspolitische Interventionen gegen die versteckte Hegemonie von Theorien, die sich selbst als emanzipativ verstehen. In einer grundsätzlichen und weiten Auslegung des Intersektionalitätskonzepts liesse sich somit behaupten, feministische Theorie sei in dem Masse kritisch, wie sie intersektional denkt, wobei Intersektionalität die ständige Reflexion auf die eigene hegemoniale Position bedeutet.7

II. Die paradoxe Reduktion von Differenz

Die kontinuierliche Reflexion auf eigene Tendenzen der Hegemonialisierung und des Ausschlusses stellt einen zentralen Aspekt feministischer Intersektionalitätstheorien dar. Dabei besteht die Herausforderung darin, dass die Kritik derjenigen, die ihre Vertretung einfordern, weder eingeplant noch vorausgesehen werden kann, weil gerade dieses Vorwegnehmen bedeuten würde, die eigene Position absolut zu setzen. Jeder Versuch, die Einsprüche der Anderen zu antizipieren und zu verwalten, hat darum eine theoretische und politische Schliessung zur Folge. Ziel ist es somit nicht, Kategorien zu finden, welche die Reflexion auf mögliche Ausschlüsse bereits in sich enthalten, sondern die Analyse derart offen zu halten, dass ihre ständige Umdeutung möglich ist.

Diese selbstkritische Wendung ist politisch und erkenntnistheoretisch darum sinnvoll, weil auch emanzipative Diskurse mit Ausschlüssen operieren. Zwar richtet sich zum Beispiel der revolutionäre Diskurs in Frankreich kritisch gegen das Ancien Régime. Das egalitäre Subjekt, das der Aristokratie entgegengestellt wird, verkörpert aber nur pro forma die ganze Menschheit; de facto erweist es sich als männlich, bürgerlich, westeuropäisch und weiss.8 Die Notwendigkeit der Selbstkritik ergibt sich somit aus der Erkenntnis, dass ein emanzipativer Diskurs sich nicht nur gegen ein hegemoniales Feld wendet, sondern immer auch selbst ein Feld von Wissen und Macht generiert, welches Ausgeschlossenes, Unsagbares und Verschwiegenes in sich fasst. Es beinhaltet ein ihm eigenes Wissensregime, das, wie Maria do Mar Castro Varela schreibt, mit der Differenz zwischen Emanzipiertem und Nichtemanzipiertem operiert und diese durch spezifische Subjektpositionen konkretisiert. „Als emanzipiert gilt im Westen beispielsweise die Frau, die berufstätig ist und sich karrierebewusst gibt. Aber nicht immer. Wenn eine Frau berufstätig und karrierebewusst ist und aus religiösen Gründen ein Kopftuch trägt, so stimmt etwas nicht. Das Bild gerät aus den Fugen“ (Castro Varela 2003, 106). Das Raster, welches emanzipative Diskurse etablieren, ist in andere hegemoniale Diskurse eingebunden: so können feministische Analysen auf kritische Weise das ‚Othering’ (nicht-muslimischer) Frauen aufzeigen, während sie gleichzeitig muslimische Frauen zu Anderen machen.9

Die Haltung der Selbstkritik besteht also darin, nach den eigenen theoretischen Ausschlüssen zu fragen, ohne den Anspruch zu erheben, diese abschliessend benennen zu können. Beispielhaft für diese Unabschliessbarkeit der Kritik sind die aktuellen Interventionen von Vertreter_innen der Intersexuellenbewegung. Sie reagieren auf die u.a. durch Butler ausgelöste verstärkte theoretische Beschäftigung mit dem Regime der Zweigeschlechtlichkeit und den vielfältigen Ausschlüssen von Praktiken und Lebensformen ‚zwischen den Geschlechtern‘ (Halberstam 1998; Genschel 1998; Stryker 2006). Weil aus dem gesellschaftlichen Verhältnis zwischen Biologie und Sozialem für viele Intersexuelle eine andere Gewalterfahrung resultiert, als diejenige, denen Menschen mit biologisch ‚eindeutigerem‘ Geschlecht unterworfen sind, wehren sich viele Intersexuelle dagegen, dass ihre Erfahrungen mit denjenigen von Transgender-Personen gleichgesetzt werden und fordern eigenständige Selbstrepräsentationen ein. Diese Intervention richtet sich auch explizit gegen theoretische Prämissen der Geschlechterforschung. Denn ein grosser Befreiungsakt der feministischen Theorie bestand darin, die Macht der Biologie in Frage zu stellen, indem die soziale Konstruiertheit von Geschlecht aufgezeigt wurde. Intersexuelle hingegen, welche durch medizinische Eingriffe dazu gezwungen werden, ein eindeutiges Geschlecht zu verkörpern, klagen gerade den Zwangscharakter dieses sozialen Konstruktionsvorgangs an und betonen das Recht auf die Selbstbestimmung über ihren biologischen Körper. Die Macht des biologischen Diskurses – gemeinhin bevorzugtes Objekt feministischer Kritik – wird dadurch emanzipatorisch gewendet (vgl. Lang 2006; de Silva 2007; Groneberg/ Zehnder 2008).

 Solche Einsprachen und ihre politischen, sozialen und theoretischen Folgen sind für die feministische und queere Debatte vital, aber weder plan- noch absehbar. Das Unbenannte oder Verkannte, das in den Ritzen des Diskursrasters aufscheint, verweist nicht auf ein Subjekt, das vorhanden, aber noch nicht entdeckt ist. Vielmehr stellt die Erzeugung neuer diskursiver Positionen einen emanzipativen Akt dar, mit dem sich Subjekte nicht nur in den politischen Kampf um Gleichheit einbringen, sondern sich auch überhaupt als Subjekt konstituieren. Mit Jacques Rancière lässt sich diese Konstitution politischer Subjekte als die unendliche Bewegung einer Politik definieren, der es um radikale Gleichheit geht (Rancière 2002). Demokratische Gleichheit bedeutet demnach nicht bloss die Um- und Neuverteilung der Macht unter bestehenden Individuen, sondern die beständige Erweiterung der Gemeinschaft um neue politische Subjekte, die gehört und gesehen werden wollen. Um dieses Potential der Erweiterung politischer Gleichheit aufrechterhalten zu können, muss die eigene Einmischung in das diskursive Feld der Macht mit einer theoretischen Offenheit verbunden werden, welche es auch anderen ermöglicht, hegemoniale Perspektiven aufzubrechen. Das hat zur Folge, wie Butler bemerkt, dass die eigenen Prämissen immer als vorläufig und verhandelbar gelten: „Dass solche Grundlagen nur existieren, um in Frage gestellt zu werden, ist gleichsam das ständige Risiko des Demokratisierungsprozesses. Diesen Protest abzulehnen hiesse, den radikalen, demokratischen Impetus der feministischen Politik opfern“ (Butler 1993, 51).

Umso erstaunlicher ist es vor diesem Hintergrund, dass die meisten Intersektionalitätstheorien der dynamischen Veränderbarkeit ihres Gegenstandes mit grosser Ambivalenz begegnen. In zahlreichen Varianten wird über die Grenzen desjenigen debattiert, was Wendy Brown als „multiculturalist mantra, ‚race, class, gender, sexuality’“ (Brown 1995, 61) bezeichnet, und was Judith Butler ein „verlegenes ‚usw.’“ nennt, das die Aufzählung einer „Reihe von Prädikaten wie Farbe, Sexualität, Ethnie, Klasse und Gesundheit“ (Butler 1991, 210) regelmässig abschliesse. So führt Cornelia Klinger aus, dass der Einbezug zu vieler Differenzen es unmöglich mache, von feministischen Gemeinsamkeiten auszugehen. Die Intersektionalitätsdebatte führe deshalb, wenn sie nicht intern beschränkt werde, in die Flaute (Klinger 2003, 17).10 Mit dem Vorschlag, sich auf die Kategorien Klasse, Rasse und Geschlecht zu konzentrieren, will Klinger diese potentielle Unendlichkeit von Differenzen eindämmen, um nicht „im vagen Und-so-weiter der Aufzählung mehr oder weniger wichtiger, beliebig vermehrbarer Differenzlinien [...] zu enden“ (ebd., 25). Ihr Vorschlag, von drei und nur drei Kategorien auszugehen, fällt allerdings hinter den feministischen Anspruch zurück, Kategorien radikal zu entnaturalisieren, zu historisieren und zu kontextualisieren. Diese Problematik wird u.E. auch nicht durch Klingers Versuch gelöst, eine strukturelle Makro- von einer individuellen Mikroebene zu trennen. Demnach wäre die Unabschliessbarkeit möglicher Differenzierungen auf der individuellen Ebene ein „unhintergehbares Faktum“ (Klinger 2008, 41). Eine gesellschaftsanalytische Perspektive allerdings, die im Gegensatz zur Mikro- auf einer Makroebene einsetzt, mache es unumgänglich, alle strukturellen Elemente zu benennen (ebd., 42). Ausgeblendet wird bei einem solchen Anspruch auf analytische Vollständigkeit die generative Kraft der Analyse selbst, die den Gegenstand, den sie beschreibt, mit hervorbringt. Das bedeutet nicht, dass auf die gesellschaftstheoretische Gewichtung der Differenzkategorien verzichtet werden soll.11 Aber gerade weil es sinnvoll ist, die gesellschaftspolitischen Bedeutungen von Differenzkategorien zu ermitteln und zur Diskussion zu stellen, ist es paradox, durch das Festlegen von Anzahl und Bedeutung relevanter Kategorien den Rahmen solcher Analysen vorgängig festlegen zu wollen.12

Auf die von Klinger thematisierte Weigerung, sich den sinnlosen „Auf- und Abrechnungsversuchen zwischen unterschiedlichen Diskriminierungen“ (Klinger 2008, 58) anzuschliessen, gibt es eine andere Antwort als jene, das Forschungsfeld im Voraus theoretisch abzuriegeln.13 Die Beschäftigung mit einzelnen Differenzkategorien lässt sich demnach mit einem perspektivischen und kontextuellen Verständnis der eigenen Forschung verbinden.14 Dadurch kann die punktuell notwendige Reduktion der eigenen Analyse auf bestimmte Machtverhältnisse und -phänomene mit einer Offenheit einhergehen, die gerade aus dem Wissen um die eigene, disziplinär, historisch und sozial bedingte Beschränktheit resultiert. Das bringt ein genuines Interesse an anderen Perspektiven und Disziplinen mit sich, welche die eigene Analyse nachträglich „stören“ und in Frage stellen können, auch und gerade weil ihnen das Potential innewohnt, den eigenen Blickwinkel zu verändern und den Einsatz neuer oder veränderter Kategorien nötig zu machen. Eine in einem solchen Geist verfasste Analyse legten jüngst etwa Gabriele Dietze, Elahe Haschemi Yekani und Beatrice Michaelis vor, indem sie aus einer queeren Perspektive intersektionale Schnittstellen mit den Black, Diaspora, Disability, Transgender und Jewish Studies ausmachten und zur Diskussion stellten (Dietze/Haschemi Yekani/Michaelis 2007).

Die Auseinandersetzung über die politische Bedeutung von Kategorien muss also in einem Feld geführt werden, das für kritische Selbstrevisionen offen bleibt und dadurch die sowohl hegemoniale wie auch emanzipatorische Macht von Kategorien erkennbar hält.15 Das bedeutet nicht, dass jede Kategorie in der Intersektionalitätsdebatte dieselbe Bedeutung und Berechtigung erhalten soll, es bedeutet aber, dass es ein grundsätzliches Anrecht darauf gibt, eine solche Bedeutung einzufordern.16 Anstatt die Zahl der Kategorien auf ein ‚verwaltbares’ Mass zu reduzieren, schlagen wir deshalb vor, die Perspektive umzukehren und die Intersektionalitätstheorien für die Vielfalt von Ungleichheitserfahrungen offen zu halten, weil diese über den theoretischen Gewinn hinaus einen Beitrag zu einer solidarisch abgestützten Machtkritik leisten können.

Feministische Solidarität ist nicht zuletzt im Zuge der intersektionalen Interventionen ein Modell, das scheinbar in die Krise geraten ist. Wenn Solidarität, wie Axel Honneth behauptet, auf der Annahme beruht, dass Menschen sich wechselseitig in ihrer Besonderheit wertschätzen, und wenn diese Wertschätzung umso höher ist, desto stärker sie auf „geteilte Erfahrungen“ und ein gemeinsames „Wertgefüge“ zurückgreifen kann, dann tendiert der Nachweis von ungleichen Diskriminierungsformen und Lebenserfahrungen dazu, Solidarität zu erschweren (Honneth 1994, 208). Das generalisierte feministische ‚Wir’ wird erschüttert, wenn neben Rasse, Klasse und Geschlecht auch Alter, Behinderung, Religion oder Sexualität als analytische Differenzkategorien verwendet werden, die die unterschiedlichen hegemonialen Subjektpositionen von Frauen aufzeigen.17

Die Gefahr, dass Differenzierungen entsolidarisierend wirken, ist jedoch nur dann plausibel, wenn Solidarität im Sinne von Honneth von der reziproken Anerkennung subjektiver Identitäten abhängig gemacht wird. Weil eine solche wechselseitige Anerkennung Hegemonien ‚wertschätzen’ müsste, ist ihre Generalisierung zu Recht fragwürdig.18 Solidarität kann aber auch als eine politische Haltung verstanden werden, die dadurch entsteht, dass sich Individuen und Gruppen nicht mit sich, sondern gegen etwas solidarisieren, weil sie erkennen, dass sie gemeinsam gegen etwas ankämpfen. Eine derart verstandene Solidarität zielt primär auf eine geteilte Gesellschaftskritik. Für dieses Projekt sind intersektionale Analysen unverzichtbar, weil sie zeigen, wie komplex sich gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsformen reproduzieren. Unterschiedliche Diskriminierungserfahrungen können also gerade verbindend sein, wenn das Interesse an der Erkenntnis und Veränderung eines ungerechten gesellschaftlichen Systems geteilt wird. Dazu gehört auch der gemeinsame Wille, sich nicht auf Nebenschauplätze abdrängen zu lassen, um dort die Kämpfe zwischen Marginalisierten auszufechten, welche die hegemoniale Ordnung selber unberührt lassen.

All dies aber, so politisch fragil es erscheint, kann nicht gelingen, wenn das Einbringen und Aushandeln von Unterschieden abgewertet wird. Die grundsätzliche Offenheit für Differenzen ist darum Bedingung, nicht Grenze einer kritischen intersektionalen Forschung.

 

Fußnoten

(1) Vgl. dazu Walgenbach/Dietze/Hornscheidt/Palm 2007; Klinger/Knapp/Sauer 2007; Purtschert/Meyer 2009; Klinger/Knapp 2008; Kerner 2009b.

(2) Weitere Forscherinnen gehen von einer anderen Anzahl relevanter Differenzkategorien aus:
Regina Becker-Schmidt bestimmt vier Kategorien („class“, „gender“, „ethnicity“ und „race“) als „zentrale Achsen sozialer Ungleichheit“; vgl. Becker-Schmidt 2007; für Tove Soiland genügt eine Kategorie, nämlich jene der Klasse, die seit Marx schon auf die Strukturen des Imperialismus und Sexismus verweise; vgl. Soiland 2008. Quer zu dieser Frage der relevanten Kategorien steht der Vorschlag von Ina Kerner, in Bezug auf Intersektionen von Rassismus und Sexismus zwischen einer epistemischen, institutionellen und personalen Machtdimension zu unterscheiden (Kerner 2009a ). Vgl. in diesem Sinn auch Floya Anthias, die eine sektionale Analyse auf der Ebene persönlicher Erfahrungen, intersubjektiver Praktiken, Institutionen und Repräsentati onen einfordert (Anthias 1998).

(3) Dass die Auseinandersetzungen mit Differenzen unter Frauen keine neu gewonnene Einsicht, sondern Bestandteil der frühen feministischen Wissensbildung war, lässt sich auch für den deutschsprachigen Kontext zeigen (vgl. Knapp 2008b). Das sollte aber nicht als Einwand gegen die Aktualität der Intersektionalitätsdebatten verstanden werden. Es scheint an dieser Stelle vielmehr angebracht, die jeweilige historische Politik der Repräsentation und den Zugang zum Wissenskomplex, etwa zu Publikationsmöglichkeiten oder akademischen Positionen zu berücksichtigen. Mit anderen Worten: die Queer und Postcolonial Studies mögen teilweise alten Wein in neuen Schläuchen aufgetischt haben. Von Bedeutung ist aber – neben neuen Einsichten – auch die Vehemenz und Durchsetzungskraft, mit der sie einen beachtlichen Teil der Gender Studies erschüttert und zu theoretischen und politischen Neupositionierungen gezwungen haben.

(4) Vgl. zur Kritik an der Geschichtsschreibung einer „weissen“ feministischen und queeren Theo rie Gutiérrez Rodríguez 2000; Haritaworn 2005.

(5) Vgl. dazu auch de Gouges’ Theaterstück „L’esclavage des noirs: ou l’heureux naufrage“, in dem sie sich explizit gegen die transatlantische Sklaverei wendet (de Gouges 1989).

(6) Besonders aussagekräftig sind dabei ihre Anfangsworte: „That man over there say a woman needs to be helped into carriages and lifted over ditches and to have the best place everywhere. Nobody ever helped me into carriages or over mud puddles or gives me a best place... Ain’t I a woman?“ (Truth 1993, 38).

(7) In diesem Sinn auch Pühl 2008.

(8) Für eine Rekonstruktion dieser bürgerlichen Ausschlusslogik vgl. Maihofer 2001.

(9) Vgl. Hirschkind/Mahmood 2002; Mahmood 2005.

(10) Die Angst vor einem Überhandnehmen der Differenzen, die Klinger beschreibt, wurde bereits in den 1990er Jahren im Zusammenhang mit Butlers Dekonstruktion des feministischen Sub jekts formuliert; vgl. Hark 2005; Purtschert 2003.

(11) Das Interesse daran, politisch relevante Differenzen zu erkennen, ist besonders angesichts des betriebswirtschaftlichen Konzepts des „Diversity Managements“ aktuell. Dieses löst die Diffe renzkategorien von der gesellschaftlichen Machtfrage ab und versteht sie also gerade nicht als intersektional; vgl. Purtschert 2007.

(12) Klinger selbst bleibt bei der Triade von Klasse, Rasse, Geschlecht – trotz der überwältigenden Argumente, welche beispielsweise die Queer Studies für die strukturelle Bedeutung von Sexua lität vorgelegt haben. Vgl. dazu quaestio 2000; Engel 2002; Hark 2005; Lorenz 2007; Boudry/Lorenz 2008; Engel 2009.

(13) In diesem Sinn verstehen wir etwa die Formulierung von Gudrun-Axeli Knapp, die bezwei felt, dass es möglich sei, ungleiche „Partizipations- und Anerkennungschancen“ zu beurteilen, „ohne einen (Vor-)Begriff der Gesamtkonstellation der gesellschaftlichen politischen und kulturellen Verhältnisse zu haben, in welchen diese Individuen und Gruppen vergesellschaftet sind“ (Knapp 2008c).

(14) Vgl. dazu auch den Vorschlag von Gabriele Winker und Nina Degele, die Entscheidung für oder gegen bestimmte Kategorien vom untersuchten Gegenstand sowie vom Forschungskon text abhängig zu machen ( Winker/Degele 2009, 16).

(15) Mit der Betonung der Doppeldeutigkeit von Kategorien unterscheiden wir uns auch von einer Kritik an Kategorien, die diese als ausschliesslich „reproduktiv“ und den „reformierenden Dynamiken bürgerlich kapitalistischer Gesellschaften“ zugehörig versteht; vgl. Lorey 2008, 139f.

(16) Beispielhaft dafür ist etwa Helma Lutz’ Forderung, die Analysen sozialer Ungleichheit in der BRD könnten heute nicht auf die Kategorien der Nationalität und Ethnizität verzichten; vgl. Lutz 2007.

(17) Zur Bedeutung dieser politischen Interventionen im Kontext der zweiten Frauenbewegung der BRD vgl. Walgenbach 2007, bes. 27– 40.

(18) Vgl. zum Problem der Generalisierbarkeit von Solidarität allgemein Meyer 2001.

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