Zitationsvorschlag für Schlüsseltext: Tunç, Michael (2012): Männlichkeitsforschung und Intersektionalität. URL: www.portal-intersektionalität.de [Datum Zugriff]

Männlichkeitsforschung und Intersektionalität

 

von Michael Tunç

 

1. Einleitung

Die Männlichkeitsforschung im deutschsprachigen Raum hat sich inzwischen als eigenständiger Bereich der Geschlechterforschung bzw. der Gender Studies etabliert und breit ausdifferenziert, befindet sich aber hinsichtlich ihrer intersektionalen Profilierung noch am Anfang der Entwicklung. Das Forschungsfeld Männlichkeitsforschung kam später auf als beispielsweise in den USA, wo sich die Men’s Studies schon in den 1980’er Jahren herausbildeten. Als Ursprünge deutschsprachiger Männlichkeitsforschung lassen sich die Frauenbewegung und feministische Kritiken an Männern nennen, die Schwulen- und Queerbewegung sowie die Männergruppen-Szene. Als ein weiterer Strang der Entwicklung wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit Männlichkeiten kann auch die sogenannte Männerverständigungsliteratur in den 1980er Jahren gelten, ein breites Spektrum von Ratgebern, literarischen und mythopoetischen Veröffentlichungen, bei denen das fraglos gegebene Männliche vielfältig diskursiviert wurde (vgl. Schölper 2008).1 Insgesamt waren auch die kleinen Ansätze einer Männerbewegung für die Herausbildung der Geschlechterforschung über Männer/Männlichkeiten durchaus produktiv, sie gelten Hans-Joachim Lenz allerdings als „ein Sammelsurium verschiedener Aktivitäten und Bewegungen von einzelnen Männern mit dem Ziel, Antworten auf die Herausforderungen eines gewandelten Geschlechterverhältnisses zu finden. Analog zu den anderen neuen sozialen Bewegungen zeichnet sich die Männerbewegung durch ihre Vielschichtigkeit, ihre Formenvielfalt, ihre Widersprüchlichkeit und Dynamik zwischen den Polen von Kraft und Schwäche aus“ (Lenz 2007: 49). Seit Ende der 1980er Jahre und in den 1990er Jahren wurden angloamerikanische Erkenntnisse der Men’s Studies im deutschsprachigen Raum aufgegriffen und zu einem weiteren Motor der sich entwickelnden Männlichkeitsforschung (vgl. z. B. Hollstein 1988; BauSteineMänner 1996). Das Spektrum der Männlichkeitsforschung ist breit gefächert und umfasst beispielsweise die Themen Gewalt, Erwerbsarbeit, Homosexualität, geschlechtliche Arbeitsteilung, Sozialisation, Väterlichkeit und diskutiert die zentralen soziologischen Grundbegriffe (vgl. Aulenbacher et. al. 2006; Bereswill et. al. 2007; Baur et. al. 2008). Immer wieder wird auch verhandelt, inwiefern Männer bzw. Männlichkeiten von Krisen betroffen sind (vgl. Bereswill/Neuber 2011). Bisher gibt es im deutschsprachigen Raum jedoch erst wenige Debatten um Männlichkeitsforschung und Intersektionalität, dennoch wurden und werden Männlichkeiten immer wieder bezogen auf Diversität und Differenzen analysiert. Das Fundament diversitätsbewusster bzw. ungleichheitstheoretischer Männlichkeitsforschung legte Raewyn Connell mit ihrem Modell hegemonialer Männlichkeiten (Connell 1999). Aber auch Pierre Bourdieus Konzept des männlichen Habitus, mit dem er die Reproduktion männlicher Herrschaft (2005) erklärt, bietet Chancen für eine intersektional ausgerichtete Männlichkeitsforschung. Damit existieren auch in der Männlichkeitsforschung Begriffe, mit denen sich Männlichkeiten intersektional und als interdependente Kategorie konzeptualisieren lassen (vgl. Walgenbach 2007).

Das Konzept der Intersektionalität wurde in der feministischen Frauenforschung einerseits als gesellschafts- und herrschaftskritische Perspektive und andererseits als anspruchsvolle ungleichheits- und differenztheoretische Programmatik entwickelt (vgl. Knapp 2005). Inzwischen haben sich im deutschsprachigen Raum auch Ansätze intersektionaler Männlichkeitsforschung entwickelt, die sich an solchen Konzepten feministischer Frauen- und Geschlechterforschung orientieren und ineinandergreifende Wechselwirkungen sozialer Differenzlinien wie Geschlecht, Ethnizität, Klasse, Alter, sexuelle Identität, (Dis)Ability usw. konzeptualisieren.2

 

2. Begriffe und Fragestellungen der (intersektionalen) Männlichkeitsforschung

Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit wurde Mitte der 1980er Jahre entwickelt, 1995 erschien Raewyn Connells „Masculinities“. Die deutsche Ausgabe „Der gemachte Mann“ (Connell 1999) wurde schnell zum Standartwerk deutschsprachiger Männlichkeitsforschung, auch wenn das Konzept der hegemonialen Männlichkeit kritisiert und weiter entwickelt wurde bzw. wird. Connell versteht Konstruktionen von Männlichkeit als „Position im Geschlechterverhältnis“ (Connell 1999: 91). Dabei lässt sich der Begriff hegemoniale Männlichkeit durch eine doppelte Relationalität charakterisieren: Hegemoniale Männlichkeiten werden verstanden als Hegemonie gegenüber Frauen einerseits und gegenüber untergeordneten und marginalisierten Männern andererseits.3 In der Binnenrelation zwischen Männlichkeiten beschreibt Connell homosexuelle Männlichkeiten als typisch für untergeordnete Männlichkeiten, da sie als vermeintlich „verweiblichte“ Männlichkeitskonzepte (ähnlich wie Weiblichkeiten) hegemonialen Männlichkeiten untergeordnet werden. Diese Relation verbleibt in der Differenzlinie der Geschlechterordnung, die sich als heteronormativ und heterosexistisch strukturiert kritisieren lässt. Marginalisierte Männlichkeiten entstehen nach Connell in der Relation hegemonialer Gruppen in Bezug auf andere Differenzen, die über die soziale Geschlechter- und Sexualitätsordnung hinausgehen und sich auf soziale Strukturkategorien wie Klasse bzw. soziale Ungleichheit oder ethnisch-kulturelle Zugehörigkeit (vgl. Connell 1999: 101 f.).

Allerdings kann allein mit dem Begriff der marginalisierten Männlichkeiten nicht präzise aufgeschlüsselt werden, ob ein Mann aufgrund seiner Zugehörigkeit zu bestimmten Differenzkategorien wie Ethnizität, Klasse oder Alter marginalisiert wird. Daher gelingt es mithilfe des Begriffs der marginalisierten Männlichkeiten auch nicht, ineinander greifende Wechselwirkungen der genannten Differenzen zu konzeptualisieren oder zu konkretisieren. Damit liefert das ungleichheitstheoretische Modell von Connell zwar eine wichtige begriffliche Basis für intersektionale Männlichkeitsforschung, bedarf aber der Weiterentwicklung.

Eine Kritik an der Begrenzung bisheriger intersektionaler Männlichkeitsforschung auf „die großen drei“ Differenzlinien (race, class und sex/gender) übt Jeff Hearn (2010): „Um Männer und Intersektionalität zu verstehen, müssen nicht nur Klasse, Ethnizität, Rassifizierung und Sexualität, sondern auch Altern(n), Behinderung, Verkörperlichung, Virtualität und Transnationalität berücksichtigt werden (Jeff Hearn 2010: 119).4

Alternativ zu Connells Konzept der hegemonialen Männlichkeit bietet auch Pierre Bourdieus Konzept des männlichen Habitus, mit dem er die Reproduktion männlicher Herrschaft (Bourdieu 2005) verständlich macht, Ansatzpunkte für intersektionale Männlichkeitsforschung (vgl. Tunç 2006). Das Potenzial des Habitusbegriffs im Sinne Bourdieus lässt sich zur Analyse von Männlichkeiten als interdependentes Phänomen fruchtbar machen. Für intersektionale Analysen von Männlichkeiten im deutschsprachigen Raum, die an Bourdieu orientiert sind, sind die Beiträge von Holger Brandes und Michael Meuser gewinnbringend, in denen sie die Theorien von Connell und Bourdieu miteinander verbinden. Aussagen zur Überschneidung verschiedener Differenzkategorien macht Brandes mit seinem Konzept von Männlichkeiten als mehrdimensionales Konstrukt, demzufolge Subjekte mittels geschlechtsspezifisch strukturierter sozialer Praxen, die in geschlechtshierarchische gesellschaftliche Strukturen eingelassen sind, einen männlichen beziehungsweise weiblichen Habitus (re-)produzieren. Nach Brandes (2002: 80 ff.) formiert sich der männliche Habitus entsprechend seiner sozialen Lage bzw. Klassenzugehörigkeit, der ethnischen Zugehörigkeit, der Generationszugehörigkeit sowie abhängig von kulturellen wie religiösen Traditionen. Männlichkeiten entstehen aus vielfachen Wechselwirkungen zwischen sozialen Habitus und sozialen Praxen in gegebenen Machtverhältnissen, die immer auch vermittelt sind durch soziale Differenzierungen einschließlich der ethnischen und geschlechtlichen Zugehörigkeiten.

Auch für Meuser (2000: 63) bietet das Habitus-Konzept die Chance, „im Rahmen eines konsistenten Ansatzes eine Antwort auf die Frage zu finden, wie die Einheit der Geschlechtslage dadurch aufgebrochen wird, daß in einer Situation verschiedene soziale Zugehörigkeiten handlungsrelevant sind und damit verschiedene Habitus zusammenwirken“. Ihm zufolge entstehen aus dem konfigurativen Zusammenwirken unterschiedlicher Habitusformen entlang verschiedener sozialstrukturell bedeutsamer Zugehörigkeiten wie Geschlecht, Ethnizität, Klasse oder Generation je unterschiedliche Habituskonfigurationen, so dass (hegemoniale) Männlichkeiten auch kontextspezifisch und historisch variieren (vgl. Meuser 2000). Über diese theoretisch tragfähige Programmatik hinaus offenbaren aber die weiteren Ausführungen von Brandes und Meuser einen kulturalistischen Ethnizitätsbegriff, der sich für intersektionale Männlichkeitsforschung nicht eignet (vgl. vertiefend Tunç 2006).

Es stellt sich aber die Frage: Was sind nun Besonderheiten intersektionaler Männlichkeitsforschung im Vergleich zu feministischer Intersektionalitätsforschung?

Nicht erst angesichts feministischer Debatten um Probleme älterer intersektionaler Ansätze wie der „triple-oppression-theory“ oder der These der Mehrfachunterdrückung von Frauen (vgl. Lutz 2001) ist klar, dass Männlichkeiten mit solchen Zugängen auf intersektionale Figurationen bzw. interdependente Differenzkonstellationen nicht erklärbar sind. Denn anders als Frauen haben selbst marginalisierte Männlichkeiten meist Zugang zu Ressourcen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit, der so genannten patriarchalen Dividende (vgl. Connell 1999) – auch wenn diese Ressourcen durch Marginalisierung bzgl. anderer sozialer Differenzlinien begrenzt werden können. Für intersektionale Männlichkeitsforschung ist daher es wichtig, das spannungsreiche wie komplexe Verhältnis von Benachteiligung und Ressource zu klären, d.h. die Frage, in welchem Kontext bestimmte subjektive Zugehörigkeiten von Männern mehr Ressource sind/sein können oder wann sie zu Nachteilen/Diskriminierungen führen (können). Insofern besteht eine große Herausforderung beim „doing intersectionality“ intersektionaler Männlichkeitsforschung darin zu klären, „welche verschiedenen ‚Achsen’ im konkreten Fall in welcher Weise von Bedeutung sind und wie beispielsweise die spezifischen Konstellationen von Subjekt und Struktur, von Benachteiligung und Bevorzugung, von Unterdrückung und Ressource oder von Fremdbestimmung und Selbstbestimmung aussehen“ (Leiprecht/Lutz 2009: 187 f.). Dem folgend steht intersektionale Männlichkeitsforschung vor der Herausforderung, ambivalente und widersprüchliche Positionierungen verschiedener Männer wahrzunehmen und verständlich zu machen. Sie muss untersuchen, wie Positionierungen der Subjekte kontextabhängig und situationsbedingt von je anderen Differenzkonstellationen strukturiert sind und welche wechselnden Überlagerungen auftreten: „Ein homosexueller, muslimischer Migrant, der Wirtschaftswissenschaften studiert, könnte beispielsweise aufgrund seiner sexuellen Identität und/oder seiner Religion und/oder seiner ethnischen Herkunft von Diskriminierung betroffen sein. Gleichzeitig stehen ihm aufgrund seiner Geschlechtszugehörigkeit und seines Bildungshintergrundes verschiedene Ressourcen zur Verfügung, die ihn in diesen Aspekten privilegieren“ (Czollek/Weinbach 2008: 64).

Vor diesem Hintergrund müssen bisherige Engführungen universaler Geschlechterkategorien aufgebrochen werden, um eindimensionale Kritiken an „dem“ Patriarchat bzw. antisexistische Kritik an „den“ Männern aufzugeben (vgl. Rieger-Ladich 2004: 281) und vorhandene Privilegien bestimmter Männer immer in Wechselbeziehungen mit anderen Mechanismen von Inklusion/Exklusion bzw. Bevorzugung/Benachteiligung entlang anderer Achsen der Ungleichheit zu analysieren. Insofern kann man zusammenfassend davon ausgehen, dass Ressourcen hegemonialer Männlichkeiten in marginalisierten und von Exklusion bedrohten oder betroffenen Lebenszusammenhängen stark entwertet werden (können) - auch wenn andererseits bestimmte (männliche) Ressourcen erhalten bleiben (können). Solche zum Teil fragilen und spannungsreichen Prozesse der Herstellung verschiedenster männlicher Identitätsentwürfe bzw. Positionierungen sind nur mit einer konsequent intersektionalen Perspektive zu verstehen.

Wie aber lässt sich angesichts der bisherigen Ausführungen männlichkeitstheoretisch erklären, dass sich beispielsweise (migrantische) Schwule und queere Männer gegen die heteronormative Geschlechter- wie Sexualitätsordnung sowie (teils) gleichfalls mittels einer Rassismuskritik gegen dominante ethnisch-kulturelle Zugehörigkeitsordnungen engagieren, um sie zu transformieren (siehe dazu weiter unten in Kap. 5).

Diesbezüglich möchte ich die Hypothese aufstellen, dass die bisher vorgestellten männlichkeitstheoretischen Begriffe solches Empowerment untergeordneter oder marginalisierter Männlichkeiten nicht ausreichend zu erklären vermögen. Daher wird hier vorgeschlagen, das vorhandene Instrumentarium männlichkeitstheoretischer Begriffe zu erweitern um den Begriff der progressiven Männlichkeit(en).

 

3. Progressive Männlichkeiten und Intersektionalität

Welche Chancen bietet nun der neue Begriff „progressive Männlichkeit“? Er versucht eine Brücke zu schlagen zwischen (intersektionaler) Männlichkeitsforschung und der Praxis/Politik im Kontext von Männlichkeiten, so dass die aktuell große Kluft zwischen akademischer Männlichkeitsforschung und dem Empowerment untergeordneter oder marginalisierter Männlichkeiten verringert werden kann.5

Außerdem besteht meiner Ansicht nach gegenwärtig eine begriffliche Lücke, die sich erst in konsequent intersektionaler Ausrichtung der Männlichkeitsforschung offenbart. So ist zu fragen: Warum hat die (deutschsprachige) Männlichkeitsforschung nicht-hegemoniale und nicht-patriarchale Orientierungen von Männern bisher begrifflich und inhaltlich kaum präzisiert? Meine Hypothese ist dazu: mit dem Begriffskonzept hegemonialer Männlichkeit (Connell)6 und anderen bisherigen Begriffen lassen sich vorhandene emanzipative, progressive oder (pro)feministische Orientierungen bzw. Verhaltensweisen bestimmter Männer begrifflich bisher nicht adäquat fassen. Denn Männer können bezüglich ihres Alters, der sozialen Lage, sexuellen Identität, ethnisch-kulturellen Zughörigkeit, ihrer körperlich-geistigen Fähigkeiten usw. gesellschaftlich so positioniert sein, dass sie Ohnmacht, Dominanz, Exklusion und Gewalt in komplexen Ungleichheitsverhältnissen erleben und so motiviert sein, sich anders als an hegemonialen Männlichkeiten zu orientieren, sich zu emanzipieren und Entwicklungen progressiver Männlichkeiten in Gang zu setzen. Ich schlage daher vor, progressive Männlichkeiten als eigenständiges Deutungsmuster der Männlichkeitsforschung zu verstehen, auf das sich Männer bestimmter Milieus und in bestimmten Kontexten beziehen, um Lebensentwürfe zu gestalten, die mit möglichst wenig Macht über andere Menschen und möglichst geringer Orientierung an hegemonialen Männlichkeiten umsetzbar sind. Einen Ansatzpunkt für diese Erweiterung des männlichkeitstheoretischen Begriffssystems bilden u.a. angloamerikanische Debatten über Black Masculinities von Athena D. Mutua (2006).7 Auch wenn sich diese Erfahrungen aus den USA nicht bruchlos in deutschsprachige Debatten transferieren lassen, offenbart die Argumentation von Mutua gleichwohl einen für Deutschland untypischen und feiner nuancierten Umgang mit Intersektionalität zur Analyse von Männlichkeiten: Während in Deutschland zwar zunehmend Geschlechterverhältnisse intersektional analysiert werden, markiert das Konzept „gendered racism“ (Essed 1991) eine Verschiebung der Perspektiven dahingehend, dass gefragt wird, inwiefern sich Positionierungen in rassistischen Verhältnissen geschlechtsdifferenziert auswirken und als solche verstehen lassen: „Note that not only Black woman but also Black men are confronted with racism structured by racist constructions of gender role (…)“ (Essed 1991: 31). Diese intersektionale Figuration minorisierter bzw. marginalisierter Männlichkeiten verstehe ich als ein Beispiel für viele andere intersektionale Konstellationen, in der es das Konzept progressiver Männlichkeiten ermöglicht, emanzipative bzw. progressive Aktivitäten von Männern im Sinne von Empowerment zu erklären, die sich gegen ihre Exklusion oder Marginalisierung (im genannten Fall beispielsweise gegen ethnisierende Männlichkeitsdiskurse im Sinne von gendered racism) wehren. Mit dem neuen Begriff lassen sich dann Ressourcen und Benachteiligungen minorisierter bzw. marginalisierter Männer in einem Spannungsverhältnis analysieren, das wiederum verschiedenste Konstellationen in Ungleichheitsverhältnissen annehmen kann. Anhand dieses Beispiels der Intersektion von Ethnizität/Rassismus und Männlichkeit schlage ich vor, Connells Begriffssystem hegemonialer Männlichkeiten mit dem Konzept progressiver Männlichkeiten weiter zu entwickeln. Denn teils angestoßen durch den Feminismus, teils motiviert durch problematische männliche Erfahrungen in hierarchischen Geschlechterverhältnissen und/oder betroffen von anderen machtvollen Exklusionsprozessen können Männer in Reflexionsprozesse eintreten, welche sie zur Entwicklung progressiver Männlichkeiten motivieren. Ich möchte dabei betonen, dass solche Konstruktionsprozesse nur relational und als insbesondere als Spannungen zwischen progressiven und hegemonialen Männlichkeiten zu denken sind. Je nachdem wie männliche Krisen- und Opfererfahrungen thematisiert werden, besteht die Gefahr der Resouveränisierung hegemonialer Männlichkeiten (vgl. Tunç 2008 und 2012). Es muss also klar gestellt werden: Auch die hier im Mittelpunkt stehenden Männer, die von Marginalisierung und Exklusion bedroht oder betroffen sind, leben in Spannungen zwischen progressiven und hegemonialen männlichen Deutungs- und Handlungsmustern8. Wie privilegiertere Männer stehen migrantische, queere, sozial unterprivilegierte oder Männer mit körperlicher, seelischer oder intellektuell-kognitiver Beeinträchtigung auch vor der Herausforderung, sich kritisch mit ihren Leitbildern und Praxen von Männlichkeit auseinandersetzen zu müssen, um geschlechterdemokratische Lebensmodelle entwerfen und verwirklichen zu können. Insofern möchte ich zusammenfassend zuspitzen, dass mir die hier vorgeschlagene Erweiterung des Begriffssystems von Connell um progressive Männlichkeiten unerlässlich erscheint zur Entwicklung intersektionaler Männlichkeitsforschung. Dieser Vorschlag wird noch zu diskutieren sein und er muss sich vor allem in empirischer Männlichkeitsforschung beweisen. Einen Vorteil scheint er aus meiner Sicht in jedem Fall zu haben: in der Perspektive kritischer intersektionaler Männlichkeitsforschung lassen sich mit dem Begriff progressiver Männlichkeiten Verhältnisse und Bewegungen zwischen Männlichkeitsforschung einerseits und Praxis/Politik im Kontext von Männlichkeiten andererseits besser fassen. Der erhoffte Gewinn des Konzepts progressiver Männlichkeiten lässt sich beispielsweise im Theorie-Praxis-Transfer überprüfen. Zu testen wäre er beispielsweise in den Debatten um Chancen und Probleme einer Haltung der kritischen Parteilichkeit in Praxis, Bildungsarbeit und Politik (vgl. Tunç 2009), z.B. im Rahmen intersektionaler Jungenarbeit (vgl. Busche/Cremers 2009) oder der Väterarbeit (vgl. MAIS NRW 2011). Jetzt werden (zunächst einzeln) grob einige zentrale Differenzlinien nachgezeichnet, die für intersektionale Männlichkeitsforschung wichtig sind.9


4. Entwicklungslinien intersektionaler Männlichkeitsforschung

Modelle der Intersektionalität fordern (soziale) Ungleichheits-, Rassismus- und Geschlechterforschung heraus, wenn die Überschneidungen analytisch voneinander getrennter Differenzkategorien in der Männlichkeitsforschung nicht als schlichte Rechenaufgaben – beispielsweise als Addieren oder Multiplizieren von Benachteiligungen – konzipiert werden sollen (vgl. Lutz 2001). Bevor ich aber Männlichkeiten später als interdependente Kategorie (vgl. Walgenbach 2007) beleuchte, werden jetzt sehr kurz und nur kursorisch Männlichkeiten jeweils einzeln in Wechselwirkung mit einer sozialen Differenzlinie wie Sexualität, soziale Ungleichheit, (Dis)Ability und ethnisch-kulturellen Zugehörigkeit thematisiert. Mit diesem zunächst intersektional noch wenig anspruchsvollen Vorgehen wird der zweite Schritt vorbereitet, in dem Entwicklungslinien intersektionaler Männlichkeitsforschung anhand einzelner Beispiele konkretisiert wird.

4.1 Männlichkeiten und soziale Ungleichheitsforschung

Verschränkungen von Klasse bzw. von sozialer Schicht/sozialem Milieus10 und Geschlecht sind Gegenstand der Frauen- und Geschlechterforschung (vgl. Gottschall 2000), die insbesondere mit geschlechtersoziologischen Forschungen zur Erwerbsarbeit verbunden sind (vgl. Aulenbacher et. al. 2009). Denn Erwerbsarbeit bildet, meist milieuübergreifend, den Kern männlicher Identität (Vgl. Scholz 2004; Gesterkamp 2007). Dennoch lassen sich auch Männlichkeitskonstruktionen in Abhängigkeit mit Mustern der Erwerbsarbeit finden, die milieuspezifisch differieren (vgl. Scholz 2009). Auf klassenspezifisch differenzierte Männlichkeitskonstruktionen hat Pierre Bourdieu bereits früh hingewiesen: „Die geschlechtsspezifischen Merkmale sind ebenso wenig von den klassenspezifischen zu isolieren wie das Gelbe der Zitrone von ihrem sauren Geschmack: eine Klasse definiert sich wesentlich auch durch Stellung und Wert, welche sie den beiden Geschlechtern und deren gesellschaftlich ausgebildeten Einstellungen einräumt“ (Bourdieu 1982: 185). Dennoch bleibt bei Bourdieu und anderen Milieustudien „die Dimension des Geschlechterverhältnis aus der Bestimmung der Milieus weitgehend ausgeklammert. Umgekehrt war auch die Geschlechterforschung lange Zeit von der Forschung über soziale Differenzierung, Lebensstile und Milieus abgekoppelt“ (Koppetsch 2001: 109). Claudia Koppetsch leistet vor diesem Hintergrund mit ihrer qualitativen Untersuchung einen Beitrag zum Verständnis der Konstruktionen von Geschlechterverhältnissen im Milieuvergleich: „Kulturelle Leitbilder von ‚Männlichkeit‘ und ‚Weiblichkeit‘, wie auch die Vorstellungen, die auf deren Wandel abzielen, sind in der Logik milieuspezifischer Lebenszusammenhänge angesiedelt. Sie stehen in wechselseitiger Abhängigkeit mit sozialen Lagen und Lebensstilen der Milieus (…)“ (Koppetsch 2001: 134).

Vorsichtige Hinweise auf Interdependenzen zwischen Männlichkeiten und sozialer Ungleichheit enthalten auch quantitative Studien wie die Männer-Sinus-Studie. Ihr zufolge sind klassische und traditionelle (Macho)Männlichkeiten eher verortet in hohen und unteren sozialen Lagen bzw. Milieus (Wippermann et. al. 2009: 213). Die Studie diskutiert diesen Befund aber nicht vor dem Hintergrund männlichkeitstheoretischer oder ungleichheitstheoretischer Erklärungen, beispielsweise im Sinne Connells oder Bourdieus. Aussagen über die Auswirkungen sozialer Ungleichheit auf Konstruktionen von Männlichkeit trifft auch Michael Meuser (1998), denn er findet in seiner qualitativen Untersuchung des Arbeitermilieus pragmatische Einstellungen der Männer zu geteilten Modellen geschlechtlicher Arbeitsteilung, die vor allem aus ökonomischen Erwägungen resultieren (vgl. Meuser 1998). Auch in der qualitativen Studie von Peter Loos (1999) geht es um Männlichkeiten im Milieuvergleich, bei der er im Arbeitermilieu eine pragmatische und im bürgerlichen Milieu eine moralische Ordnung ermittelt: „Es handelt sich bei der Unterscheidung zwischen pragmatischer moralischer Ordnung jeweils um einen milieuspezifischen Habitus, der dann nicht nur die Berufswahl sondern auch das Geschlechterverhältnis strukturiert“ (Loos 1999: 291).

Auch soziale Probleme von Männern wie beispielsweise Erwerbslosigkeit haben Einfluss auf Konstruktionen von Männlichkeit, konkret als Krisen der Erwerbsmännlichkeit. So stellt Sylka Scholz (2009: 85 f.) fest, „dass die Verarbeitung von Arbeitslosigkeit bei Männern aus einer geschlechtersoziologischen Perspektive bisher kaum untersucht wurde. (…) Dörre argumentiert, dass der Bezugspunkt für die geschlechtlichen Entwürfe die vollzeitliche Erwerbsarbeit bleibt, während ‚eine prekäre oder nicht qualifikationsgerechte Erwerbsarbeit (…) gleichbedeutend mit dem Verlust von Männlichkeit [ist]‘ (Dörre 2007: 297).“

Anders herum betrachtet sind es Männer gesellschaftlicher Eliten, beispielsweise transnationale Unternehmer- und Managermännlichkeiten, die über die größten Machtmittel verfügen, hegemoniale Männlichkeiten zu prägen bzw. die Hegemonie von Männern abzusichern (vgl. Meuser/Scholz 2011). Insofern lässt sich abschließend zusammenfassen, dass Einstellungen und Praxen von Männern in gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnissen auch entlang ihrer Klassenzugehörigkeit ausdifferenziert sind.

4.2 Männlichkeiten und Queer Studies

Queere Theoriebildung ist inzwischen eine wichtige und anerkannte Strömung der Gender Stuides (vgl. Raab 2005), verstanden als „offenes politisches und theoretisches Projekt“ mit „einer Fülle von queeren Ansätzen, Praxen und Denkrichtungen“ (Perko 2005: 7). Als Hauptanliegen der Queer Studies nennt Andreas Kraß (2007: 136) die „Dekonstruktion von Heteronormativität, also jener repressiven Gesellschafts-, Denk- und Zeichenordnung, die auf Binarismen des Geschlechts (Mann/Frau) und der Sexualität (hetero/homo) beruht“. Mit der Programmatik „Männlichkeiten queeren“ (Degele 2007) hinterfragt Nina Degele kritisch den Gebrauchswert des Begriffs Männlichkeit und will ihn dekonstruieren, „um in heteronormativitätskritischer Absicht zweigeschlechtlich und heterosexuell (und damit auch sexistisch) geprägte Denk- und Wahrnehmungsschablonen aus einer queeren Perspektive zu identifizieren und zu entselbstverständlichen“ (Degele 2007: 29 f.). Degele möchte den Begriff Männlichkeit lieber durch den Begriff Heteronormativität ersetzen, um die Relationalität heteronormativer Verhältnisse besser analysieren zu können. Für begrifflich günstiger hält Degele den Begriff Heteronormativität, denn „er ist nicht auf die binäre Konstruktion der Kategorien von Männlichkeit und Weiblichkeit angewiesen, berücksichtigt sinnstiftende Kontexte (das heißt relationale, habituelle und multiple Komponenten) bereits in ihrer Verwobenheit und vermag sie in einen strukturellen und funktionalen Zusammenhang zu setzen“ (Degele 2007: 39). Kritisch zur Heteronormativität in den Fokus nimmt Kraß „das prekäre, durch das Regulativ der Homophobie organisierte Verhältnis zwischen männlicher Macht, männlichen Begehren und männlicher Sexualität“ (Kraß 2007: 137). Wichtige Hinweise auf zeithistorische Entwicklungen von Männlichkeiten geben Jürgen Martuschkat und Olaf Steglitz, welche die „Geschichte der Männlichkeiten“ (2008) auch als Historie männlicher Sexualität erzählen, einschließlich der Genese von Forschungsparadigmen wie schwule Identitätspolitik, Heterosexualitätsgeschichte und Queer Studies. In Richtung zukünftiger Entwicklungen weiter gedacht fordert Heike Raab die Entwicklung einer transdisziplinären Perspektive, in der Queer Studies „als Knotenpunkt vielfältiger Überschneidungen und Verbindungen im Kontext weiterer Regime sozialer Regulierung, wie z.B. Klasse, Behinderung oder Ethnizität, zum Ausgangspunkt einer kritischen Gesellschaftsanalyse der Vergangenheit und Gegenwart werden“ (Raab 2005: 248).

4.3 Männlichkeiten und Disability Studies

Gemeinsam ist den Disability und Gender Studies ihr Fokus auf den Körper, beide „setzen sich kritisch mit Körpern als visueller Evidenz verschiedener Machtachsen auseinander, indem Körper vermeintlich Ein-Deutiges zu sehen geben – man kann ‚sehen‘, wer Mann ist oder Frau, wer behindert ist und wer gesund“ (Wollrad et. al 2010: 7 f.). Insofern lassen sich Interdependenzen beider Konzepte laut Swantje Köbsell (2010) in einem gemeinsamen Horizont untersuchen, nämlich hinsichtlich der Kritik an gesellschaftlichen Konstruktionen der vermeintlich naturgegebenen Kategorien Geschlecht und Behinderung im Sinne von gendering und Ver-/Behinderung. Während die Frauenforschung Zusammenhänge von Geschlecht und Behinderung anhand der Situation behinderter Frauen recht gut untersucht hat, existieren Köbsell zufolge zum Themenkomplex Männlichkeit und Behinderung noch wenige Studien und Veröffentlichungen (vgl. z.B. Hoffmann 2006). Dabei geht Köbsell davon aus, dass sich „die mit Behinderung assoziierten Eigenschaften mit einem traditionellen Bild von Männlichkeit weit weniger in Einklang bringen [lassen] als mit dem gängigen Bild von Weiblichkeit. D.h. behinderte Jungen müssen ihre Männlichkeit entwickeln ohne über die meisten der geforderten Geschlechtseigenschaften zu verfügen. Und sie müssen lernen, mit der eigenen, ‚unmännlichen‘ Hilfsbedürftigkeit zurecht zu kommen“ (Köbsell 2010: 22).

Jo Jergs (2010) entwickelt seine Überlegungen zu Männlichkeit und Behinderung vor dem Hintergrund eines jungenpädagogischen Praxisforschungsprojektes für Jungen mit Behinderungserfahrung. Nach Jergs überlagert im Jungenalltag die Differenzlinie Behinderung die des Geschlechts. „Die Unterschiede in den Lebenswelten von Jungen liegen darin, dass sie als Neutrum behandelt werden und Geschlechtlichkeit übergangen wird“ (Jergs 2010: 199; vgl. dazu auch Exner 1997). Jergs verweist daher auch auf die Notwendigkeit, Jungen mit Behinderung weder auf ihre Behinderung zu reduzieren noch sie als homogene Gruppe zu sehen sondern Wechselwirkungen mit weiteren Differenzen wie Alter, soziale Lage usw. in den Blick zu nehmen. Das umfasst die Herausforderung, solche intersektionalen Perspektiven auf Männlichkeit und Behinderung in gesellschaftliche Debatten zu transportieren. Angesichts der Debatte um Jungen als vermeintliche Bildungsverlierer ist nach Marc Thielen “gerade die Sonderpädagogik, die sich in besonderer Weise im Spannungsfeld von Normalität und Abweichung bewegt, zu einer kritischen Distanz gegenüber der aktuellen ‚Verliererdebatte‘ um Jungen aufgefordert.“ (Thielen 2011)

4.4 Männlichkeiten und Migrations-/Rassismusforschung

Zwar sind im deutschsprachigen Raum seit Anfang der 2000er Jahre Interdependenzen von Männlichkeit und Ethnizität Gegenstand der Männlichkeitsforschung, die Auseinandersetzung fand aber einerseits später statt als in klassischen Einwanderungsländern wie den USA oder Großbritannien und befasst sich andererseits mehr mit Fragen der (vermeintlichen) Kulturdifferenz und weniger mit Rassismus. Über die erste Einwanderergeneration von Männern forschten Margret Spohn (2002) und Manuela Westphal (2000). Männlichkeitstheoretische Studien über die zweite Generation der Arbeitsmigranten und Folgegenerationen konzentrieren sich auf das Jugendalter oder auf junge Männer (vgl. bei Spindler 2006; Huxel 2008; Scheibelhofer 2008). Diese Studien grenzen sich klar ab von Veröffentlichungen und Diskursen, die kulturalisierende bzw. ethnisierende Deutungsmuster verwenden, wie beispielsweise Necla Kelek (2006). Ihr zufolge sind türkisch-muslimische Männer „getrieben von archaischen Ehrvorstellungen, die weder Raum für Reflexion und individuelle Moral, noch für Unrechtsbewusstsein lassen (…)“ (Scheibelhofer, 2011: 164). Solche ethnisierenden Männlichkeitsdiskurse lassen jedoch soziale Kontexte der Männlichkeitskonstruktionen außen vor, die hier als unerlässlich für intersektionale Analysen erachtet werden.

Von zentraler Bedeutung für Ungleichheitsverhältnisse im Kontext von Männlichkeit und Ethnizität sind Bildungsbenachteiligungen vieler migrantischer Jungen, die der Bildungsforscher Rainer Geißler mit dem Schlagwort der „Metamorphose der Arbeitertochter zum Migrantensohn“ auf den Punkt brachte (Geißler 2005). Im weiteren Lebensverlauf folgt danach die Schlechterstellung bestimmter Männer mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt (vgl. Färber et. al., 2008; BMFSFJ, 2009).


5. Interdependenzen in der Männlichkeitsforschung

Jetzt werden kurz einzelne Beispiele für Interdependenzen in der Männlichkeitsforschung präsentiert, weil eine umfassendere Bearbeitung von Interdependenzen in der hier gebotenen Kürze kaum möglich ist. Auf diese Weise werden einzelne spezifische Problemkonstellationen vorgestellt, die teilweise auf ganz bestimmte Fragestellungen oder Entwicklungsbedarfe hinweisen.

Als aufschlussreich für intersektionale Männlichkeitsforschung erweist sich vor allem die letzte interdependente Differenzkonstellation im Kontext von Männlichkeit, Ethnizität und sozialer Ungleichheit. Um Männlichkeiten als interdependente Kategorie zu untersuchen, ist dringend der Blick auf sozialstrukturelle Aspekte in Debatten um Männlichkeiten und Ethnizität erforderlich, um dabei nicht der Ethnisierung sozialer Lagen Vorschub zu leisten. Denn in Kontexten, in denen „der Migrationshintergrund als Unterdrückungsform das Geschlecht noch einmal überlagert, muss diese Marginalisierung auch für männliche Migranten gelten. (...) Die Notwendigkeit wird hier besonders deutlich, die Vielfalt von Überkreuzungen (Intersektionen) von Benachteiligungsfaktoren und ihre Auswirkungen auf die Positionierungen des Subjekts in der Gesellschaft systematisch zu betrachten.“ (Spindler 2006: 75).

Und eben solche Wechselwirkungen und Überlagerungen bleiben in ethnisierten Männlichkeitsdiskursen ausgeblendet: „Auf der Basis der kulturalisierenden Fremdkonstruktionen kann über problematische Männlichkeiten der Fremden gesprochen werden, ohne dass damit gleichzeitig normative Männlichkeit und die Privilegien, die damit verbunden sind, ebenfalls ins Rampenlicht rücken. Diese Strategie legitimiert Marginalisierung und immunisiert herrschende Ungleichheitsverhältnisse vor kritischer Reflexion, während ‚türkisch-muslimische Männlichkeit‘ als dekontextualisiertes Problem thematisiert und so regiert werden kann“ (Scheibelhofer 2011: 171 f.).

Daher sind für kritische Analysen im Kontext von Männlichkeit und Ethnizität verschiedenste rassismuskritische Ansätze wie beispielsweise die Critical Whiteness Studies (vgl. z.B. Wollrad 2005) und postkoloniale Ansätze (vgl. Castro Varela/Dhawan 2005) erforderlich, mit denen die Prozesse des Othering und der Fremdzuschreibung als Techniken der Sicherung von Privilegien der Weißen Dominanzgesellschaft identifiziert werden können - auch zur Absicherung hegemonialer Männlichkeiten.

Eine wichtige Herausforderung intersektionaler Männlichkeitsforschung ist verbunden mit Auseinandersetzungen darum, wie einzelne Differenzlinien zu gewichten sind. Denn ich gehe davon aus, dass sich die Frage der Relevanz und Gewichtung einzelner Differenzlinien für intersektionale Männlichkeitsforschung in besonderer Weise stellt und sehr dringend zu klären ist, um beispielweise die erwähnten ethnisierten Männlichkeitsdiskurse zu überwinden (vgl. Mesghena/Tunç 2010).

In einer anderen wichtigen interdependenten Männlichkeitskonfigurationen verbinden sich migrantische und queere Positionierungen: Anhand seiner qualitativen Studie mit schwulen Flüchtlingen aus dem Iran konnte Marc Thielen (2009) u.a. zeigen, dass gute ökonomische Ressourcen Marginalisierungserfahrungen aufgrund der sexuellen Identität und ethnischen Minderheitenzugehörigkeit zumindest kompensieren können. Zülfukar Çetin untersuchte binationale schwule Paare in Berlin und fand in den qualitativen Interviews Erfahrungen von Mehrfachdiskriminierungen, bei denen oft ökonomische und rassistische Ausgrenzungen zusammenwirkten (Çetin 2012). Männliche Identitäten bzw. Ressourcen der Lebensbewältigung können also durch das Zusammenwirken von Homophobie und Rassismus stark belastet werden, worauf auch eine Studie des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) zur Situation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund (LSVD 2010) hinweist: nicht nur gesellschaftliche Diskriminierungseffekte bezogen auf den Migrationshintergrund und die sexuelle Identität wirken zusammen, sondern auch mitunter familiäre Diskriminierungsrisiken können zu großen Problemen für Betroffene führen.

Emanzipationsbewegungen von queeren MigrantInnen bzw. queers of Color kritisieren mehrfach diskriminierende Ungleichheitsverhältnisse. So engagieren sich migrantische Schwule und queers of Color gegen verschiedene Schieflagen öffentlicher Diskurse, in denen es beispielsweise zum Bestandteil des antimuslimischen Mainstreams gehört, migrantische Geschlechterverhältnisse (insbesondere von MuslimInnen) unter Daueranklage der Homophobie zu stellen (vgl. Yılmaz-Günay 2011). Einigen migrantisch wie queer positionierten, politisch Aktiven geht es daher um weit mehr als die Kritik an Rassismus, Homophobie und Sexismus, nämlich darum, „die Dienstbarmachung von Frauen- und Homosexuellenfeindlichkeit bei der rassistischen Neuformierung von Staat, Nation und Gesellschaft in Frage zu stellen“ (Yılmaz-Günay 2011: 11). Auf der anderen Seite solcher Interdependenzen gibt auch die Vielfalt queerer Subjektentwürfe (wie Schwarze Transgender, Colored Queers, transgender MigrantInnen) Anlässe, Binnenverhältnisse in der queeren Szene intersektional zu reflektieren, um Exklusionen zu vermeiden und „plural-queere“ Entwicklungen zu forcieren (vgl. Perko 2005: 126-134; Tuider 2008). Intersektionale Männlichkeitsforschung im hier verstandenen Sinn sollte beide Facetten solcher politischen Aktivitäten aufgreifen und reflektieren.11

Auf (weitere) vorhandene empirische Ergebnisse, die sich zu intersektionaler Männlichkeitsforschung rechnen lassen, kann hier leider nicht eingegangen werden. Abschließend dazu nur so viel: In den großen quantitativen Männerstudien (vgl. Volz/Zulehner 1998 und 2009; Wippermann et. al. 2009) ist die intersektionale Perspektive kaum vorhanden. Jetzt werden die bisher dargestellten Facetten und Fragestellungen der Männlichkeitsforschung im Kontext von Intersektionalität verbunden mit Überlegungen im Feld der Männerpolitik.


6. Intersektionale Gleichstellungs- und Männerpolitiken

Politische Aktivitäten im Kontext von Männlichkeit und Intersektionalität sind bereits mehrfach angeklungen, sie sollen abschließend vorgestellt werden. Dazu wird nun das männerpolitische Dreieck von Michael Messner (1997) mit dem Ansatz der Intersektionalität verbunden. Aufbauend auf die Begriffe der hegemonialen und progressiven Männlichkeiten lassen sich so intersektionale Männerpolitiken skizzieren, die sich mithilfe differenzbasierter und rassismuskritischer Emanzipationsbündnisse verwirklichen lassen.

Messners Dreieck basiert auf einer Problemanalyse eines Raums aus drei Eckpunkten, in dem er männerpolitische Positionierungen bzw. Strömungen einzelner Organisationen aus den USA verortet.

Dreieck Männerpolitik (Messner, 1997, Quelle: Tunç )

1. Kosten von Männlichkeiten (negative Effekte patriarchaler Geschlechterverhältnisse für Männer)

2. Institutionalisierte Privilegien (institutionell verankerte Privilegien von Männer)

3. Differenzen und Ungleichheiten (ungleiche Verteilung von Privilegien und Kosten zwischen verschiedenen Männlichkeiten, abhängig von der Klassenlage, sexuellen Identität oder „race“ bzw. ethnischen Zugehörigkeit) Messner bildet also zunächst eine zweidimensionale Achse in der Geschlechterdifferenz, die dann durch Differenzaspekte entlang der Sexualität, sozialen Lage und ethnischen Zugehörigkeit erweitert und so mehrdimensional darstellbar wird.12 Antifeministische Organisationen lassen sich in der linken unteren Ecke verorten, profeministisch orientierte oben in der Spitze und (migrantische) Schwulen- und Queerorganisationen unten rechts. Reizvoll ist nun die Aufgabe, mithilfe dieser Systematisierung von Messner (1997) zukünftig das gegenwärtige Terrain der Männerpolitiken im deutschsprachigen Raum mit seinen vorhandenen Strömungen zu vermessen. Dazu wäre eine umfassende empirische Erhebung nötig, um zentrale Akteure bzw. Organisationen im Feld der Männerpolitiken sowie ihre Positionen in einer Art Landkarte der Genderpolitiken abzubilden. Dabei sind allerdings über die von Messner genannten Differenzlinien hinaus noch Alter, Dis(Ability) und andere einzubeziehen. Was charakterisiert diese Karte der Männerpolitiken?

Aktuell dominante Ansätze von Männerpolitik sind meiner Einschätzung nach mehrheitlich geleitet von der Interessen- und Klientelpolitik männer- und geschlechterpoltisch aktiver Milieus, Gruppen, Initiativen oder Institutionen (vgl. Lehner/Schnabl 2005), in denen vor allem migrantische, queere und sozial unterprivilegierte Männer (bis auf einzelne Ausnahmen) extrem unterrepräsentiert sind. Hinzu kommt, dass die verschiedenen männerpolitischen Strömungen kaum miteinander vernetzt sind, miteinander konkurrieren oder sogar ablehnend zueinander stehen. Es scheint daher nötig und sinnvoll, dass emanzipative und progressive Kräfte sich mehr in Bündnissen und Koalitionen zusammenschließen. In diesem Sinne ist für den deutschsprachigen Raum Messners „Terrain der progressiven Koalitionsbildung“ ertragreich (Messner, 1997, 100 ff.).

Das „Terrain der progressiven Koalitionsbildung“ im Dreieck Männerpolitik (Messner, 1997, Quelle: Tunç 2012)

Messner verortet das Terrain der progressiven Koalitionsbildung im Zentrum seines männerpolitischen Dreiecks, “occupied by groups who attempt to strike some balance between acknowledging men’s structural power and privilege, the costs of masculinity, and the race, class and gender inequalities among men (and among women). The closer a group’s worldview is to the center of the triad, the more complex – even contradictory – its internal debates about the social structure of power, inequality, and oppression are likely to be. As a result, these groups have a far more difficult task developing coherent and focused strategies for action” (Messner, 1997, 100.). Sein Konzept wurde bisher im deutschsprachigen Raum meines Wissens nicht aufgegriffen oder für (intersektionale) Männerpolitiken konkretisiert. Messners Feld der progressiven Koalitionsbildung bietet vielfältige Möglichkeiten, intersektionale Männerpolitiken zu reflektieren und zu gestalten. Idealtypisch sollten sich im Zentrum des männerpolitischen Dreiecks auch Organisationen verorten, die Männlichkeiten interdependent im Zusammenhang mit Sexualität, sozialer Ungleichheit, (Dis)Ability und ethnisch-kulturellen Zugehörigkeit und Alter thematisieren und bearbeiten. Was könnte zum Erfolg solcher intersektionaler männerpolitischer Bündnisse (auch im Sinne Messners) beitragen? Diversitätsbewusste Männerpolitiken brauchen menschenrechtlich fundierte Visionen von Gerechtigkeit im Sinne umfassender intersektionaler Gleichstellungspolitiken, die es noch zu entwickeln gilt. Es scheint daher sinnvoll und geboten, starke Emanzipationsbündnisse von solchen Menschen und Organisationen zu etablieren, die sich für die Akzeptanz von Diversität stark machen und Visionen intersektionaler Gleichstellungspolitiken entwerfen, auch als männlich(keitspolitisch)e Perspektiven gegen Rassismus, (Hetero)Sexismus, Klassismus und andere Ungleichheitsverhältnisse.13 Angelehnt an Reflexionen schwieriger intersektionaler Bündnispolitiken im Feminismus (vgl. Wollrad 2005) sollten sich Akteure in Koalitionsbildungen intersektionaler Männerpolitik kritisch mit Macht- und Privilegstrukturen befassen, die nicht nur gesellschaftlich sondern auch in den eigenen Strukturen verankert sein können bzw. sind. Die Reflexion solcher Fragen ist dringend erforderlich, weil sich Machtformen jenseits der Geschlechterdifferenz wie Heteronormativität, Klassenprivilegien und weiße Dominanzkultur (auch in Bündnissen) mehr festschreiben als transformieren würden (vgl. Rowe, 2011; vgl. auch vertiefend Mesghena/Tunç 2010 und Tunç 2012).

Mit Messners Systematik können zwar Differenzen verschiedener Männerpolitiken reflektiert werden, um daran anschließend intersektionale Bündnispolitiken zu konkretisieren. Und unverkennbar bietet auch sich die große Chance, solche unterschiedlichen Politiken männlichkeitstheoretisch u.a. als interdependente Konstellationen zwischen progressiven und hegemonialen Männlichkeiten verständlich zu machen. Denn die beiden Eckpunkte von Messners Dreieck bzgl. der Kosten und Privilegien von Männlichkeiten sind eng verbunden mit den oben diskutierten männlichen Deutungsmustern, d.h. mit progressiven und hegemonialen Männlichkeiten. Aber auch bei Messner sind (wie schon beim Begriff der marginalisierten Männlichkeit bei Connell) alle intersektionalen Differenzen in einem Punkt des Dreiecks vereint (unten rechts), so dass sich somit ineinander greifende Wechselwirkungen in Männerpolitiken nicht mehr intersektional reflektieren und gestalten lassen. Mithilfe des männerpolitischen Dreiecks von Michael Messner (1997) wurde eine Vision intersektionaler Gleichstellungs- und Männerpolitiken vorgeschlagen, die große Herausforderungen insbesondere für intersektionale Männlichkeitsforschung bedeutet.


7. Schluss

Die Ausführungen dieses Beitrags haben deutlich gemacht, dass zukünftig die Wechselverhältnisse zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik im Kontext von Männlichkeit und Intersektionalität noch stärker auszuleuchten sind. Keinesfalls sollten sich akademischen und praxisbezogene wie politische Diskurse voneinander abkoppeln. Im Gegenteil, zur Weiterentwicklung intersektionaler Männlichkeitsforschung und –politik sollte der Theorie-Praxis-Transfer deutlich ausgebaut werden. Das Plädoyer für das Deutungsmuster progressiver Männlichkeit trägt dem Rechnung, denn es ist auch Ausdruck von Impulsen vorhandener Ressourcen aus Praxis und Politik in Richtung Wissenschaft und Theoriebildung, die zur Weiterentwicklung intersektionaler Männlichkeitsforschung unerlässlich sind.

Mitunter waren die Ausführungen nicht immer ausgewogen hinsichtlich der doppelten Relationalität hegemonialer Männlichkeit: Beziehungen zu Weiblichkeiten in Geschlechterverhältnissen wurden weniger beleuchtet und dafür wurde stark auf Binnenrelation zwischen Männern fokussiert. Das Thema wird innerhalb intersektionaler Männlichkeitsforschung noch zu diskutieren sein. Für zukünftige Debatten solch kritischer Fragestellungen wäre es hilfreich, wenn feministische Intersektionalitätspolitiken und intersektionaler Männlichkeitsforschung in engerem Austausch wären. Für die produktive Weiterentwicklung der intersektionalen Programmatik in der Geschlechterforschung sollten AkteurInnen der Frauen- und Männlichkeitsforschung wie -politik daher enger kooperieren und gemeinsam Analysen und Konzepte diskutieren und erstellen, um die Herausforderungen des neuen Paradigmas der Intersektionalität gemeinsam zu bearbeiten sowie seine vorhandene Potentiale besser auszuschöpfen.

Ganz am Schluss soll aber ein wichtiger Punkt betont werden: Wenn in nächster Zeit nicht Fragen und Probleme wie die hier aufgeworfenen breiter diskutiert und angegangen werden, wird sich intersektionale Männlichkeitsforschung und –politik nur langsam entfalten. Das hätte aber zur Konsequenz, dass auch die Gleichstellung von Frauen und Männern gebremst bzw. nicht voll verwirklicht werden könnte, wenn vorhandene feministische Intersektionalitätspolitiken nicht durch eine zweite Säule intersektionaler Männlichkeitsforschung und -politik ergänzt werden (vgl. Mesghena/Tunç 2010).

 

Anmerkungen

* Teile dieses Textes sind eine gekürzte und überarbeitete Fassung von Tunç (2012).

  1. Zur Männerverständigungsliteratur lassen sich u.a. Bücher zählen wie „Männer lassen lieben“ (Wieck 1987), „Eisenhans“ (Bly 1991) und „Feuer im Bauch“ (Keen 1992). Detailliert analysiert Michael Meuser die Männerverständigungsliteratur (1998: 156-173).
  2. Verwiesen wird hier beispielhaft auf die Beiträge zur intersektionalen Männlichkeitsforschung von Katrin Huxel (2008), Susanne Spindler (2006), Paul Scheibelhofer (2011) und Michael Tunç (2008 und 2010), die im Kontext von Gender und Ethnizität verortet sind.
  3. Auf die Darstellung der letzten Relationsform hegemonialer Männlichkeiten, der komplizenhaften Männlichkeit, wird hier verzichtet (siehe Connell 1999: 100 f.).
  4. Für die Ausweitung von relevanten Differenzlinien darüber hinaus sei verwiesen auf Leiprecht/Lutz (2005), die 15 Differenzlinien nennen (vgl. dazu Leiprecht/Lutz 2005: 219 ff.).
  5. Selbstverständlich gibt es auch privilegierte (weiße mehrheitsdeutsche, christliche, heterosexuelle, mittelschichtangehörige usw.) Männer, die männerpolitisch progressiv aktiv sind. Sie stehen aber hier im Kontext von Intersektionalität weniger im Fokus der Betrachtung (vgl. zu emanzipatorischer Männerpolitik allgemein Theunert 2012).
  6. In das Begriffssystem eingeschlossen sind auch Connells andere Begriffe der untergeordneten, marginalisierten, komplizenhaften und Protest-Männlichkeiten (Connell 1999 – s.o.).
  7. Zur Vertiefung wird verwiesen auf Tunç (2012).
  8. Für den Begriff der progressiven und den der hegemonialen Männlichkeiten gilt gleichermaßen, dass sie nicht als Beschreibung von (Geschlechts-)Identität missverstanden werden dürfen: „Hegemoniale Maskulinität ist keine feste Charaktereigenschaft, sondern kulturelles Ideal, Orientierungsmuster, das dem doing masculinity der meisten Männer zugrunde liegt“ (Meuser 1998: 98). Beide sind als je ein Konstruktionsmodus (vgl. Scholz 2004: 46 f.) bzw. als kulturelles Deutungsmuster von Männlichkeit zu begreifen (vgl. Meuser 1998).
  9. Leider ist der kurze Überblick nicht vollständig, so dass weitere relevante Differenzlinien (wie z.B. Alter) fehlen.
  10. Vereinfachend wird hier fast durchgängig der Begriff Klasse verwendet, denn eine Aufarbeitung der theoretischen Debatten und alternativen Begriffe der Sozialstrukturforschung (vgl. unter anderem Knapp 2005) kann an dieser Stelle nicht geleistet werden.
  11. Vgl. die Initiativen wie z.B. GLADT e.V. (http://www.gladt.de), Decolonize queer (http://www.decolonizequeer.org) und SUSPECT (http://nohomonationalism.blogspot.com), siehe bei Yılmaz-Günay (2011).
  12. Siehe zur Vertiefung: Döge (1999)
  13. Intersektionale Männerpolitiken müssen sich daher auch kritisch mit Antifeministen und Männerrechtlern (vgl. Rosenbrock 2012) und den dort teilweise vorhandenen Ideologien der Ungleichwertigkeit auseinandersetzen. Sie sollten auch dazu beitragen, sich grundsätzlich für die Akzeptanz von Heterogenität und Vielfalt einzusetzen (vgl. Tunç 2012).

 

Zum Autor

Michael Tunç ist Diplom-Sozialpädagoge arbeitet an einem Dissertationsprojekt an der Universität Wuppertal, in dem erzählte Lebensgeschichten von Vätern der zweiten Generation türkischer Immigranten untersucht werden (mit Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung). Von 1999 bis 2004 arbeitete Michael Tunç im Forschungsschwerpunkt interkulturelle Kompetenz der Fachhochschule Köln. Er war Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Rollenverständnis von Frauen und Männern mit Zuwanderungsgeschichte“, das im Auftrag des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von November 2008 bis Juni 2009 durchgeführt wurde (vgl. Farrokhzad et. al. 2011). Für die Sensibilisierung im Themenfeld Männlichkeiten und Diversität bzw. Intersektionalität sowie die Entwicklung interkultureller Männer- und Väterarbeit engagiert er sich im Väter-Experten-Netz Deutschland e.V. (http://www.vend-ev.de) und als stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Verein „Väter in Köln“ e.V. (http://www.kölnerväter.de). Michael Tunç ist auch Mitglied im Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung (http://aim-gender.ruendal.de) und in der Fachgesellschaft Geschlechterstudien/Gender Studies Association (http://www.fg-gender.de) Er initiierte 2010 die Gründung des bundesweiten Netzwerks Männlichkeiten, Migration und Mehrfachzugehörigkeit (i.Gr.) und arbeitet aktuell als Sprecher der Steuerungsgruppe mit daran dieses Netzwerk zu institutionalisieren, das bereits Mitglied ist im „Bundesforum Männer - Interessenverband für Jungen, Männer und Väter“, (http://www.bundesforum-maenner.de). Kontakt: eMail: post@michael-tunc.de Internet: www.michael-tunc.de

 

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Wippermann, Carsten/Calmbach, Marc/Wippermann, Katja (2009): Männer: Rolle vorwärts, Rolle rückwärts. Identitäten und Verhalten von traditionellen, modernen und postmodernen Männern. Opladen/Farmington Hills: Baraba Budrich.

Wollrad, Eske (2005). Weißsein im Widerspruch. Feministische Perspektiven auf Rassismus, Kultur und Religion. Königstein/Taunus.

Yılmaz-Günay, Koray (Hrsg.) (2012): Karriere eines konstruierten Gegensatzes. Zehn Jahre „Muslime versus Schwule.“ Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001. Berlin: Eigenverlag.

Zulehner, Paul M./Volz, Rainer (1998): Männer im Aufbruch. Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie Frauen sie sehen. Ostfildern. Schwabenverlag.

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