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Aktuelles


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Zeit: 28.5.-2.6.2021

Ort: digital

Anmeldeschluss: 21.5.2021

Unser Alltag, unser systemisches Arbeiten ist ein beständiger Fluss von Beobachtungen und Unterscheidungen. Im Kontext der bürgerlichen Familie sind seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Unterscheidungen von weiblich/männlich, heterosexuell/homosexuell, cis/trans* besonders bedeutungsvoll und wirkmächtig geworden.
Aus Unterscheidungen wurden Begriffe, aus Begriffen wurden Zuschreibungen, aus Zuschreibungen wurden Identitäten. Identitäten wiederum markieren die Grenzen von Inklusion/Exklusion, von Privilegierung/De-Privilegierung.
Wir finden uns wieder in „unserer“ Identitäts-Box – wissen wir noch, ob wir diesen Ort der Zugehörigkeit selbst gewählt haben, oder ob wir einer gesellschaftlichen Zuschreibung, einem gesellschaftlichen Zwang gefolgt sind?
Geschlechter, ebenso wie sexuelle und geschlechtliche Identitäten sind einerseits alltägliche, wenn auch oft unsichtbare sozialwissenschaftlich messbare Wirklichkeiten. Andererseits assoziieren sie anziehende und abschreckende innere Bilder des Anderen und Fremden.
Fragen um die Anerkennung marginalisierter Gruppen stehen gerade in jüngster Zeit wieder stark im Fokus des öffentlichen Interesses. Die Verhandlung von Geschlecht, insbesondere queerer Lebenspraxen dringt von akademischen Zirkeln über verfassungsrechtliche Entscheidungen und die Gesetzgebung zur Ehe für Alle oder zum Personenstandsrecht ins gesamtgesellschaftliche Normen- und Wertegefüge ebenso ein, wie in den Alltag sozialer
Institutionen und systemischer Praxis.
Auch wenn systemische Fachleute der Prämisse der „Perspektivenvielfalt“ verpflichtet sind, beobachten wir, dass das Themenfeld Sex and Gender auf der einen Seite zu Interesse, Bewunderung und sozialem Engagement und auf der anderen Seite zu Unbehagen, Distanzierungen
und Abwertungen einlädt.
Gemeinsam wollen wir uns auf der Basis unserer Lebensgeschichten und unserer systemischen Professionalität öffnen für hilfreiche Fragen – egal, woher wir kommen:

  • Wie können wir unseren eigenen diskriminierenden Mindsets in Bezug auf Sex, Gender, Befähigungen, Herkünfte etc. auf die Spur kommen?Wie steht es um die Durchlässigkeit der Grenzen zwischen den Unterscheidungen, die unseren Beobachtungen folgen?
  • Wozu ist es gut, unsere dominierenden Denk- und Glaubenssätze in Frage zu stellen?
  • Wie bringen wir uns selbst in die Lage, Menschen sowohl differenzsensibel als auch differenzkritisch zu begegnen?
  • Wie können wir einen intersektionalen Blick schulen, der uns hilft, in unserer systemischen Praxis sensibler für Mehrfachdiskriminierungen zu werden?
  • Was ermöglicht es uns, Geschlechter und Identitäten als soziale Konstruktionen zu begreifen, die uns freier machen dafür, miteinander anschlussfähig zu bleiben?
  • Was brauchen systemische Berater*innen, Therapeut*innen, Coaches und Supervisor*innen, heute, um Menschen bei ihrer sexuellen und geschlechtlichen Emanzipation zu unterstützen?
  • Wie können unsere eigenen Positionierungen hilfreich werden für das Joining mit unseren Adressat*innen?

Wir wünschen uns einen Fachtag, an dem wir achtsam und empowernd zusammenarbeiten, respektvoll mit Grenzen umgehen, Diskriminierungen sensibel erkennen, als solche benennen und systemisch verändern lernen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.


Zeit: 19. Mai bis 20. April 2021

Ort: digital

Eine Online-Veranstaltungsreihe zu digitaler, barrierefreier und intersektionaler Kulturarbeit

Was sind eigentlich Barrieren – und wen betreffen sie? Welche Barriere gibt es online, welche bei Präsenzveranstaltungen? Und wie können wir sie abbauen? Live dabei barrierefrei! ist eine Online-Veranstaltungsreihe, die die Grenzen und Chancen digitaler Veranstaltungsformate erkundet. Die Veranstaltungen richten sich an alle interessierten Kulturschaffenden, die ihre Online-Veranstaltungen partizipativer gestalten, Barrieren in ihren eigenen Arbeitsprozessen abbauen wollen oder die andere in diesen Vorhaben unterstützen wollen.

Was sind Barrieren? Eine Treppe kann für eine Person, die im Rollstuhl sitzt, eine Barriere sein. Aber auch ein verschachtelter Satzbau kann eine Barriere sein, die Menschen von der Teilhabe ausschließt. Barrieren verstehen wir also als etwas, das Menschen an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben behindert. Barrierefreiheit verstehen wir als Möglichkeit aller zur Teilhabe an allen Lebensbereichen. Dieser umfassende Zugang ist leider nicht gegeben, auch nicht im Bereich der Künste. Sowohl bei der Rezeption als auch bei der Produktion von beispielsweise einem Theaterstück gibt es sehr viele verschiedene Barrieren.

Um Barrieren abzubauen, müssen wir sie zunächst erkennen lernen. Verschiedene Menschen sind von verschiedenen Barrieren betroffen. Für eine Person, die nicht oder schlecht sehen kann, bestehen andere Barrieren als für eine Person, die auf Grund ihres Erscheinungsbildes, ihrer sozialen Herkunft, Hautfarbe oder Geschlechtsidentät abgewertet und ausgegrenzt wird. Der Ausschluss von Personen oder Personengruppen aus bestimmten gesellschaftlichen Lebensbereichen ist Diskriminierung. Manchmal fallen auch mehrere Diskriminierungen zusammen. Das Zusammendenken verschiedener Diskriminierungsformen nennen wir Intersektionalität. Nicht alle Menschen sind gleich stark von Barrieren betroffen. Keine oder kaum Barrieren zu kennen bedeutet, privilegiert zu sein.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Programm des Festivals.

 

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Zeit: Donnerstag, 20. Mai 2021 von 18:00 bis 19:30 Uhr

Ort: digital

Asha Rajashekhar ist mit indischen Wurzeln in Berlin geboren. Mit ihrer Taubheit ist sie bilingual - Deutsche Gebärdensprache und Deutsche Schriftsprache - aufgewachsen. Sie arbeitet als Lehrerin und interkulturelle Koordinatorin an der Elbschule Hamburg sowie als Beauftragte für Schule beim Gehörlosenverband Hamburg e.V. In ihrem Vortrag thematisiert sie Rassismus in der Gebärdensprachgemeinschaft: Welche Rassismuserfahrungen machen Taube Menschen in ihrem Alltag?

Nach dem Vortrag hält Prof. Dr. Cinur Ghaderi, Professorin im Lehrgebiet Psychologie an der Evangelischen Hochschule RWL in Bochum, ein kurzes Statement.

Der Vortrag von Asha Rajashekhar findet in deutscher Gebärdensprache statt und wird in die deutsche Lautsprache übersetzt. Die gesamte Veranstaltung wird von Dolmetscherinnen für Deutsch/Deutsche Gebärdensprache übersetzt sowie von Schriftdolmetscherinnen begleitet.

Der Vortrag kann auf der Plattform „Zoom“ nach fristgerechter Registrierung live verfolgt werden und wird leicht zeitverzögert über YouTube gestreamt. Falls Sie Gebärdensprache oder Schriftdolmetschung benötigen, ist eine Teilnahme am Vortrag über Zoom zu empfehlen. Melden Sie den Dolmetschbedarf bitte bei Jens Koller unter koller@evh-bochum.de an.

Anmeldung bis zum 18.05.2021, 12 Uhr

Der Vortrag wird live über YouTube gestreamt.

Für weitere Fragen steht Ihnen Sinem Malgac unter der E-Mail-Adresse malgac@evh-bochum.de zur Verfügung.

Veranstaltungsleitung:

Transfernetzwerk Soziale Innovation (s_inn)
Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS)


Seit den Black Lives Matter Protesten im vergangenen Jahr wird in den USA, auch angesichts vereinzelter Angriffe auf jüdische Geschäfte und Synagogen, erneut über das Verhältnis von Schwarzen und Juden*Jüdinnen diskutiert. Historisch war dieses von Solidarität wie von Konflikten geprägt. Der Vortrag behandelt einige zentrale historische Phasen, wie etwa die gemeinsamen Kämpfe in der Bürgerrechtsbewegung oder das Entstehen eines antizionistischen schwarzen Nationalismus. Er fragt, ob es tatsächlich einen spezifischen black antisemitism gibt und diskutiert die Rolle von whiteness für existente Spannungen zwischen den Communities. Schließlich beleuchtet er aktuelle Kooperationen angesichts von Trump-Administration und militanter rechter Mobilisierungen und fragt, welche Implikationen die US-Geschichte für antirassistische und anti-antisemitische Bewegungen in Deutschland haben könnte.

Dr. Sina Arnold ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Von ihr sind u.a. erschienen Das unsichtbare Vorurteil. Antisemitismusdiskurse in der US-Linken nach 9/11 und, gemeinsam mit Olaf Kistenmacher, Der Fall Ethel und Julius Rosenberg. Antikommunismus, Antisemitismus und Sexismus in den USA zu Beginn des Kalten Krieges.

Zur Anmeldung klicken Sie hier.


Vortrag im Rahmen des Fachforums "Macht und Geschlecht" der BAG Mädchen*politik, der BAG Jungen*arbeit und des Projekts "Mein Testgelände"

Datum und Uhrzeit: 4.5.2021, 09:45h bis 10:30h

Ort: digital

In dem Vortrag wird in die oft vergessene Diskriminierungsform Klassismus eingeführt und aufgezeigt, warum wir in der Geschlechterpädagogik über Klassismus sprechen müssen. Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund von Klassenherkunft oder Klassenzugehörigkeit und begrenzt den Zugang zu Wohnraum, Bildungsabschlüssen, Gesundheitsversorgung, Macht, Teilhabe, Anerkennung und Geld. Auch in der Geschlechterpädagogik existieren Klassenunterschiede und Diskriminierungen aufgrund von Armut. Umso wichtiger ist es diese Form der Diskriminierung zu erkennen und sich ihr entgegen zu stellen.

Referent*in: Francis Seeck ist Geschlechterforscher*in und Kulturanthropolog*in und arbeitet zu den Themen Klassismus, Sorgearbeit und geschlechtliche Vielfalt. Seit September 2020 ist Francis Seeck Vertretungsprofessor_in für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg. Seit 2009 ist Francis Seek in der Politischen Bildung und Antidiskriminierungsarbeit tätig. Im Oktober 2020 erschien der Sammelband „Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren,umverteilen”, herausgegeben von Francis Seeck und Brigitte Theißl bei Unrast.

Zur Anmeldung klicken Sie hier.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 


Neue Literatur

Coffey, Judith/Laumann, Vivien: Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen. Verbrecher Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Bomy, Charlotte/Wegener, Lisa (Hrsg.): Surf durch undefiniertes Gelände. Internationale queere Dramatik, Neofelis Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Christina Lammer: Erinnerung und Identität. Literarische Konstruktionen in Doeschka Meijsings Prosa. Transkript: Bielefeld 2020.

Fernandez, Elsa: Fragmente über das Überleben. Romni Geschichte und Gadje-Rassismus. Unrast Verlag: Münster 2020.

hooks, bell: Die Bedeutung von Klasse. Warum die Verhältnisse nicht auf Rassismus und Sexismus zu reduzieren sind. Unrast Verlag: Münster 2020.

Sweetapple, Christopher/ Voß, Heinz-Jürgen/ Wolter, Salih Alexander:
Intersektionalität. Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft? Stuttgart 2020.

Kelly, Natasha A.: Schwarzer Feminismus, Unrast Verlag: Münster 2019.

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina/ Libuda-Köster, Astrid: Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Projektverlag: Bochum/Freiburg 2018

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


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