Das Portal Intersektionalität bietet Forscher_innen und Praktiker_innen, welche sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen, eine virtuelle Plattform. Es dient damit der Information, Kooperation und Vernetzung sowie der vitalen Weiterentwicklung in Forschung, Lehre und Praxis. Das Portal fördert... Mehr

Aktuelles


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Seit den Black Lives Matter Protesten im vergangenen Jahr wird in den USA, auch angesichts vereinzelter Angriffe auf jüdische Geschäfte und Synagogen, erneut über das Verhältnis von Schwarzen und Juden*Jüdinnen diskutiert. Historisch war dieses von Solidarität wie von Konflikten geprägt. Der Vortrag behandelt einige zentrale historische Phasen, wie etwa die gemeinsamen Kämpfe in der Bürgerrechtsbewegung oder das Entstehen eines antizionistischen schwarzen Nationalismus. Er fragt, ob es tatsächlich einen spezifischen black antisemitism gibt und diskutiert die Rolle von whiteness für existente Spannungen zwischen den Communities. Schließlich beleuchtet er aktuelle Kooperationen angesichts von Trump-Administration und militanter rechter Mobilisierungen und fragt, welche Implikationen die US-Geschichte für antirassistische und anti-antisemitische Bewegungen in Deutschland haben könnte.

Dr. Sina Arnold ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Von ihr sind u.a. erschienen Das unsichtbare Vorurteil. Antisemitismusdiskurse in der US-Linken nach 9/11 und, gemeinsam mit Olaf Kistenmacher, Der Fall Ethel und Julius Rosenberg. Antikommunismus, Antisemitismus und Sexismus in den USA zu Beginn des Kalten Krieges.

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Vortrag im Rahmen des Fachforums "Macht und Geschlecht" der BAG Mädchen*politik, der BAG Jungen*arbeit und des Projekts "Mein Testgelände"

Datum und Uhrzeit: 4.5.2021, 09:45h bis 10:30h

Ort: digital

In dem Vortrag wird in die oft vergessene Diskriminierungsform Klassismus eingeführt und aufgezeigt, warum wir in der Geschlechterpädagogik über Klassismus sprechen müssen. Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund von Klassenherkunft oder Klassenzugehörigkeit und begrenzt den Zugang zu Wohnraum, Bildungsabschlüssen, Gesundheitsversorgung, Macht, Teilhabe, Anerkennung und Geld. Auch in der Geschlechterpädagogik existieren Klassenunterschiede und Diskriminierungen aufgrund von Armut. Umso wichtiger ist es diese Form der Diskriminierung zu erkennen und sich ihr entgegen zu stellen.

Referent*in: Francis Seeck ist Geschlechterforscher*in und Kulturanthropolog*in und arbeitet zu den Themen Klassismus, Sorgearbeit und geschlechtliche Vielfalt. Seit September 2020 ist Francis Seeck Vertretungsprofessor_in für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg. Seit 2009 ist Francis Seek in der Politischen Bildung und Antidiskriminierungsarbeit tätig. Im Oktober 2020 erschien der Sammelband „Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren,umverteilen”, herausgegeben von Francis Seeck und Brigitte Theißl bei Unrast.

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In einem hybriden Werk aus Lyrik und Bildern beschreibt Claudia Rankine in Citizen: An American Lyric (2015) Schwarze Trauer und das Trauma kontinuierlicher Erfahrung rassistischer Unterdrückung. Im Mittelpunkt steht die Darstellung von Wut. In meinem Vortrag diskutiere ich die Bedeutung von emotionaler Kontrolle und Reglementierung für die Aufrechterhaltung hierarchischer Gesellschaftsordnungen. Dabei baue ich auf die wegweisenden Arbeiten von Schwarzen Feministinnen und Feministinnen of Color auf: Audre Lorde, Patricia Hill Collins, bell hooks, Britney Cooper, Sara Ahmed, Rebecca Chemaly und Bettina Judd. Ihre Interventionen rehabilitieren die transformative Kraft der „angry Black woman“ und erkennen in Schwarzer Wut ein Werkzeug zur kritischen Auseinandersetzung mit Rassismus

Anne Potjans lehrt amerikanische Literatur und Kultur am Institut für Anglistik und Amerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrer Doktorarbeit untersucht sie die Darstellung von Wut und dem Abjekten in Schwarzer feministischer Literatur. Sie hat eingehend zu diasporischen Verbindungen zwischen afroamerikanischer und afrodeutscher feministischer Literatur in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geforscht. Ein Forschungsaufenthalt führte sie im WS 2019/20 an die University of Washington in Seattle.

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Veranstaltt durch GeStu_S und GeStiK

Das Phänomen von stark oppositionierenden soziopolitischen und soziokulturellen Kräften lässt sich vielerorts beobachten. Eine sich scheinbar immer schneller verändernde Lebenswirklichkeit und ein Alltag, der durch die Covid-19 Pandemie noch einmal mehr als dauerhafter Ausnahmezustand erlebt wird, fordert die Routinen und Gewohnheiten heraus. Intersektionale und queer-feministische Interventionen haben zwar Erfolge zu verzeichnen, gleichzeitig wird aber der Ruf nach traditionellen Ordnungskategorien und klaren Grenzziehungen lauter: Die Kernfamilie wird als Gegenentwurf zu nicht-cis/-heterosexuellen Lebensentwürfen verteidigt, Abtreibungsgesetzgebungen werden verschärft, die „Festung Europa“ verstärkt die Grenzsicherung, das Verbot von Gender Studies als wissenschaftliche Disziplin wird diskutiert und vollzogen, rassistisch motivierte Gewaltakte nehmen zu. Die Ringvorlesung will diese Spannungsfelder aufgreifen, queere/queerende Perspektiven in Theorie und Praxis s ichtbar machen und Möglichkeiten von Entfaltungen, die nicht auf Spaltungen angelegt sind, diskutieren.

Die Ringvorlesung im SoSe 2021 ist eine Kooperation zwischen GeStu_S, dem Zentrum für Gender Studies an der Universität Siegen, Queery: Queery/ing Popular Culture und GeStiK, dem Zentrum für Gender Studies an der Universität zu Köln.

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Datum und Uhrzeit: 4. 5.2021, 18:00 Uhr

Ort: digital

Jüdinnen*Juden bleiben im intersektionalen, feministischen Aktivismus oft unsichtbar. Obwohl Antisemitismus ein globales und intersektionales Problem ist, werden jüdische Perspektiven in feministischer und antirassistischer Arbeit meist ausgeblendet. Intersektionaler Aktivismus schafft es regelmäßig nicht, Antisemitismuskritik erfolgreich einzubeziehen. Teilweise werden antisemitische Haltungen sogar reproduziert. Woran liegt dieser Ausschluss von jüdischen Perspektiven? In unserem Vortrag wollen wir dieser Frage nachgehen. Außerdem wollen wir besprechen, inwieweit intersektionaler Feminismus dazu geeignet ist, gegen Antisemitismus vorzugehen.

Jüdisch & Intersektional — Initiative für kritische Bildungsarbeit wurde von Ina Holev und Miriam Yosef konzipiert, um am Schnittpunkt von jüdischem Erfahrungswissen, kritischen akademischen Diskursen und aktivistischer Praxis zu agieren. Ziel von Jüdisch & Intersektional ist es, mit Workshops, Vorträgen und Beratungsangeboten für Antisemitismus zu sensibilisieren und Jüdinnen*Juden in feministischen Kontexten Sichtbarkeit zu verleihen und zu empowern.

Ina Holev schreibt und spricht als freie Journalistin, Autorin und Medienkulturwissenschaftlerin über Feminismus, Digitales, Repräsentationsfragen und jüdische Lebensrealitäten.

Miriam Yosef promoviert und forscht zum Thema Menschenrecht & intersektionaler Gerechtigkeit und ist aktuell Research Fellow bei ELES. Als freie Bildungs- und Kulturvermittlerin, Kuratorin und Autorin ist Miriam Yosef mit einem Fokus auf Machtkritik und Empowerment tätig.

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Neue Literatur

Bomy, Charlotte/Wegener, Lisa (Hrsg.): Surf durch undefiniertes Gelände. Internationale queere Dramatik, Neofelis Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Christina Lammer: Erinnerung und Identität. Literarische Konstruktionen in Doeschka Meijsings Prosa. Transkript: Bielefeld 2020.

Fernandez, Elsa: Fragmente über das Überleben. Romni Geschichte und Gadje-Rassismus. Unrast Verlag: Münster 2020.

hooks, bell: Die Bedeutung von Klasse. Warum die Verhältnisse nicht auf Rassismus und Sexismus zu reduzieren sind. Unrast Verlag: Münster 2020.

Sweetapple, Christopher/ Voß, Heinz-Jürgen/ Wolter, Salih Alexander:
Intersektionalität. Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft? Stuttgart 2020.

Kelly, Natasha A.: Schwarzer Feminismus, Unrast Verlag: Münster 2019.

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina/ Libuda-Köster, Astrid: Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Projektverlag: Bochum/Freiburg 2018

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


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