Das Portal Intersektionalität bietet Forschenden, Lehrenden und Praktiker_innen, die sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen, eine digitale Plattform. Es dient damit der Information, Kooperation und Vernetzung sowie der vitalen Weiterentwicklung in Forschung, Lehre und Praxis. Das Portal fördert... Mehr

Aktuelles


Bitte senden Sie die Beiträge bis zum 30.4.2014 an:

Herausgeberinnen:

Ricarda Drüeke (ricarda.drueeke[at]sbg.ac.at), Elisabeth Klaus (elisabeth.klaus[at]sbg.ac.at) und Martina Thiele (martina.thiele[at]sbg.ac.at), Universität Salzburg,
Fachbereich Kommunikationswissenschaft, Rudolfskai 42, 5020 Salzburg

In der Medien- und Kommunikationswissenschaft, insbesondere der kommunikationswissenschaftlichen Geschlechterforschung, ist die intersektionale Perspektive zwar schon seit längerem bekannt, die Zahl theoretischer Beiträge sowie empirischer Studien, die tatsächlich einen intersektionalen Ansatz verfolgen, bleibt indes überschaubar. Für die Medien- und Kommunikationswissenschaft bietet das Konzept der Intersektionalität jedoch gewinnbringende Perspektiven; beispielsweise für die Analyse von Mediendiskursen und Repräsentationspolitiken und den dadurch vorgenommenen Ein- und Ausschlüssen. Auch Produktions- und Konsumptionsprozesse lassen sich hinsichtlich der ihnen eingeschriebenen Machtverhältnisse befragen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Konzept Intersektionalität erwarten wir theoretische wie auch empirische Beiträge, die kommunikations- und medienwissenschaftliche Fragestellungen aus einer intersektionalen Perspektive behandeln bzw. die Intersektionalitätsforschung aus Sicht der Kommunikations- und Medienwissenschaft weiterentwickeln, also etwa auf folgende Fragen eingehen:

  • Wie lassen sich Wechselwirkungen von Differenzkategorien auf verschiedenen Untersuchungsebenen erfassen? Wie können auf der Makro- und Mesoebene Medien und ihre Organisationszusammenhänge berücksichtigt werden, auf der Mikroebene Prozesse der Kommunikation und Repräsentation?

  • Versprechen neben Inhalts- und Diskursanalysen andere Methoden neue Erkenntnisse bzw. welche Methodentriangulation ist sinnvoll?

  • Kann die Intersektionalitätsforschung an ältere Repräsentationsstudien zum Frauen- bzw. Männerbild in den Medien anknüpfen?

  • Leistet Intersektionalität nicht einer Re-Ontologisierung von Ungleichheitskategorien Vorschub? Oder ermöglicht sie einen Rückbezug auf die Bedeutung von Medien und Kommunikation für gesellschaftliche Inklusions- und Exklusionsprozesse?

  • In welchem Verhältnis steht intersektionale Forschung zu Diversity Management und Diversity Marketing?

  • Welche Kategorien sind für die Analyse welcher kommunikationswissenschaftlichen Themenfelder besonders relevant?

Von Interesse sind insbesondere auch empirische Arbeiten auf der Produktions-, Text- oder Rezeptionsebene. Mögliche Forschungsfragen etwa sind:

  • Inwiefern fungieren Mainstream-Medien als Normalisierungsagenten für eine weiße Mittelschicht?

  • Welcher Stellenwert kommt intersektionalen Ansätzen in der Ausbildung von Kommunikator_innen zu?

  • Welche Inklusions- und Exklusionsprozesse sind mit dem Internet verbunden?

  • Welche Rolle spielen intersektionale Ansätze in den Visual Studies?

  • Welche medienrechtlichen und -ethischen Fragen werfen intersektionale Perspektiven auf? Wie etwa lassen sich diskriminierende Berichterstattung oder stereotype Werbung vermeiden? Inwiefern kann Diversität als Qualitätsmerkmal von Medienprodukten gelten?

Mehr Informationen >>

 


Literatur

Biele Mefebeu, Astrid / Bührmann, Andrea / Grenz, Sabine (Hrsg) (2022): Handbuch Intersektionalitätsforschung. Wiesbaden: Springer.

Möller, Lara / Lange, Dirk (2022): Intersektionalität in der Politischen Bildung: Entangled Citizens. Wiesbaden: Springer.

Bak, Raphael / Machold, Claudia (2022): Kindheit und Kindheitsforschung intersektional denken. Wiesbaden: Springer.

Budde, Jürgen / Blasse, Nina / Rißler, Georg (2020): Zur Relation von Intersektionalitäts- und Inklusionsforschung in der Erziehungswissenschaft. In: GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft 12, H. 3, S. 27 –  41.

Davis Kathy (2020): Who owns intersectionality? Some reflections on feminist debates on how theories travel. European Journal of Women’s Studies 27, No. 2, S. 113 –  127.

Bergold-Caldwell, Denise (2020): Schwarze Weiblich*keiten. Intersektionale Perspektiven auf Bildung- und Subjektivierungsprozesse: Bielefeld: Transcript 2020.

hooks, bell (2020): Die Bedeutung von Klasse. Warum die Verhältnisse nicht auf Rassismus und Sexismus zu reduzieren sind. Unrast Verlag.

Bennewitz, Ingrid / Eming, Jutta / Traulsen, Johannes (2019): Gender Studies Queer Studies Intersektionalität. Eine Zwischenbilanz aus mediävistischer Perspektive. Göttingen: V & R unipress.

Bähr, Matthias / Kühnel, Florian (2019): Verschränkte Ungleichheit. Praktiken der Intersektionalität in der Frühen Neuzeit. Zeitschrift für historische Forschung. Berlin: Duncker und Humblot.

Bronner, Kerstin / Paulus, Stefan (2017): Intersektionalität: Geschichte, Theorie und Praxis. Eine Einführung für das Studium der Sozialen Arbeit und Erziehungswissenschaft. Opladen: Budrich / UTB.

Lutz, Helma / Amelina, Anna (2017): Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld.

Bramberger, Andrea / Kronberger, Silvia / Oberlechner, Manfred (Hrsg.) (2017): Bildung –   Intersektionalität Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck.

Meyer, Katrin (2017): Theorien der Intersektionalität zur Einführung. Hamburg: Junius.

Mey

Meyer,


Meistgelesen