Das Portal Intersektionalität bietet Forscher_innen und Praktiker_innen, welche sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen, eine virtuelle Plattform. Es dient damit der Information, Kooperation und Vernetzung sowie der vitalen Weiterentwicklung in Forschung, Lehre und Praxis. Das Portal fördert... Mehr

Aktuelles


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In einem hybriden Werk aus Lyrik und Bildern beschreibt Claudia Rankine in Citizen: An American Lyric (2015) Schwarze Trauer und das Trauma kontinuierlicher Erfahrung rassistischer Unterdrückung. Im Mittelpunkt steht die Darstellung von Wut. In meinem Vortrag diskutiere ich die Bedeutung von emotionaler Kontrolle und Reglementierung für die Aufrechterhaltung hierarchischer Gesellschaftsordnungen. Dabei baue ich auf die wegweisenden Arbeiten von Schwarzen Feministinnen und Feministinnen of Color auf: Audre Lorde, Patricia Hill Collins, bell hooks, Britney Cooper, Sara Ahmed, Rebecca Chemaly und Bettina Judd. Ihre Interventionen rehabilitieren die transformative Kraft der „angry Black woman“ und erkennen in Schwarzer Wut ein Werkzeug zur kritischen Auseinandersetzung mit Rassismus

Anne Potjans lehrt amerikanische Literatur und Kultur am Institut für Anglistik und Amerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrer Doktorarbeit untersucht sie die Darstellung von Wut und dem Abjekten in Schwarzer feministischer Literatur. Sie hat eingehend zu diasporischen Verbindungen zwischen afroamerikanischer und afrodeutscher feministischer Literatur in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geforscht. Ein Forschungsaufenthalt führte sie im WS 2019/20 an die University of Washington in Seattle.

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Veranstaltt durch GeStu_S und GeStiK

Das Phänomen von stark oppositionierenden soziopolitischen und soziokulturellen Kräften lässt sich vielerorts beobachten. Eine sich scheinbar immer schneller verändernde Lebenswirklichkeit und ein Alltag, der durch die Covid-19 Pandemie noch einmal mehr als dauerhafter Ausnahmezustand erlebt wird, fordert die Routinen und Gewohnheiten heraus. Intersektionale und queer-feministische Interventionen haben zwar Erfolge zu verzeichnen, gleichzeitig wird aber der Ruf nach traditionellen Ordnungskategorien und klaren Grenzziehungen lauter: Die Kernfamilie wird als Gegenentwurf zu nicht-cis/-heterosexuellen Lebensentwürfen verteidigt, Abtreibungsgesetzgebungen werden verschärft, die „Festung Europa“ verstärkt die Grenzsicherung, das Verbot von Gender Studies als wissenschaftliche Disziplin wird diskutiert und vollzogen, rassistisch motivierte Gewaltakte nehmen zu. Die Ringvorlesung will diese Spannungsfelder aufgreifen, queere/queerende Perspektiven in Theorie und Praxis s ichtbar machen und Möglichkeiten von Entfaltungen, die nicht auf Spaltungen angelegt sind, diskutieren.

Die Ringvorlesung im SoSe 2021 ist eine Kooperation zwischen GeStu_S, dem Zentrum für Gender Studies an der Universität Siegen, Queery: Queery/ing Popular Culture und GeStiK, dem Zentrum für Gender Studies an der Universität zu Köln.

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Datum und Uhrzeit: 4. 5.2021, 18:00 Uhr

Ort: digital

Jüdinnen*Juden bleiben im intersektionalen, feministischen Aktivismus oft unsichtbar. Obwohl Antisemitismus ein globales und intersektionales Problem ist, werden jüdische Perspektiven in feministischer und antirassistischer Arbeit meist ausgeblendet. Intersektionaler Aktivismus schafft es regelmäßig nicht, Antisemitismuskritik erfolgreich einzubeziehen. Teilweise werden antisemitische Haltungen sogar reproduziert. Woran liegt dieser Ausschluss von jüdischen Perspektiven? In unserem Vortrag wollen wir dieser Frage nachgehen. Außerdem wollen wir besprechen, inwieweit intersektionaler Feminismus dazu geeignet ist, gegen Antisemitismus vorzugehen.

Jüdisch & Intersektional — Initiative für kritische Bildungsarbeit wurde von Ina Holev und Miriam Yosef konzipiert, um am Schnittpunkt von jüdischem Erfahrungswissen, kritischen akademischen Diskursen und aktivistischer Praxis zu agieren. Ziel von Jüdisch & Intersektional ist es, mit Workshops, Vorträgen und Beratungsangeboten für Antisemitismus zu sensibilisieren und Jüdinnen*Juden in feministischen Kontexten Sichtbarkeit zu verleihen und zu empowern.

Ina Holev schreibt und spricht als freie Journalistin, Autorin und Medienkulturwissenschaftlerin über Feminismus, Digitales, Repräsentationsfragen und jüdische Lebensrealitäten.

Miriam Yosef promoviert und forscht zum Thema Menschenrecht & intersektionaler Gerechtigkeit und ist aktuell Research Fellow bei ELES. Als freie Bildungs- und Kulturvermittlerin, Kuratorin und Autorin ist Miriam Yosef mit einem Fokus auf Machtkritik und Empowerment tätig.

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Workshop im Rahmen des Fachforums "Macht und Geschlecht" der BAG Mädchen*politik, der BAG Jungen*arbeit und des Projekts "Mein Testgelände"

Datum und Uhrzeit: 4.5.2021, 14:30h bis 16:30h

Ort: digital

Begriffe wie Diskriminierungskritik und Intersektionalität sind in der bildungspolitischen Landschaft nicht mehr wegzudenken. Doch was genau bedeuten diese Begriffe und wie können sie sich perspektivisch in eine bildungspolitische Praxis umsetzen lassen? Warum ist es wichtig die eigene Bildungsarbeit diskriminierungskritisch zu reflektieren und welche (politischen) Konsequenzen lassen sich daraus ziehen? In dem Workshop wird es durch Eigenreflektion um die Notwendigkeit diskriminierungskritischer Bildungsarbeit aus intersektionalen Perspektiven gehen.

Referentin: Makda Isak ist Schwarze Feministin und in verschiedenen selbstorganisierten Kontexten als Aktivistin und Bildnerin tätig. Thematische Schwerpunkte sind Rassismuskritik, Schwarze Feministische Theorie(n) und Auseinandersetzungen mit Dekolonialität. Makda Isak hat Soziologie in Frankfurt am Main studiert und arbeitet aktuell als Bildungsreferentin in Berlin.

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Workshop im Rahmen des Fachforums "Macht und Geschlecht" der BAG Mädchen*politik, der BAG Jungen*arbeit und des Projekts "Mein Testgelände"

Datum und Uhrzeit: 4.5.2021, 14:30h bis 16:30h

Ort: digital

Crip Theory analysiert die Zusammenhänge, Überlappungen von Disability und Queerness in ihrem Verhältnis zur Norm. Die Überschneidungen zwischen Queer Studies und Disability Studies sind in der Hauptsache im Bereich von Körperlichkeit zu finden. Für alle Jugendlichen stellt die positive Aneignung ihres Körpers, ihres körperlichen Seins in der Welt eine Herausforderung dar. Wie sieht diese für trans_gender_queere/behinderte Jugendliche aus? Körpernormen und Abweichungen davon, Gesundheit und Krankheit, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung über den eigenen Körper, Körpermodifikation, Erwartungen an Körper, Erwartungen an körper_status_entsprechendem Rollenverhalten, Körpergefühl, Gespiegeltwerden... Hier können Crip Theory/Disability Studies und Queere Ansätze den Raum aufmachen, Empowerment und Widerstand gegen aufgezwängte Normvorstellungen auch in die Jugendarbeit einfließen zu lassen.

Referent*innen:

Borghild Strähle, Feministischer Mädchenarbeiterin, Trainerin für Selbstbehauptung für Mädchen und Frauen mit Behinderungen. Tätig im Netzwerk Antidiskriminierung e.V. Reutlingen/ Tübingen und Vorständin des Mädchentreff e.V. Tübingen.

Lean Haug, Antidiskriminierungsberater_in bei adis e.V. mit dem Schwerpunkt LSBTIQ* und Empowerment von trans Personen.

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Neue Literatur

Coffey, Judith/Laumann, Vivien: Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen. Verbrecher Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Bomy, Charlotte/Wegener, Lisa (Hrsg.): Surf durch undefiniertes Gelände. Internationale queere Dramatik, Neofelis Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Christina Lammer: Erinnerung und Identität. Literarische Konstruktionen in Doeschka Meijsings Prosa. Transkript: Bielefeld 2020.

Fernandez, Elsa: Fragmente über das Überleben. Romni Geschichte und Gadje-Rassismus. Unrast Verlag: Münster 2020.

hooks, bell: Die Bedeutung von Klasse. Warum die Verhältnisse nicht auf Rassismus und Sexismus zu reduzieren sind. Unrast Verlag: Münster 2020.

Sweetapple, Christopher/ Voß, Heinz-Jürgen/ Wolter, Salih Alexander:
Intersektionalität. Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft? Stuttgart 2020.

Kelly, Natasha A.: Schwarzer Feminismus, Unrast Verlag: Münster 2019.

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina/ Libuda-Köster, Astrid: Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Projektverlag: Bochum/Freiburg 2018

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


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