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"Antisemitismus und jüdische Perspektiven stellen häufig eine Leerstelle in intersektionalen Debatten und Debatten über Intersektionalität dar. Das vorliegende Buch macht jüdische Positionen und Erfahrungen mit dem Konzept der Gojnormativität artikulier- und sichtbar. Es lotet das Verhältnis von Jüdischsein und Weißsein aus, geht der spezifischen Unsichtbarkeit von Juden_Jüdinnen nach und schaut sich Debatten über Antisemitismus und Gedenkpolitiken mit einem spezifischen Fokus an. »Gojnormativität« fordert ein anderes Sprechen über Antisemitismus ein sowie das konsequente und bedingungslose Einbeziehen von Juden_Jüdinnen in intersektionale Diskurse und Politiken. Gleichzeitig ist das Buch ein engagiertes Plädoyer für solidarische und intersektionale Bündnisse und Allianzen."

Das Buch erscheint im September 2021.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu der Veröffentlichung.


"Fragmente über das Überleben schaut aus einer romani Perspektive auf Gadje-Rassismus, Zeug*innenschaften und die Schöpfungen unterschiedlicher Sprachformen über das Überleben. Es ist ein Versuch, Geschichten von Überlebenden zusammenzudenken, ohne Vergleiche anzustellen und Opferkonkurrenz zu erzeugen." (zit. n. Buchbeschreibung des Unrast Verlages).

Besonders eindrucksvoll ist dabei die Rekonstruktion intersektionaler Verflechtungen von Kolonialismus und Gaje-Rassismus in den Fachdisziplinen der Medizin, Psychologie und Psychiatrie. Elsa Fernandes verdeutlicht hier gekonnt, wie eine individualisierende Psychologie und Medizin Gadje-Rassismus dethematisiert, reproduziert und mitunter befördert, indem transgenerationale Traumata als kollektive Ereignisse ausgeblendet und nicht besprechbar gestaltet werden.

Weiterführende Informationen zur Publikation finden Sie hier.


Titel: Bürgerlich, jüdisch, weiblich

Autor_in: Rebekka Denz

Erscheinungsdatum: 30.6.2021

Verlag: Neofelis Verlag

Auszug aus der Buchbeschreibung des Verlags:

"In Bürgerlich, jüdisch, weiblich stehen erstmals die weiblichen Mitglieder des C.V. im Zentrum des Interesses. Untersucht werden in einem Zeitraum, der sich von der Einführung des Frauenwahlrechts nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 bis zur Zwangsauflösung des C.V. durch die Nationalsozialisten Ende 1938 erstreckt, ihre konkreten Arbeitsfelder ebenso wie die Rollenzuweisungen und die sich wandelnden Geschlechternormen. Im Fokus stehen jene markanten Themenfelder, die sich bei der Durchsicht der Quellen – der reichhaltigen C.V.-Presse und dem umfassenden Vereinsarchiv – als Arbeitsschwerpunkte von Frauen herauskristallisierten. So betätigten sie sich v.a. im Pressewesen der Organisation, in den lokalen C.V.-Frauengruppen und definierten das Verhältnis zur größten deutsch-jüdischen Frauenorganisation, dem 1904 gegründeten Jüdischen Frauenbund.

Der bürgerlich-jüdische C.V. war moderner, als zu vermuten war, das deutsche Judentum weiblicher, als dies die Forschungslandschaft der Jüdischen Studien erahnen lässt. Frauen entwickelten ein eigenes weiblich-jüdisches Projekt der Moderne, das sie umsetzten. Und Frauen gestalteten ein allgemeines jüdisches Projekt der Moderne mit, ein Projekt von und für Frauen und Männer."


Titel: Surf durch undefiniertes Gelände

Autor_innen: Charlotte Bomy/Lisa Wegener (Hrsg.)

Erscheinungsdatum: 31.05.2021

Verlag: Neofelis

Mit der Publikation widmen sich unterschiedliche Autor_innen dem Feld des Theaters und der Dramaturgie und geben in ihren unterschiedlich positionierten Texten in überwiegend intersektionaler Perpsektive Raum für diverse queeren Identitäten.

Auszug aus der Publikationsbeschreibung des Verlags:

"[...] Amahl Khouri aus Jordanien verhandelt die Lebensgeschichten von Trans*Personen und Homosexuellen in der arabischen Welt. In Dany Boudreaults chorischem Stück wird eine Jugendsünde zum Ausgangspunkt für das plastische Erleben und Erleiden einer Geschlechtsangleichung. Fünf weiße und nicht-weiße, privilegierte und weniger privilegierte Bettys machen sich in Jen Silvermans Stück auf, mit ihrer „Quelle der Kraft“ in Verbindung zu treten. Marie Henrys experimentelle Arbeit ist eine Familiengeschichte um Vater und Sohn in Frauenkleidern. In Magne van den Bergs Stück für junges Publikum liefern sich zwei Jugendliche einen Schlagabtausch über starre Geschlechterrollen. Marine Bachelot Nguyen nimmt Begegnungen und Interviews mit vietnamesischen Aktivist*innen und Künstler*innen zum Ausgangspunkt für ein Dokumentarstück über die Verwirklichung persönlicher und politischer Wünsche junger vietnamesischer Mitglieder der LSBTI*-Community. Milja Sarkola verhandelt weibliches* Begehren in einem Text voller Seitenhiebe auf den Theaterbetrieb und seine heterosexistische Ausprägung. Von Ebru Celkan stammt der performative Monolog einer Trans*Frau, die von den Widrigkeiten im Istanbuler Prostituierten-Milieu erzählt. Olga Dimitrijević präsentiert ein klassisches Dialogstück über lesbische Liebe und Trauer im Alter."

Hier finden Sie weitere Informationen zur Publikation.


"In den letzten Jahrzehnten sind sich feministische Bewegungen und Theorien auch der Differenzen zwischen Frauen bewusst(er) geworden. Feminismus soll nicht mehr „nur“ für Frauenrechte kämpfen, er soll anerkennen, dass Frauen ganz unterschiedliche Erfahrungen machen und die Intersektionen unterschiedlichster Diskriminierungsformen ernst nehmen. Intersektionalität ist zum Buzzword sowohl feministischer Kämpfe als auch theoretischer Überlegungen geworden und trägt der Tatsache Rechnung, dass die weiße, bürgerliche Frauenbewegung lange die Interessen und Probleme Schwarzer Frauen, Arbeiterinnen, Transfrauen und vieler mehr ausgeblendet und zum Teil auch selbst zu deren Unterdrückung beigetragen hat. Parallel zu diesem Wahr- und Ernstnehmen der Differenzen, dem Thematisieren von Rassismus und Klassismus, tritt aber die feministische Unterstützung antisemitischer Kampagnen und Veranstaltungen immer deutlicher zutage. Trotz des Intersektionalitätsparadigmas scheinen also nicht alle Diskriminierungsformen in den Blick zu gelangen – Perspektiven von Jüdinnen werden häufig ausgespart."

Hier können sie den Artikel weiter lesen/vorlesen lassen.


Neue Literatur

Coffey, Judith/Laumann, Vivien: Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen. Verbrecher Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Bomy, Charlotte/Wegener, Lisa (Hrsg.): Surf durch undefiniertes Gelände. Internationale queere Dramatik, Neofelis Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Christina Lammer: Erinnerung und Identität. Literarische Konstruktionen in Doeschka Meijsings Prosa. Transkript: Bielefeld 2020.

Fernandez, Elsa: Fragmente über das Überleben. Romni Geschichte und Gadje-Rassismus. Unrast Verlag: Münster 2020.

hooks, bell: Die Bedeutung von Klasse. Warum die Verhältnisse nicht auf Rassismus und Sexismus zu reduzieren sind. Unrast Verlag: Münster 2020.

Sweetapple, Christopher/ Voß, Heinz-Jürgen/ Wolter, Salih Alexander:
Intersektionalität. Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft? Stuttgart 2020.

Kelly, Natasha A.: Schwarzer Feminismus, Unrast Verlag: Münster 2019.

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina/ Libuda-Köster, Astrid: Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Projektverlag: Bochum/Freiburg 2018

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


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