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Konferenz in Erfurt, Collegium Maius, 7.-10.11.2017

Gleichstellung und Antidiskriminierung scheinen in Deutschland, aber auch in anderen EU-Ländern, seit einigen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht zu haben: etwa mit der zunehmenden Etablierung von Gleichstellungsmaßnahmen wie Quoten und zielgruppenorientierter Rekrutierung, der Verabschiedung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und Einrichtung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Jahr 2006 oder der wachsenden Sensibilisierung für Fragen kultureller, geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Wissenschaft und Gesellschaft. Allerdings lassen sich diese Entwicklungen auch problematisieren: Es stellt sich die Frage, ob es sich um mehr handelt als um Symbolpolitik, ob also tatsächlich ein Wandel hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe stattfindet. Auch werden entsprechende Terraingewinne begleitet von allgemeinen Tendenzen der Ökonomisierung und Prekarisierung wie auch von massiven Gegenbewegungen in Gestalt von Pegida, AfD, rechtspopulistischen Maskulinisten etc.

Weitergehende Informationen erhalten Sie hier.


Vortrag und Arbeitskreis von und mit Friederike Reher

Moderation des Arbeitskreises: Claudia Wallner

Datum: 22.11.2016
Uhrzeit: 10:00h -13:30:00h
Ort: Hotel Müggelsee Berlin, Müggelheimer Damm 145 in 12559 Berlin

Tagung "Frauentagung 'Anders und doch so gleich II' der BAG Wohnungslosenhilfe e.V."

Pädagogische Fachkräfte, die mit wohnungslosen Frauen* arbeiten, sind in Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen. Dabei sind die pädagogisch Begleiteten nicht nur individuell verschieden, sondern sie leben auch in verschiedenen Lebensrealitäten. Diese Lebensumstände sind unter anderem auch geprägt durch die gesellschaftlichen Strukturen. Ein Aspekt der gesellschaftlichen Strukturen ist, dass Bevorzugungen oder Benachteiligungen aufgrund von angenommenen kollektiven Zugehörigkeiten ungleich verteilt werden. Diese Bevorzugung und Benachteiligungen wirken zusammen, so dass ganz spezifische Lebensrealitäten der einzelnen Menschen entstehen. Beispielsweise kann eine Schwarze Frau mit anderen Diskriminierungen konfrontiert sein als eine weiße Frau. Eine_ wohnungsloser Rollstuhlfahrer_in wird vielleicht andere Erfahrungen machen als ein_ Wohnungslose_, die_ keinen Rollstuhl benutzt.

Im Vortrag werden verschiedene Diskriminierungsformen erläutert und ihre intersektionale Verwobenheit dargestellt. Darauf aufbauend wird ein direkter Bezug zur pädagogischen Praxis hergestellt und es werden handlungsleitend die Rahmenbedingungen für eine diskriminierungskritische pädagische Arbeit beleuchtet.

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Veranstaltung der Sektionen „Frauen- und Geschlechterforschung“ und „Biographieforschung“, DGS-Kongress „Geschlossene Gesellschaften“, Bamberg 2016

Debatten, die die Ökonomisierung der Wissenschaft oder die „unternehmerische Hochschule“ in den Blick nehmen, haben auf verschiedene Aspekte der Vermarktung von Bildung im sekundären und tertiären Bildungssektor hingewiesen wie auch Fragen des akademischen Kapitalismus aufgegriffen. Der Analysefokus liegt hierbei insbesondere auf der marktförmi-
gen Ausrichtung von Studiengängen und -programmen, der Entwicklung von neoliberalen, verwaltungstechnischen Steuerungsmodellen, der Implementierung von Evaluations- und Qualitätssicherungsmaßnahmen und der Produktion neoliberaler akademischer Subjektivitäten und Karrieremuster. Diese Untersuchungen haben unser Verständnis des Zusammenhangs von Bildung, Politik und Markt erweitert. Auch in der Frauen- und Geschlechterforschung ist die Frage, wie im Rahmen der neoliberalen Hochschule vergeschlechtlichte Ungleichheitslagen neu (re)produziert werden in den letzten Jahren untersucht worden. Die Frage der (Re)Produktion rassifizierter und migrationsbedingte Ungleichheit jedoch bedarf einer tiefergehenden Betrachtung.
Die gemeinsame Sektionsveranstaltung wird diese Frage zum Ausgangspunkt nehmen und sie aus einer intersektionalen Perspektive beleuchten. Denn während auf der einen Seite einent-/degeschlechtlichtes und ent-/deethnisiertes wissenschaftliches Subjekt als unternehmerisches Selbst angerufen wird, stellen sich just darüber auch bekannte und neue strukturelle und institutionelle Ungleichheitsmuster in der unternehmerischen Hochschule wieder her.
Die geplante Veranstaltung der Sektionen „Frauen- und Geschlechterforschung“ und „Biographieforschung“ fragt zum einen danach, inwiefern sich die (Re)Produktion von rassifizierten und vergeschlechtlichten Ungleichheitslagen im Arbeitskontext Hochschule, d.h. in Lehre und Forschung gerade auch in der Soziologie – z.B. in der Methodenlehre oder im Rahmen empirischer Untersuchungen (z.B. in der Biographieforschung) – widerspiegelt.Zum anderen soll nach den (diskursiven) Dynamiken und (biographischen) Erfahrungen von
und Handeln gegen den institutionellen Rassismus an der „unternehmerischen Hochschule“ gefragt werden. Dabei soll es vor allem um Ausschluss- und Diskriminierungsmechanismen gehen, die insbesondere rassifizierte und ethnisierte Studierende und Wissenschaftler*innen betreffen.
Folgende Fragenkomplexe sollen hierbei im Mittelpunkt stehen:
- Wie lassen sich rassifizierte und vergeschlechtlichte Ungleichheitslagen im Rahmen der Diskussionen um die „unternehmerische Hochschule“ theoretische und methodisch in den Blick nehmen? Welche Ansätze und Analysemethoden sind hier weiterführend? Was zeigt eine intersektionale Analyse der „unternehmerischen Hochschule“?
- Welche (biographischen) Erfahrungen machen rassifizierte und ethnisierte Studierende und Wissenschaftler*innen an der „unternehmerischen Hochschule“? Inwiefern führen die Vermarktung von Bildung und die Produktion neoliberaler akademischer Subjektivitäten zu neuen Ausschluss- und Diskriminierungserfahrungen? Und welche Umgangsweisen, Empowermentstrategien oder Umschreibungen von Marginalisierungserfahrungen werden im Kontext „unternehmerische Hochschule“ auch erzählt?
- Welche Strategien werden von welchen Akteur*innen entwickelt, um rassistische Wissensbestände, diskriminierende Verfahrensregelungen und Arbeitsweisen zu thematisieren und entgegenzuwirken? In welchem Zusammenhang stehen diese Handlungsoptionen zu neoliberalen Organisationslogiken der Inwertsetzung von "Differenz"?

Beiträge zu den genannten Fragestellungen (ca. 1-1,5 Seiten) auf deutsch oder englisch bitten wir, bis zum 29. Februar 2016 zu senden an:
Encarnacion Gutierrez-Rodriguez (E.Gutierrez-Rodriguez@sowi.uni-giessen.de)
Maria Teresa Herrera Vivar (Herrera@soz.uni-frankfurt.de)
Tina Spies (tina.spies@uni-potsdam.de)
Elisabeth Tuider (tuider@uni-kassel.de)


Wir leben in einer komplexen Welt. Und ebenso komplex sind die bewussten und unbewussten Diskriminierungen, denen wir im Alltag unterliegen und für die wir auch manchmal selbst verantwortlich sind. In der Wissenschaft hat sich dafür der ziemlich sperrige Begriff der "Intersektionalität" etabliert.

In der Schwarzen Frauenbewegung wurzelnd, ist bei diesem Konzept der Gedanke zentral, dass Menschen nie nur "eines" sind. Denn Identitäten sind vielschichtig, genauso wie die damit zusammenhängenden Machtverhältnisse und Diskriminierungserfahrungen. Intersektionalität richtet im Kern also den Blick auf das Zusammenwirken unterschiedlicher Formen von Diskriminierung und stellt eine Möglichkeit dar, die Komplexität und Dynamik menschlichen Interagierens in diesem Sinne abzubilden.

Was aber ist damit genau gemeint und wie kann uns dieses Konzept dabei helfen, diskriminierende Strukturen in unserem Alltag wahrzunehmen und unsere eigene Position zu erkennen? Und wie können Strukturen, die Diskriminierung befördern und verfestigen, verändert oder abgebaut werden?
Impulse für mögliche Antworten gibt unser Praxisworkshop "Inter...was? Diskriminierung erkennen, Widerstand verstehen und Handeln verändern" der sich an Aktive aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Medien richtet.

Zu diesem Workshop, der am 6. und 7. November 2015 in der Weiberwirtschaft in Berlin (Anklamer Straße 38, 10115 Berlin) stattfinden wird, lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung Sie herzlich ein.
Das Platzangebot ist, um ein intensives Arbeiten in kleiner Runde zu ermöglichen, beschränkt Bitte melden Sie sich über diesen Link
<http://www.fes.de/oas/portal/pls/portal/showvera.suche?veranummer=195999>
an.


Wie kann eine Gesellschaft demokratisch sein, wenn ihre Betriebe und Institutionen hierarchisch sind?
Dies ist eine der Fragestellungen für dieses Buch. Es soll Reflexionen und Interviews zu Erfahrungen des Hierarchisierens, Einschließens und Ausschließens innerhalb, zwischen und an den Grenzen von Institutionen und Betrieben versammeln. Ebenso sollen auch theoretische Texte zu Hierarchien in Institutionen und Betrieben vertreten sein.

Wir verstehen außerdem mit Hilfe der Theorien der Intersektionen, dass unterschiedliche Herrschaftsformen relativ eigenständige Dynamiken und Praktiken des Hierarchisierens, Einschließens und Ausschließens entwickeln.

Dieses Buch wird von einem Buchkollektiv herausgegeben. Falls Sie Interesse daran haben, einen Beitrag durch ein Interview, eine Reflexion oder einen theoretischen Text zu leisten, bitte wenden Sie sich an:utta.isop[at]gmx.net

Kriterien für Ihren Beitrag:
Falls Sie sich dazu entschieden haben, einen Beitrag zu verfassen, bitte melden Sie rück, ob Sie im Kritik-Teil oder im Utopie-Teil schreiben wollen! Und ob Sie ein Interview, eine Reflexion oder einen theoretischen Text schreiben.

Bitte verfassen Sie ein kurzes Abstract und senden Sie dieses bis spätestens 30. Oktober 2015 an: utta.isop[at]gmx.net.

Ihr Betrag sollte sich zwischen 2.000 und 10.000 Zeichen bewegen. Bitte achten Sie besonders auf die einfache und lesbare Sprache!

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Neue Literatur

Kelly, Natasha A.: Schwarzer Feminismus, Unrast Verlag: Münster 2019.

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina/ Libuda-Köster, Astrid: Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Projektverlag: Bochum/Freiburg 2018

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


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