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Aktuelles


Leseempfehlung: 

Zünbül, Müge: Wer Liese heisst, muss unschuldig sein. Schlaglichter auf Geschlechterverhältnisse im Kontext von Verbrechen, rechtem Terror und historischer Kontinuität. In: Arbeit und Leben DGB / VHS Hamburg e.V. (2017): Rassismus als Terror, Struktur und Einstellung. Bildungsbaustein mit Methoden zum NSU-Komplex -- Kontinuitäten, Widersprüche und Suchbewegungen, 19-22

Beschreibung des gesamten Bildungsbausteins mit Methoden zum NSU-Komplex:

"Im Bildungsbaustein geht es uns darum, eine rassismuskritische Auseinandersetzung mit dem Terror des NSU und den damit verbundenen gesellschaftlichen Strukturen und Einstellungen zu erweitern, Widersprüche zu thematisieren und Suchbewegungen nach gesellschaftlichen und individuellen Veränderungen zu unterstützen.


In kurzen inhaltlichen Beiträgen werden verschiedene Aspekte beleuchtet und im Anschluss Methoden für die Bildungsarbeit vorgestellt. Caro Keller und Jonas Spengler geben in ihrem einführenden Artikel einen Überblick über die Komplexität des NSU, dessen gesellschaftlichen Kontext und die Kontinuitäten rassistischer Gewalttaten. Lee Hielscher zeichnet institutionellen Rassismus anhand der Wirkmacht rassistischer Wahrnehmungsmuster und Wissensbestände in den Hamburger Ermittlungen nach. Die Verantwortung sowie die Produktion von Rassismus in Medien werden im Bildungsbaustein von Hazal Budak-Kim erläutert. Sie stellt die Abläufe und Fehler der medialen Berichterstattung anhand von Beispielen dar. Emre Arslan arbeitet die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit Vorstellungen von Nation und damit einhergehenden Ideologien, Identitätskonstruktionen und Strukturen heraus. Im Interview teilt die Rechtswissenschaftlerin Doris Liebscher mit uns ihre Einschätzungen zum Verlauf des NSU-Prozesses und den Grenzen und Möglichkeiten des Rechts im Umgang mit Rassismus. Müge Zünbül betrachtet in ihrem Beitrag bestehende Geschlechterverhältnisse in einem rassismuskritischen Kontext mit besonderem Fokus auf den NSU-Komplex und rechte Täterinnen. In Fabian Virchows Beitrag wird eine intergenerationale Verwobenheit von Alt- und Neo-Nazis deutlich. Es zeigen sich Kontinuitäten von
Ideologieelementen und deren Anschlussfähigkeit für neue Generationen von Neonazis. Im zweiten Text der Autor_innen Caro Keller und Jonas Spengler werden die Ereignisse in Hamburg in die Aktivitäten der rechten Szene in Deutschland eingeordnet und offene Fragen nachgezeichnet. Im Zentrum des Beitrags von Verena Meyer stehen die Bedeutung von geschützten Räumen
und Empowerment als Querschnittsaufgabe in der Bildungsarbeit und die Frage nach den Bedingungen gelingender Empowermentarbeit. Mit Formen des Gedenkens und Erinnerns an Opfer rechter Gewalt und der Rolle von Gedenkpraxen und Repräsentationspolitiken setzt sich Nissar Gardi auseinander und weist auf die Bedeutung des Benennens rassistischer Strukturen hin. Jens Schmidt erläutert die Notwendigkeit einer machtkritischen Reflexion der Strukturen, Ansätze und Inhalte der politischen Bildungsarbeit und formuliert fachliche Standards zur Bildungsarbeit gegen rechte Einstellungen und Strukturen.


Der Methodenteil im Anschluss bietet Anregungen, verschiedene Aspekte der inhaltlichen Beiträge in der Bildungsarbeit aufzugreifen und für unterschiedliche Zielgruppen zu thematisieren. Die methodischen Vorschläge
sollen politische Bildner_innen, Lehrer_innen oder Multiplikator_innen aus der Jugendarbeit sowie alle anderen Interessierten dabei unterstützen, Wege zu finden, wie eine Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex, mit rechten Strukturen und gesellschaftlichem Rassismus zielgruppenangemessen ausgestaltet werden kann. Die inhaltlichen Schwerpunkte und methodischen
Anregungen des Bildungsbausteins stellen bei weitem keine umfassende Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex dar. So sind verschiedene Themenfelder im Rahmen des NSU-Komplexes, wie die rassistisch motivierten
Ermittlungspraktiken gegen Sin_tezza und Rom_nja in Baden-Württemberg oder die Rolle des Antisemitismus im NSU-Komplex, im Baustein nicht präsent. Die Komplexität des NSU und ihre Auswirkungen sind schwer zu fassen und weiterhin nicht ausreichend untersucht – Aufklärungsversuche werden auch zukünftig auf weitere Recherchen, Erkenntnisse und Debatten angewiesen sein.
Die inhaltliche Aufarbeitung und Entwicklung der Bildungsarbeit zum NSU-Komplex ist somit kontinuierlich zu ergänzen, weiterzuentwickeln und zu aktualisieren."

Hier erhalten Sie den Bildungsbaustein als kostenlosen Download.


Ort: Hochschule Kepmten, Raum A003

Zeit: jeweils 18:00-19:30h

14.11.2017: Behinderung und Geschlecht?

Geschlecht und Behinderung sind nicht unabhängig voneinander zu betrachten. Inwieweit spielt die mediale Repräsentation dabei eine Rolle und was bedeutet die Verwobenheit für den Hochschulalltag?

Dr. phil. Heike Raab, Erziehungs- und Politikwissenschaftlerin, Universität Insbruck

12.12.2017: Alter(n) und Geschlecht

Altern Männer anders als Frauen? Während Frauen ewig jugendlich aussehen sollen, gewinnen Männer mit dem Alter an 'Reife', Erfahrung und Autorität.

Lea Schütze wissenschaftliche Mitarbeiterin, Ludwig-Maximilians Universität München

9.1.2018: Geschlecht, Religion und Herkunft

In welchen öffentlichen und medialen Kontexten werden Geschlecht, Religion und Herkunft in Beziehung zueinander gebracht?

Dr. Melten Kulaçatan, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Goethe-Univeristät Frankfurt am Main

Weitere Information erhalten Sie hier.


Intersektionale und postkolonial-feministische Perspektiven nehmen ineinandergreifende Struk­turen von Ungleichheit, Macht und Herr­schaft in den
Blick. Sie bieten vielfältige Anknüpfungspunkte für die politik- und sozialwissenschaftlichen feministischen Debatten im deutschsprachigen Raum.

Beide Perspektiven sind eng verknüpft, ihre interne Heterogenität hat jedoch auch dazu geführt, dass unterschiedliche disziplinäre Zugänge, vielfältige
Theorieorientierungen sowie unterschiedliche Forschungsinteressen ihre Rezeption bestimmen.

Mit der Tagung, in deren Zentrum der intensive Austausch und die Diskussion stehen, soll das Potential intersektionaler und feministisch-postkolonialer
Analysen für die politik- und sozialwissenschaftliche Forschung weiter aus­geleuchtet werden. Das Verhältnis zwischen intersektionalen und postkolonial-
feministischen Perspektiven und die Relation dieser zum Kanon der politikwissenschaftlichen Forschung sollen konzeptionell, aber auch in Bezug auf die konkrete Wissensbildungs- und Forschungspraxis
näher bestimmt werden.

Weitergehende Informationen erhalten Sie hier.


Zeit: Freitag, 10. November 2017

Ort: Hauptcampus Forum-Neubau, Stiftung Universität Hildesheim

Die Tagung macht das Spannungsverhältnis von Diversität und In-
tersektionalität in der Bildungsforschung zum Thema und bietet ein
Forum zur Diskussion des gegenwärtigen „State of the Art“. In den
Blick genommen werden sowohl die theoretischen Perspektiven von
Intersektionalität und dessen Weiterentwicklung als auch konkrete
Forschungen und ihre Ergebnisse.
Diversität ist fragil und kontingent, sie bewegt sich theoretisch,
konzeptionell und bildungspolitisch in einem Spannungsfeld, das
neue Aspirationen hervorbringt und andere fallen lässt. Sie hat
einerseits nach wie vor Konjunktur, andererseits schleifen verschie-
dene Steuerungsinteressen und gesellschaftliche Entwicklungen die
Potentialitäten des Begriffes ab, bevor sie ausreichend entwickelt
und empirisch ausgelotet sind. Damit besteht die Gefahr, dass
Diversität ein Schlagwort und unbestimmt bleibt.
Die Perspektive der Intersektionaliät fokussiert unter Einbezie-
hung der Kategorie Geschlecht auf weitere Differenzlinien, ihre
möglichen Kreuzungen und Schneidungen. Dazu gehören auch die
Disabilities, womit zugleich der Inklusionsdiskurs aufgerufen wird.
Er bildet eine Folie der Diskussion, der sich von einer einseitigen
Fokussierung auf Behinderung lösen und sich für multiple Konstel-
lationen öffnen kann.
Die Tagung folgt dem Interesse, erstens den Theoriediskurs zu
schärfen und zu entfalten, zweitens neue empirische Ergebnisse
zu rezipieren und drittens – auf dieser Grundlage – empirische
Zugänge zu interpretieren und zentrale Wissensfelder für die The-
oriebildung und Handlungsfelder zu erschließen. Es sollen aktuelle,
hervorgehobene, vernachlässigte Entwicklungen von Diversität
aufgegriffen und sich den Potentialitäten der Theoretisierung und
empirischen Erforschung von Diversität vor dem Hintergrund eines
intersektionalen Zugangs in der Bildungsforschung gewidmet werden.

Weitergehende Informationen erhalten Sie hier.

Zum Tagungsflyer.

 


Zeit: 28.-30. Spetember 2017

Ort: Universität Köln

Weltumspannende Konfliktlagen und das beständige Ringen höchst unterschiedlicher Akteur_innen darum, vielfältige verletzbare Lebensformen in ihren Differenzen gleichberechtigt zu stützen, fordern ‚Wissenschaft‘ als an diesen Weltverhältnissen beteiligte, spezifische Praxis heraus. Anliegen der Tagung ist es, Fragen der globalen Ungleichheiten, der kulturalisierten und ethnisierten Konflikte, der Fluchtmigration, der Belastung ökologischer Ressourcen und deren technologischer Gestaltung, von Krieg und gewaltförmigen Auseinandersetzungen sowie der Diskriminierung und Anerkennung körperlicher und sexueller Vielfalt von Seiten der Geschlechterforschung aufzugreifen. Als Raum von inter-, trans- und disziplinärer, international vernetzter und multiperspektivischer Wissensproduktion führt sie Denkströmungen und Praktiken zusammen, die universalisierte Kategorien in Hinblick auf Dominanzverhältnisse und Exklusionen, auf ihre Historizität und Kontingenz erkennbar machen. Sie kann Prozesse der Dezentrierung von Wissen forcieren, die Ermöglichung von Teilhabe vorantreiben und die Handlungsfähigkeit erweitern.
Die erste internationale Konferenz zur Geschlechterforschung, die unter Kooperation von drei Fachgesellschaften für Geschlechterforschung/-studien (D-A-CH) konzipiert wurde, versteht sich als Raum, angesichts komplexer Problemfelder und Wandlungsprozesse Zeitdiagnosen, Theoriebildungen und Methodenfragen in ihren unterschiedlichen Akzentuierungen zu verhandeln und Fragen der Allianzen zwischen Akademie und Aktivismus (erneut) zu stellen.
Wir freuen uns auf zahlreiche, intensive und vielfältige Diskussionen!

Weitergehende Informationen erhalten Sie hier.

Zum Flyer der Konferenz.


Neue Literatur

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


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