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Aktuelles


Anna Kilina liegt in ihrem Bett. Unter ihrem Kopf ist ein rosa Kissen. Sie trägt ein rotes Oberteil. Ihr Blick geht in den Raum hinein an der Kamera vorbei, sie spricht.

Eine reale visuelle Erzählung: Anna Kilina
konzeptuelle Assistenz: Kira Shmyreva
Objektinstallation: Anna Kilina & Kira Shmyreva
Texte: Anna Kilina & Kira Shmyreva, performt von Anna Kilina & Kira Shmyreva
Musik: Sofia Gubaidulina, performt von Roman Malyavkin
Freaksobjekte: David Konkol
Deutsch: Sven Drebes, Kira Shmyreva, Luca

Aus dem Ankündigungstext:

"Das ist eine Geschichte über Stigmatisierung, Schein-Inklusion, Anpassungsmechanismen, Prothesenversorgung als ein nationales Konzept der Verbesserung und Vermenschlichung, Heteronormativität und Binarität bei der Prothesenversorgung, Verallgemeinerung der Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen, Verschwörungstheorien über die eigene Behinderung und Befreiung von diesen Konstrukten. Alle wollen von Anna, dass sie angepasst ist. Die Zentren für Prothesenversorgung wollen etwas über sie in ihren Instagram- und Facebook-Accounts posten und Anna als „Supercrip“ und paralympische Sportlerin zeigen, sonst bräuchte Anna keine bionische Armprothese. Sie sind auch ableistisch und wollen «schöne» Bilder von Anna machen. Anna sollte dann wieder wie eine „normale, attraktive Frau“ aussehen, dank der Armprothese. Die Eltern wollen, dass Anna ein Survivor ist und sie ihnen für ihr Überleben und die Prothesenversorgung dankt. Anna sollte auch dankbar sein, dass ihre Eltern Anna nicht in der Einrichtung gelassen hatten. Sie wollen, dass sie ein unauffälliges Leben in Einsamkeit lebt, mit Überstunden die sie arbeitet, um der Welt der „Normalen“ näher zu sein. Die Leiter*innen eines inklusiven Theaterprojekts nutzen Anna als ein (Vorzeige-) Modell für Inklusion. Anna sollte eine außerirdische Person spielen und dafür bestimmte Besonderheiten haben. Anna sollte plastisch wie eine Tänzerin sein, mit dem linken Arm gleichzeitig inspirieren und Mitleid beim Publikum erwecken. Die Queer-Community will von Anna ein queeres Aussehen (vielleicht mindestens Regenbogen-Socken von Adidas) und ein dazu passendes Verhalten. Ist es auch ein Status, queer zu sein? Doch das sind alles nicht Annas Geschichten. Anna will selbstbewusst und irdisch sein, ihre Behinderung lieben. In ihrer autobiographischen Performance erzählt Anna über den linken Arm und befreit sich von allen Verschwörungstheorien und nationalen und ableistischen Konstrukten. Anna's Pride Parade findet wegen Anna's chronischen Schmeryen in ihrem Bett statt."

Zu Video-Link geht es hier.


Neue Literatur

Sweetapple, Christopher/ Voß, Heinz-Jürgen/ Wolter, Salih Alexander:
Intersektionalität. Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft? Stuttgart 2020.

Kelly, Natasha A.: Schwarzer Feminismus, Unrast Verlag: Münster 2019.

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina/ Libuda-Köster, Astrid: Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Projektverlag: Bochum/Freiburg 2018

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


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