Das Portal Intersektionalität bietet Forscher_innen und Praktiker_innen, welche sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen, eine virtuelle Plattform. Es dient damit der Information, Kooperation und Vernetzung sowie der vitalen Weiterentwicklung in Forschung, Lehre und Praxis. Das Portal fördert... Mehr

Aktuelles


Das Internetportal wird durch seine User_innen vital gehalten. Deshalb freuen wir uns über Ihre Unterstützung:

  • Machen Sie Vorschläge für unsere Literaturdatenbank.
  • Verlinken Sie unser Portal auf Ihre Homepage.
  • Machen Sie Ihre Netzwerke auf das Portal Intersektionalität aufmerksam.

Es dankt Ihnen die Organisation des Portals Katharina Walgenbach und Friederike Reher.


Anna Kilina liegt in ihrem Bett. Unter ihrem Kopf ist ein rosa Kissen. Sie trägt ein rotes Oberteil. Ihr Blick geht in den Raum hinein an der Kamera vorbei, sie spricht.

Eine reale visuelle Erzählung: Anna Kilina
konzeptuelle Assistenz: Kira Shmyreva
Objektinstallation: Anna Kilina & Kira Shmyreva
Texte: Anna Kilina & Kira Shmyreva, performt von Anna Kilina & Kira Shmyreva
Musik: Sofia Gubaidulina, performt von Roman Malyavkin
Freaksobjekte: David Konkol
Deutsch: Sven Drebes, Kira Shmyreva, Luca

Aus dem Ankündigungstext:

"Das ist eine Geschichte über Stigmatisierung, Schein-Inklusion, Anpassungsmechanismen, Prothesenversorgung als ein nationales Konzept der Verbesserung und Vermenschlichung, Heteronormativität und Binarität bei der Prothesenversorgung, Verallgemeinerung der Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen, Verschwörungstheorien über die eigene Behinderung und Befreiung von diesen Konstrukten. Alle wollen von Anna, dass sie angepasst ist. Die Zentren für Prothesenversorgung wollen etwas über sie in ihren Instagram- und Facebook-Accounts posten und Anna als „Supercrip“ und paralympische Sportlerin zeigen, sonst bräuchte Anna keine bionische Armprothese. Sie sind auch ableistisch und wollen «schöne» Bilder von Anna machen. Anna sollte dann wieder wie eine „normale, attraktive Frau“ aussehen, dank der Armprothese. Die Eltern wollen, dass Anna ein Survivor ist und sie ihnen für ihr Überleben und die Prothesenversorgung dankt. Anna sollte auch dankbar sein, dass ihre Eltern Anna nicht in der Einrichtung gelassen hatten. Sie wollen, dass sie ein unauffälliges Leben in Einsamkeit lebt, mit Überstunden die sie arbeitet, um der Welt der „Normalen“ näher zu sein. Die Leiter*innen eines inklusiven Theaterprojekts nutzen Anna als ein (Vorzeige-) Modell für Inklusion. Anna sollte eine außerirdische Person spielen und dafür bestimmte Besonderheiten haben. Anna sollte plastisch wie eine Tänzerin sein, mit dem linken Arm gleichzeitig inspirieren und Mitleid beim Publikum erwecken. Die Queer-Community will von Anna ein queeres Aussehen (vielleicht mindestens Regenbogen-Socken von Adidas) und ein dazu passendes Verhalten. Ist es auch ein Status, queer zu sein? Doch das sind alles nicht Annas Geschichten. Anna will selbstbewusst und irdisch sein, ihre Behinderung lieben. In ihrer autobiographischen Performance erzählt Anna über den linken Arm und befreit sich von allen Verschwörungstheorien und nationalen und ableistischen Konstrukten. Anna's Pride Parade findet wegen Anna's chronischen Schmeryen in ihrem Bett statt."

Zu Video-Link geht es hier.


Zeit: Mittwoch, den 17.06.2020 von 16-18 Uhr

Ort: via Zoom (Anmeldung erforderlich)

Der Vortrag geht auf verschiedene Aspekte zum Thema ein. Zunächst soll es darum gehen, den Begriff „Critical Whiteness" zu definieren und zu beleuchten. Im Anschluss werden Fallbeispiele aus zwei Gruppen analysiert: die erste Gruppe bezieht sich auf „rassenspezifische Diskriminierung" innerhalb der Gehörlosengemeinschaft Deutschlands und die zweite Gruppe auf „Weiße Privilegien", was sich unter anderem auf Dolmetscher*innen, Fachpersonen, wie beispielsweise Lehrer*innen und Berater*innen bezieht, aber auch taube Personen, ebenso innerhalb Deutschlands. Daraufhin wird die Frage nach Zusammenhängen zwischen Critical Whiteness und Audismus, Sexismus, Homophobie etc. gestellt und ein Input zum Umgang mit dem Thema gegeben. Abschließend stellt sich die Frage, welche Empfehlungen es für die Gehörlosengemeinschaften in Deutschland geben kann.

Sprachen: Deutsche Gebärdensprache (DGS) und Deutsche Lautsprache

Hier geht es zum Anmeldeformular.


Auf der Internetseite der "behindert und verrückt feiern" Pride Parade heißt es in Einfacher Sprache:

"Am 25. Mai 2020 wurde in den USA George Floyd durch einen Polizisten umgebracht.

Goerge Floyd war ein Schwarzer Mann.

Oft ist die Polizei zu Schwarzen Menschen härter und setzt mehr Gewalt ein als bei weißen Menschen.

In den USA gibt es deshalb viele Proteste gegen rassistische Polizeigewalt.

Wir sind solidarisch mit der Forderung, dass Rassismus und rassistische Polizeigewalt aufhören muss!

Dabei schauen wir nicht nur in die USA.

Auch in Deutschland gibt es jeden Tag Rassismus.

Auch in Deutschland gibt es rassistische Polizeigewalt.

Und auch in Deutschland sterben Schwarze Menschen an den Folgen dieser Gewalt.

Wir sagen: "Nein - das darf nicht weitergehen!"

Wir sagen: "Rassismus bekämpfen - für Solidarität und Menschenrechte!"

Für uns als BEHINDERT UND VERRÜCKT FEIERN PRIDE PARADE gilt (in Anlehnung an Audre Lorde):

Alle Kämpfe Schwarzer Menschen sind auch Kämpfe der behinderten und verrückten Menschen.

Alle Kämpfe der behinderten und verrückten Menschen sind auch Kämpfe der Schwarzen Menschen.

Denn: Tausende Schwarze Menschen auf der Welt sind auch behindert und verrück. Tausende verrückte und behinderte Menschen auf der Welt sind auch Schwarz.

Tupoka Ogette sagt: „Wir alle können nichts für die Welt, in die wir hineingeboren wurden. Aber jede und jeder kann Verantwortung übernehmen und diese Welt mitgestalten."

Gemeinsam sind wir stark!

Gemeinsam gegen Rasissmus und Gewalt!

Für Inklusion und Menschnrechte!"


Das Coraci-Festival bietet am 14.6.2020 den Film "Audre Lorde - The Berlin Years 1984 to 1992" im Stream an.

Aus der Filmbeschreibung:

"Audre Lordes prägnante, leidenschaftliche und immer brilliante Texte und Vorträge definierten und inspirierten in den 1970ern und 1980ern feministische, lesbische, Afro-Amerikanische und “women of color Bewegungen“ in den USA, sowie weltweit. Audre Lorde - the Berlin Years 1984 to 1992 dokumentiert ein bisher unbekanntes Kapitel aus Lordes Leben: ihren Einfluss auf die politische und kulturelle Szene in Deutschland in einem Jahrzehnt tiefen sozialen Wandels.

Der Film hebt die Wichtigkeit von Audre Lordes Werk hervor, durch das Afro-Deutsche dazu ermutigt wurden, in einer Gesellschaft auf sich aufmerksam zu machen, in der sie bis dahin isoliert und schweigend gelebt hatten und in der sie weder einen Raum noch einen Namen für sich selbst besaßen. Er berichtet darüber, wie Lorde sowohl die Afro-deutschen Frauen darin bestärkt; zu schreiben und zu publizieren, als auch die weißen deutschen Frauen dazu herausforderte, die Bedeutung ihrer weißen Privilegien zu erkennen und mit Unterschiedlichkeiten auf konstruktive Weise umzugehen. Bislang unveröffentlichtes Archivmaterial und aktuelle Interviews verdeutlichen den fortwährenden Einfluss von Lordes Werk, Ideen und Persönlichkeit. Zum ersten Mal erlauben persönliche Video- und Audioaufzeichnungen von Dagmar Schultz einen tiefen Blick in das Leben der privaten Audre Lorde, als auch in ihr Ziel, dass Afro-Deutsche sich gegenseitig erkennen und verbinden. 2012 ist das zwanzigste Todesjahr von Audre Lorde."

Zum Trailer der Films geht es hier.

Zur Veranstaltungssseite des Coraci-Festivals und zum Filmstream-Link geht es hier.


Neue Literatur

Sweetapple, Christopher/ Voß, Heinz-Jürgen/ Wolter, Salih Alexander:
Intersektionalität. Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft? Stuttgart 2020.

Kelly, Natasha A.: Schwarzer Feminismus, Unrast Verlag: Münster 2019.

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina/ Libuda-Köster, Astrid: Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Projektverlag: Bochum/Freiburg 2018

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


Meistgelesen