Das Portal Intersektionalität bietet Forscher_innen und Praktiker_innen, welche sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen, eine virtuelle Plattform. Es dient damit der Information, Kooperation und Vernetzung sowie der vitalen Weiterentwicklung in Forschung, Lehre und Praxis. Das Portal fördert... Mehr

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4. Graduiertenkonferenz des Gießener Graduiertenzentrums Sozial-, Wirtschafts-, und Rechtswissenschaften (GGS)

Intersektionalität verfolgt das Ziel, Dimensionen sozialer Ungleichheit in ihrer ‚Verwobenheit‘ bzw. ‚Überkreuzung‘ zu beschreiben und deren Wechselspiel zu analysieren. Unterschiedliche soziale Kategorien, wie beispielsweise Geschlecht, Alter oder Ethnizität, werden folglich nicht einzeln oder additiv, sondern gleichzeitig in den Blick genommen. Soziale Kategorien in ihrer ‚Verwobenheit‘ werden dabei nicht zwangsweise als statisch gesehen, sondern können in ihrem Zusammenspiel auch als dynamische Prozesse verstanden werden, wie sich diese in biografischen Verläufen nachzeichnen lassen. Wir gehen davon aus, dass sich das innovative Potenzial einer intersektionalen Perspektive im Kontext der Biografieforschung als fruchtbar erweisen könnte, da sich mittels biografischer Ansätze einerseits verschiedene soziale Kategorien gleichzeitig in den Blick nehmen lassen und sich andererseits verfolgen lässt, ob und wie sich das Zusammenspiel verschiedener Kategorien möglicherweise im Verlauf des Lebens verändert. Eine biografische Sichtweise könnte diesbezüglich eine neue Möglichkeit eröffnen, die lebensgeschichtliche Relevanz sozialer Kategorien zu bestimmen.

Wir laden Promovierende und Postdoktorierende aus allen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem biografischen Zusammenspiel unterschiedlicher Kategorien sozialer Benachteiligung auseinandersetzen, zu der Konferenz der Forschungssektion „Soziale Ungleichheit und Geschlecht“ am Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften ein.
Geplant sind Vorträge mit einer Dauer von jeweils ca. 25 Minuten und einer anschließenden Diskussion im Plenum von ca. 20 Minuten. Interessenten werden bis einschließlich 30. Juni um einen Abstract im Umfang von ca. 2000 Zeichen gebeten. Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben.

Organisation und Kontakt:
Dominik.Wagner[ät]erziehung.uni-giessen.de
Silke.Jakob[ät]yahoo.de

Termin: 27.-28.11.2015

Ort: Justus-Liebig-Universität Gießen


Im Rahmen der Veranstaltung sollen Perspektiven auf eine intersektionale
und queere Diversitätspolitik im Rahmen von Hochschulen vorgestellt
werden. Grundlage hierfür sind qualitative Interviews, die an der
University of California, Berkeley, geführt wurden. Anfangs sollen
Einschätzungen der Praktiker*innen geteilt sowie eine Übersicht über
die institutionellen Strukturen dort gegeben werden, ist doch das
Besondere für diese Hochschule die enge Verzahnung von Aktivismus,
Forschung und Lehre sowie der Universität als Institution. Anschließend
soll im Rahmen des Forums ausführlich mit den Teilnehmer*innen
diskutiert werden, welche Möglichkeiten es zur Umsetzung einer
intersektionalen und queeren Diversitätspolitik im deutschsprachigen
Hochschulkontext gibt.

Lucienne Wagner, M.A. Sozialwissenschaften; arbeitete im Rahmen ihrer
Masterarbeit zu 
Möglichkeiten einer intersektionalen und queeren
Diversitätspolitik am Beispiel einer empirischen Fallstudie an der
University of California, Berkeley.

 
Termin: 8. Juni 2015, 18:00-20:00 Uhr

Ort: Humboldt-Universität Berlin, Unter den Linden 6, Raum 2070A



Für das Projektexperiment 'Interdependenz und Hypertext' (Reher/Walgenbach) wurde ein linear konstruierter Text in eine Hypertextstruktur umgewandelt, der in Form eines 3D-Graphen nun online ist.

 

Hier geht es zum 3D-Graphen. 


Das meritokratische Versprechen der Moderne suggeriert die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe aller. Ein schönes Ideal, aber: inwiefern trifft dies die gesellschaftliche Realität? Im Vortrag werden verschiedene Mechanismen struktureller Diskriminierung erläutert und in ihrem intersektionalen Zusammenwirkung betrachtet. Wo es Diskriminierte gibt, gibt es auch immer Diskriminierende. Entgegen der verbreiteten Ausrichtung, allein auf die Diskriminierten zu fokussieren, wird eine Blickwinkelverschiebung hin zu den Diskriminierenden vorgenommen. Darauf aufbauend wird anhand von Forschungsergebnissen aufgezeigt, wie Menschen in ihrem strukturellen Einbezogensein (z.B. als Cis-Mann, Weiße_r, Bildungsprivilegierte_r, körperliche Befähigte_r usw.) (auch unbewusst) diskriminierend handeln und es der bewussten Reflexion dieser Mechanismen bedarf, um ein solidarisches, egalitäres Handeln anzustreben.

Termin: 14. Mai 2015

Ort: Hörsaal 3, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Uhrzeit: 20:00

Vortrag und Diskussion mit Friederike Reher (reher[ät]portal-intersektionalitaet.de)


Neue Literatur

Windisch, Monika: Behinderung - Geschlecht - Soziale Ungleichheit: Intersektionelle Perspektiven Bielefeld: Transcript Verlag 2014

Gutiérrez Rodríguez, Encarnación: Intersektionalität oder Wie nicht über Rassismus sprechen In: Hess, Sabine/Langreiter, Nicole/Timm, Elisabeth (Hrsg.): Intersektionalität revisited. Empirische, theoretische und methodische Erkundungen Bielefeld: transcript 2011 (S. 77-100)

Knapp, Gudrun-Axeli: Zur Bestimmung und Abgrenzung von „Intersektionalität“. Überlegungen zu Interferenzen von „Geschlecht“, „Klasse“ und anderen Kategorien sozialer Teilung In: Erwägen Wissen Ethik,24, Heft 3, 2013 (S. 3-16)


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