Das Portal Intersektionalität bietet Forscher_innen und Praktiker_innen, welche sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen, eine virtuelle Plattform. Es dient damit der Information, Kooperation und Vernetzung sowie der vitalen Weiterentwicklung in Forschung, Lehre und Praxis. Das Portal fördert... Mehr

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Bitte senden Sie die Beiträge bis zum 30.4.2014 an:

Herausgeberinnen:

Ricarda Drüeke (ricarda.drueeke[at]sbg.ac.at), Elisabeth Klaus (elisabeth.klaus[at]sbg.ac.at) und Martina Thiele (martina.thiele[at]sbg.ac.at), Universität Salzburg,
Fachbereich Kommunikationswissenschaft, Rudolfskai 42, 5020 Salzburg

Die Überschneidungen und Überkreuzungen verschiedener sozialer Kategorien wie Ethnie, Klasse, Geschlecht u.v.a. werden seit einigen Jahren unter dem Stichwort „Intersektionalität“ in den Sozial- und Geisteswissenschaften diskutiert. Zurückgeführt wird der Begriff auf die US-amerikanische Wissenschaftlerin Kimberley Crenshaw, die damit auf die diskriminierende Verschränkung der Kategorien Race und Gender im juristischen Diskurs hingewiesen hat. Die Frauen- und Geschlechterforschung hat schon früh auf „Achsen der Ungleichheit“ oder „Achsen der Differenz“ hingewiesen; weitere Impulse kamen aus den Postcolonial Studies und der Queer Theory. Das Ineinandergreifen verschiedener soziale Kategorien und die daraus resultierenden Machtverhältnisse werden in den Blick genommen und hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen auf der Identitäts-, Repräsentations- und Strukturebene analysiert. In den aktuellen Debatten können drei grundlegende Trends beschrieben werden: In theoretischen Auseinandersetzungen wird z.B. über die Zahl der Ungleichheitskategorien und die Art ihrer Verschränkung gestritten. In empirischen Untersuchungen wird zweitens versucht, die Erkenntnisse einer intersektionalen Perspektive methodisch umzusetzen. Schließlich zeigt sich an der Schnittstelle von Theorie und Praxis die Gefahr einer Vereinnahmung des Intersektionalitätsbegriffs durch die Diversity-Forschung.

In der Medien- und Kommunikationswissenschaft, insbesondere der kommunikationswissenschaftlichen Geschlechterforschung, ist die intersektionale Perspektive zwar schon seit längerem bekannt, die Zahl theoretischer Beiträge sowie empirischer Studien, die tatsächlich einen intersektionalen Ansatz verfolgen, bleibt indes überschaubar. Für die Medien- und Kommunikationswissenschaft bietet das Konzept der Intersektionalität jedoch gewinnbringende Perspektiven; beispielsweise für die Analyse von Mediendiskursen und Repräsentationspolitiken und den dadurch vorgenommenen Ein- und Ausschlüssen. Auch Produktions- und Konsumptionsprozesse lassen sich hinsichtlich der ihnen eingeschriebenen Machtverhältnisse befragen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Konzept Intersektionalität erwarten wir theoretische wie auch empirische Beiträge, die kommunikations- und medienwissenschaftliche Fragestellungen aus einer intersektionalen Perspektive behandeln bzw. die Intersektionalitätsforschung aus Sicht der Kommunikations- und Medienwissenschaft weiterentwickeln, also etwa auf folgende Fragen eingehen:

  • Wie lassen sich Wechselwirkungen von Differenzkategorien auf verschiedenen Untersuchungsebenen erfassen? Wie können auf der Makro- und Mesoebene Medien und ihre Organisationszusammenhänge berücksichtigt werden, auf der Mikroebene Prozesse der Kommunikation und Repräsentation?

  • Versprechen neben Inhalts- und Diskursanalysen andere Methoden neue Erkenntnisse bzw. welche Methodentriangulation ist sinnvoll?

  • Kann die Intersektionalitätsforschung an ältere Repräsentationsstudien zum Frauen- bzw. Männerbild in den Medien anknüpfen?

  • Leistet Intersektionalität nicht einer Re-Ontologisierung von Ungleichheitskategorien Vorschub? Oder ermöglicht sie einen Rückbezug auf die Bedeutung von Medien und Kommunikation für gesellschaftliche Inklusions- und Exklusionsprozesse?

  • In welchem Verhältnis steht intersektionale Forschung zu Diversity Management und Diversity Marketing?

  • Welche Kategorien sind für die Analyse welcher kommunikationswissenschaftlichen Themenfelder besonders relevant?

Von Interesse sind insbesondere auch empirische Arbeiten auf der Produktions-, Text- oder Rezeptionsebene. Mögliche Forschungsfragen etwa sind:

  • Inwiefern fungieren Mainstream-Medien als Normalisierungsagenten für eine weiße Mittelschicht?

  • Welcher Stellenwert kommt intersektionalen Ansätzen in der Ausbildung von Kommunikator_innen zu?

  • Welche Inklusions- und Exklusionsprozesse sind mit dem Internet verbunden?

  • Welche Rolle spielen intersektionale Ansätze in den Visual Studies?

  • Welche medienrechtlichen und -ethischen Fragen werfen intersektionale Perspektiven auf? Wie etwa lassen sich diskriminierende Berichterstattung oder stereotype Werbung vermeiden? Inwiefern kann Diversität als Qualitätsmerkmal von Medienprodukten gelten?

Wir freuen uns über Beiträge in einem Umfang zwischen 20.000 und 35.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Die formale Gestaltung der Texte hat sich nach den Manuskriptrichtlinien des Medien Journals zu richten, diese sind auf der Internetseite der ÖGK (http://www.uni-salzburg.at/index.php?id=25895) ersichtlich. Bei den eingesandten Texten muss es sich um Erstveröffentlichungen handeln, d.h. die Texte dürfen in dieser Form noch nicht publiziert sein.

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HerausgeberInnen: 

Prof. Dr. Michael Mecklenburg & Dr. Susanne Schul

Institut für Germanistik

Universität Kassel

Kurt-Wolters-Str. 5

34125 Kassel

michael.mecklenburg(at)uni-kassel.de

schul(at)uni-kassel.de

Die Leistungsfähigkeit kulturwissenschaftlicher Theorien und Modelle beruht gerade darauf, dass sie sich nicht letztgültig fixieren lassen. Vielmehr sind sie beweglich und reisen gewissermaßen zwischen Disziplinen, Epochen und Regionen. Dabei zeigt sich die Mediävistik seit längerem als besonders aufnahmefähig, ist sie doch ‚von Hause aus‘ eine interdisziplinär arbeitende Wissenschaft.

In diesem Sinne möchten wir in einem entsprechenden Aufsatzband einen Ansatz in den Blick nehmen, der im Raum soziologischer Theorie und Praxis bereits einige Reiseerfahrung gesammelt hat, nämlich den der Intersektionalität, mit dem sich gleich ein ganzes Bündel theoretischer Positionen verbindet. Im Rückblick auf den Werdegang der Debatte zeigt sich, dass intersectionality in den Sozialwissenschaften innerhalb weniger Jahre ein buzzword (Davis 2008) geworden ist, das Anschlussfähigkeit für vielfältige interdisziplinäre Perspektiven verspricht (Lenz 2010; Smykalla/Vinz 2011; Knüttel/Seeliger 2011). Im Zentrum der Debatte steht die Frage, wie die Kategorie Geschlecht in aktuellen Gesellschaften im Zusammenwirken mit anderen Ungleichheitsdimensionen erfasst werden kann. Sie findet in Deutschland in einer intensiven Auseinandersetzung mit Ansätzen aus dem anglophonen Raum statt (Vgl. hierzu die Darstellung und Diskussion auf dem Online-Portal Intersektionalität: portal-intersektionalitaet.de). Der Begriff der Intersektionalität ist dabei mit einer dezidiert gegenwartsorientierten Diskussion von ‚sozialer Ungleichheit‘ verbunden, beschrieben werden mehrfache Diskriminierungsprozesse als Schnittstellen verschiedener Kategorien (Knapp 2008). Über die räumlichen Metaphern der Überkreuzung, Überschneidung und Verschränkung werden diese in einer wechselseitigen Beziehung zueinander visualisiert und analysiert.

Anders jedoch als beispielsweise vergleichbare Theorieübernahmen aus den Bereichen der Gender-Studies, der Raumtheorie, der historischen Anthropologie oder der Emotionsforschung beginnt die historische Kultur- und Literaturwissenschaft gerade erst, dieses Konzept für sich zu entdecken und zu erobern (vgl. hierzu Dietze/Haschemi Yekani/Michaelis 2007; Griesebner/Hehenberger 2013; Schul 2014; Bedekovic/Kraß/Lembke 2014). Man könnte vermuten, dies liege daran, dass Interdisziplinarität und eine Mehrebenenanalyse in der Mediävistik schon immer selbstverständlich waren und Intersektionalität möglicherweise bloß als neue Etikettierung von Interdisziplinarität verstanden wird. Wir halten dies aber für deutlich zu kurz gegriffen. Denn der Mehrwert besteht darin, dass sowohl verschiedene disziplinäre Felder (Soziologie, Kulturwissenschaft, Narratologie usw.) als auch verschiedene Sachbereiche (Natur, Kultur, Raum usw.) systematisch und ohne vorgängige Hierarchisierung in einem einheitlichen Beschreibungsmodell zusammengeführt werden können. So eröffnet die Intersektionalitätsanalyse die Möglichkeit einer sehr detaillierten und präzisen Beschreibung der vielfältigen Bezüge zwischen dem Kunstwerk und seinen kognitiv-mentalen, sozialen und kulturellen Entstehungsbedingungen, ohne dass damit zugleich simplifizierende Wirkungsabhängigkeiten zwischen Text und Kontext impliziert würden. Die dem Artefakt inhärenten Modelle von Vergesellschaftung lassen sich so sichtbar machen, ohne seine ästhetische Qualität zu übergehen. Eine der Chancen intersektionaler Analyse liegt also darin, die narrativen und ästhetisch-künstlerischen Faktoren in neuer, mehrdimensionaler Weise zu den historischen Entstehungsbedingungen in Bezug zu setzen, so dass die unterliegenden Modelle sozialer und kultureller Konstruktion aus veränderten Perspektiven in den Blick geraten.

Dementsprechend soll die gerade beginnende mediävistische Rezeption der Intersektionalitätstheorie auf eine breitere Basis gestellt und von möglichst vielfältigen Anwendungs- und Operationalisierungsvorschlägen begleitet werden. Im Zentrum steht die Frage, wie und auf welche Weise sich die neusten, sozialwissenschaftlich dominierten Diskussionen um Intersektionalität, (soziale) Ungleichheit und Differenz auf kulturhistorische Analysen der Vormoderne übertragen lassen.

Wir wünschen uns dazu Beiträge aus allen Disziplinen der Geistes- und Kulturwissenschaften, die an einem konkreten Beispiel aus dem eigenen disziplinären Bereich entsprechende Fallstudien vornehmen und bitten um Vorschläge in Form eines kurzen (max. 4.000 Zeichen) Abstracts des geplanten Beitrags bis zum 30. April 2014. Schicken Sie Ihren Themenvorschlag bitte per Email an beide HerausgeberInnen, ergänzt um einige Informationen zu Ihrem wissenschaftlichen Profil.

Die Beiträge können auf Deutsch oder Englisch abgefasst sein, ein detailliertes Stylesheet geht Ihnen mit der Information über die Annahme Ihres Beitrages zu. Abgabetermin für die fertigen Beiträge, die einen Umfang von 60.000 Zeichen nicht überschreiten sollen, ist der 31. Dezember 2014. Der Band wird dann im ersten Halbjahr 2015 in der Reihe „Aventiuren“ im Verlag V&R-unipress (Göttingen) erscheinen.

Auswahlbibliographie:

Natasa BEDEKOVIC, Andreas KRASS, Astrid LEMBKE (Hg.): Durchkreuzte Helden. Das „Nibelungenlied“ und Fritz Langs Film „Die Nibelungen“ im Licht der Intersektionalitätsforschung. Bielefeld 2014.

Kimberlé W. CRENSHAW: Demarginalizing the Intersection of Race and Sex. A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics. University of Chicago Legal Forum (1989), S. 139-167.

Kathy DAVIS: Intersectionality in Transatlantic Perspective. In: Gudrun-Axeli Knapp, Cornelia Klinger (Hg.): ÜberKreuzungen. Fremdheit, Ungleichheit, Differenz. Münster 2008, S. 19-35.

Gabriele DIETZE, Elahe HASCHEMI YEKANI, Beatrice MICHAELIS: ‚Checks and Balances.‘ Zum Verhältnis von Intersektionalität und Queer Theory. In: Katharina Walgenbach, Gabriele Dietze, Antje Hornscheidt u.a. (Hg.): Gender als interdependente Kategorie. Neue Perspektiven auf Intersektionalität, Diversität und Heterogenität. Opladen 2007, S. 107-139.

Andrea GRIESEBNER, Susanne HEHENBERGER: Intersektionalität. Ein brauchbares Konzept für die Geschichtswissenschaften? In: Vera Kallenberg, Jennifer Meyer, Johanna

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Nicole von Langsdorff (Hrsg.)

Jugendhilfe und Intersektionalität

2014. 253 Seiten, Kart.

29,90 € (D), 30,80 € (A)

ISBN 978-3-86388-047-7

 

Durch die Intersektionalitätsforschung wurde in den letzten Jahren zunehmend betont, dass soziale Kategorien wie Geschlecht, Klasse oder Ethnizität nicht einzeln zu sozialer Ungleichheit führen. Die AutorInnen nehmen die Verschränkungen und Überlagerungen dieser Kategorien in den Blick und machen das Konzept der Intersektionalität für Theorie, Forschung und Praxiszusammenhänge im Feld der Jugendhilfe nutzbar. So werden Ausschlussprozesse und Konflikte differenzierter beschreibbar und es eröffnen sich neue Interventionsmöglichkeiten.

Im Kontext Sozialer Arbeit und insbesondere im Feld der Jugendhilfe summieren sich Ausschlussprozesse und Konflikte nicht einfach und sie vollziehen sich selten isoliert auf der Basis von nur einer Differenzkategorie. Wechselwirkungen oder Interdependenzen sind eher die Regel als die Ausnahme. In diesem Sammelband geht es um eine Bündelung der unterschiedlichen Perspektiven von Intersektionalität sowohl auf struktureller Ebene, der Ebene symbolischer Repräsentationen und im Zusammenhang von Interaktionen bezogen auf das inzwischen sehr ausdifferenzierte Feld der Jugendhilfe.

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entkomplexisierung von diskriminierungsstrukturen durch intersektionalität

von lann hornscheidt

in diesem artikel diskutiere ich, wie intersektionalität als markierung von komplexität in den gender studies, aber auch darüber hinaus, zunehmend im westeuropäischen kontext verwendet wird und wie damit eine ent_wahrnehmung von komplexität ‚früherer‘ ansätze ebenso stattfindet wie eine institutionalisierte und personelle selbstvergewisserung weißer statisierter forsch_erinnen, die so ihre position strukturell und inhaltlich über ein konzeptuelles aufrufen von ‚intersektionalität‘ legitimieren und privilegien auf diese form ent_wahrnehmen. ich beginne den artikel mit einer kurzen darstellung eines konstruktivistischen sprachhandlungskonzepts, welches meinen nachfolgenden analysen zur inhaltlichen füllung, konzipierung und personellen sowie institutionellen wirkung zugrunde liegt. der artikel nimmt die momentane konzeptualisierung und institutionalisierung von intersektionalität in den gender studies in westeuropa zum ausgangspunkt für eine selbstkritische reflexion von wissenspolitiken zu genderismus, rassismus, klassismus und ableismus.

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Neue Literatur

Schul, Susanne: HeldenGeschlechtNarrationen: Gender, Intersektionalität und Transformation im Nibelungenlied und in Nibelungen-Adaptionen Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang 2014

Singer, Mona: Rita Casale/Barbara Rendtorff (Hrsg.): Was kommt nach der Geschlechterforschung? Zur Zukunft feministischer Theoriebildung. In: Feministische Studien,27, Heft 1, 2009 (S. 157-160)

Knüttel, Katharina: Sandra Smykalla/Dagmar Vinz (Hrsg.): Intersektionalität zwischen Gender und Diversity. Theorien, Methoden und Politiken der Chancengleichheit. In: Feministische Studien,30, Heft 1, 2012 (S. 158-160)


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