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Veranstaltung der Sektionen „Frauen- und Geschlechterforschung“ und „Biographieforschung“, DGS-Kongress „Geschlossene Gesellschaften“, Bamberg 2016

Debatten, die die Ökonomisierung der Wissenschaft oder die „unternehmerische Hochschule“ in den Blick nehmen, haben auf verschiedene Aspekte der Vermarktung von Bildung im sekundären und tertiären Bildungssektor hingewiesen wie auch Fragen des akademischen Kapitalismus aufgegriffen. Der Analysefokus liegt hierbei insbesondere auf der marktförmi-
gen Ausrichtung von Studiengängen und -programmen, der Entwicklung von neoliberalen, verwaltungstechnischen Steuerungsmodellen, der Implementierung von Evaluations- und Qualitätssicherungsmaßnahmen und der Produktion neoliberaler akademischer Subjektivitäten und Karrieremuster. Diese Untersuchungen haben unser Verständnis des Zusammenhangs von Bildung, Politik und Markt erweitert. Auch in der Frauen- und Geschlechterforschung ist die Frage, wie im Rahmen der neoliberalen Hochschule vergeschlechtlichte Ungleichheitslagen neu (re)produziert werden in den letzten Jahren untersucht worden. Die Frage der (Re)Produktion rassifizierter und migrationsbedingte Ungleichheit jedoch bedarf einer tiefergehenden Betrachtung.
Die gemeinsame Sektionsveranstaltung wird diese Frage zum Ausgangspunkt nehmen und sie aus einer intersektionalen Perspektive beleuchten. Denn während auf der einen Seite einent-/degeschlechtlichtes und ent-/deethnisiertes wissenschaftliches Subjekt als unternehmerisches Selbst angerufen wird, stellen sich just darüber auch bekannte und neue strukturelle und institutionelle Ungleichheitsmuster in der unternehmerischen Hochschule wieder her.
Die geplante Veranstaltung der Sektionen „Frauen- und Geschlechterforschung“ und „Biographieforschung“ fragt zum einen danach, inwiefern sich die (Re)Produktion von rassifizierten und vergeschlechtlichten Ungleichheitslagen im Arbeitskontext Hochschule, d.h. in Lehre und Forschung gerade auch in der Soziologie – z.B. in der Methodenlehre oder im Rahmen empirischer Untersuchungen (z.B. in der Biographieforschung) – widerspiegelt.Zum anderen soll nach den (diskursiven) Dynamiken und (biographischen) Erfahrungen von
und Handeln gegen den institutionellen Rassismus an der „unternehmerischen Hochschule“ gefragt werden. Dabei soll es vor allem um Ausschluss- und Diskriminierungsmechanismen gehen, die insbesondere rassifizierte und ethnisierte Studierende und Wissenschaftler*innen betreffen.
Folgende Fragenkomplexe sollen hierbei im Mittelpunkt stehen:
- Wie lassen sich rassifizierte und vergeschlechtlichte Ungleichheitslagen im Rahmen der Diskussionen um die „unternehmerische Hochschule“ theoretische und methodisch in den Blick nehmen? Welche Ansätze und Analysemethoden sind hier weiterführend? Was zeigt eine intersektionale Analyse der „unternehmerischen Hochschule“?
- Welche (biographischen) Erfahrungen machen rassifizierte und ethnisierte Studierende und Wissenschaftler*innen an der „unternehmerischen Hochschule“? Inwiefern führen die Vermarktung von Bildung und die Produktion neoliberaler akademischer Subjektivitäten zu neuen Ausschluss- und Diskriminierungserfahrungen? Und welche Umgangsweisen, Empowermentstrategien oder Umschreibungen von Marginalisierungserfahrungen werden im Kontext „unternehmerische Hochschule“ auch erzählt?
- Welche Strategien werden von welchen Akteur*innen entwickelt, um rassistische Wissensbestände, diskriminierende Verfahrensregelungen und Arbeitsweisen zu thematisieren und entgegenzuwirken? In welchem Zusammenhang stehen diese Handlungsoptionen zu neoliberalen Organisationslogiken der Inwertsetzung von "Differenz"?

Beiträge zu den genannten Fragestellungen (ca. 1-1,5 Seiten) auf deutsch oder englisch bitten wir, bis zum 29. Februar 2016 zu senden an:
Encarnacion Gutierrez-Rodriguez (E.Gutierrez-Rodriguez@sowi.uni-giessen.de)
Maria Teresa Herrera Vivar (Herrera@soz.uni-frankfurt.de)
Tina Spies (tina.spies@uni-potsdam.de)
Elisabeth Tuider (tuider@uni-kassel.de)


Betrachtet man die jüngste Forschung zur Geschichte der römischen Kaiserzeit, so fällt kaum ein Wort so häufig wie „Transformation“. Im Rahmen der Religionsgeschichte meint „Transformation“ dabei vor allem die Verwandlung der paganen Antike in die christliche Spätantike. Dass diese Transformation aber nicht die einzige Veränderung in der religiösen Kultur des Römischen Reiches war, demonstrieren pagane wie jüdisch-christliche Autoren gleichermaßen: Sowohl Paulus als auch Plutarch berichten von Frauen in zentralen kultischen Stellungen. Während aber Paulus die Frauen zumindest im ersten Korintherbrief Männern unterordnet (1 Kor 11-14), erkennt Plutarch die Leitungsfunktion seiner Schülerin Klea im Dionysos-Kult (Is. 364E) durchaus wohlwollend an. Andererseits galten Plutarch alte Frauen geradezu als Innbegriff abergläubischer Praktiken (superst. 166A-B).

In den letzten Jahren ist die Forschung daher vermehrt dazu übergegangen religiöse Praktiken und Handlungsspielräume von Frauen in kultischen Kontexten als interdependent mit anderen Kriterien zu sehen. Besonderes Augenmerk fanden dabei sowohl der sozioökonomische Status als auch der Zugang zu exklusivem Wissen. Weitere Möglichkeiten könnten sich aber auch in all denjenigen Kulten geboten haben, die bei den lokalen Eliten weniger begehrt waren, etwa den sogenannten orientalischen Kulten oder dem Kaiserkult. Beide Fälle lassen sich zumindest für männliche Akteure unterhalb der Eliten, etwa Freigelassene, in der Kaiserzeit erkennen.

Dass verschiedene soziale Kategorien (z. B. Weiblichkeit und Ethnie) Minderheiten nicht nur in Form von Intersektionalität marginalisieren, sondern diese Identitätsanteile interdependent sind und durchaus eigene Spielräume und Handlungsfelder eröffnen können, ist abseits der Altertumswissenschaften jüngst immer wieder diskutiert worden. In dem noch jungen Interdependenzdiskurs fallen bislang jedoch vor allem Studien zu Judentum und Christentum mit Beiträgen zur Antike auf. Untersuchungen zum „doing gender“ und gleichzeitigem „doing religion“ in den paganen Kulten, stehen in dieser Hinsicht jedoch weitestgehend aus. Hier hoffen wir mit dem Workshop neue Impulse geben zu können.

Ziel des Workshops ist es für das Römische Reich des 2.-4. Jahrhunderts zu untersuchen, in wieweit:

- Frauen in etablierten, wie neuen Kulten zentrale Positionen besetzten,
- wie ihre dortigen Handlungsfelder und –spielräume aussahen oder gegebenenfalls von ihnen ausgestaltet werden konnten,
- ob es Frauen möglich war neue Handlungsfelder in Kultkontexten zu besetzen,
- wie und nach welchen Maßstäben die Handlungen von Frauen, insbesondere in den sogenannten orientalischen Kulten, in der zeitgenössischen Literatur bewertet wurden
- und welche sozialen und kulturellen Faktoren eine Partizipation von Frauen ermöglichten, förderten oder beschnitten.

Der Call for Papers richtet sich an Promovierende und Post-Docs der Altertumswissenschaften, Religionswissenschaften und aller affinen Fächer, die Interesse haben in einem etwa 30-minütigen Vortrag zu den oben ausgeführten oder verwandten Themenbereichen vorzutragen. Für anschließende Diskussionszeit soll ausreichend gesorgt sein.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, ein Abstract von nicht mehr als 500 Wörtern in englischer oder deutscher Sprache bis zum 10. Januar 2016 an C. Urs Wohlthat (Christian-Urs.Wohlthat[at]fernuni-hagen.de) zu senden. Wir werden uns bemühen zeitnah allen Interessenten eine Antwort zukommen zu lassen und ein Programm für den Workshop am 6.-7. Mai 2016 zu versenden.


Für das Projektexperiment 'Interdependenz und Hypertext' (Reher/Walgenbach) wurde ein linear konstruierter Text in eine Hypertextstruktur umgewandelt, der in Form eines 3D-Graphen nun online ist.

 

Hier geht es zum 3D-Graphen. 


Wir leben in einer komplexen Welt. Und ebenso komplex sind die bewussten und unbewussten Diskriminierungen, denen wir im Alltag unterliegen und für die wir auch manchmal selbst verantwortlich sind. In der Wissenschaft hat sich dafür der ziemlich sperrige Begriff der "Intersektionalität" etabliert.

In der Schwarzen Frauenbewegung wurzelnd, ist bei diesem Konzept der Gedanke zentral, dass Menschen nie nur "eines" sind. Denn Identitäten sind vielschichtig, genauso wie die damit zusammenhängenden Machtverhältnisse und Diskriminierungserfahrungen. Intersektionalität richtet im Kern also den Blick auf das Zusammenwirken unterschiedlicher Formen von Diskriminierung und stellt eine Möglichkeit dar, die Komplexität und Dynamik menschlichen Interagierens in diesem Sinne abzubilden.

Was aber ist damit genau gemeint und wie kann uns dieses Konzept dabei helfen, diskriminierende Strukturen in unserem Alltag wahrzunehmen und unsere eigene Position zu erkennen? Und wie können Strukturen, die Diskriminierung befördern und verfestigen, verändert oder abgebaut werden?
Impulse für mögliche Antworten gibt unser Praxisworkshop "Inter...was? Diskriminierung erkennen, Widerstand verstehen und Handeln verändern" der sich an Aktive aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Medien richtet.

Zu diesem Workshop, der am 6. und 7. November 2015 in der Weiberwirtschaft in Berlin (Anklamer Straße 38, 10115 Berlin) stattfinden wird, lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung Sie herzlich ein.
Das Platzangebot ist, um ein intensives Arbeiten in kleiner Runde zu ermöglichen, beschränkt Bitte melden Sie sich über diesen Link
<http://www.fes.de/oas/portal/pls/portal/showvera.suche?veranummer=195999>
an.


Neue Literatur

Makkonen, Timo: Multiple, Compund and Intersectional Discrimination: Bringing the Experiences of the Most Marginalized to the Fore. Institute For Human Rights: Åbo Akademi University 2002

Lemke, Ulrike/Liebscher, Doris: Postkategoriales Antidiskriminierungsrecht? - Oder: Wie kommen Konzepte der Intersektionalität in die Rechtsdogmatik? In: Philipp, Simone et al. (Hrsg.): Intersektionale Benachteiligung und Diskriminierung. Soziale Realitäten und Rechtspraxis. Zürich: Nomos 2014 (S. 261-290)

Knapp, Gudrun-Axeli: Verhältnisbestimmungen. Geschlecht, Klasse, Ethnizität in gesellschaftstheoretischer Perspektive In: Klinger, Cornelia/Knapp, Gudrun-Axeli (Hrsg.): ÜberKreuzungen. Fremdheit, Ungleichheit, Differenz. Münster: Westfälisches Dampfboot 2008 (S. 138-170)


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