Das Portal Intersektionalität bietet Forscher_innen und Praktiker_innen, welche sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen, eine virtuelle Plattform. Es dient damit der Information, Kooperation und Vernetzung sowie der vitalen Weiterentwicklung in Forschung, Lehre und Praxis. Das Portal fördert... Mehr

Aktuelles


Das Internetportal wird durch seine User_innen vital gehalten. Deshalb freuen wir uns über Ihre Unterstützung:

  • Machen Sie Vorschläge für unsere Literaturdatenbank.
  • Verlinken Sie unser Portal auf Ihre Homepage.
  • Machen Sie Ihre Netzwerke auf das Portal Intersektionalität aufmerksam.

Es dankt Ihnen die Organisation des Portals Katharina Walgenbach und Friederike Jonah Reher.


Aus der Verlagsankündigung:

"Unbedingte Solidarität ist die Herausforderung der Stunde. Von allen Seiten wird eine Erosion von Solidargemeinschaften beklagt, die sich nicht zuletzt in einer zunehmenden Fragmentierung linker sozialer Bewegungen zeigt. Die meist erbittert geführten Debatten um Identitätspolitiken zeugen davon.

Dieses Buch plädiert dafür, Solidarität nicht nur als bloße Parteinahme für die Gleichen und Ähnlichen zu fassen. Entscheidend ist vielmehr die Frage, wie Solidarität auch mit denjenigen möglich ist, mit denen wir nicht gemeinsame Erfahrungen, das Geschlecht und die Herkunft teilen.

Unbedingt ist diese Solidarität, weil sie weder die geteilte Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu ihrer Bedingung macht, noch ein bloßes Tauschgeschäft mit Kosten-Nutzen-Abwägung ist. Darüber hinaus ist Solidarität auch im Sinne einer Dringlichkeit unbedingt: Wir brauchen mehr solidarische Beziehungen im Kampf für eine gerechte Gesellschaft!

Der Sammelband bietet vielfältige Einblicke in die theoretischen Debatten, diskutiert Beispiele praktizierter Solidarität und ist darüber hinaus ein eindringliches Plädoyer für eine solidarische Gesellschaft, für eine radikale Solidarität unter Ungleichen, für eine unbedingte Solidarität."

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu der Veröffentlichung.


"Antisemitismus und jüdische Perspektiven stellen häufig eine Leerstelle in intersektionalen Debatten und Debatten über Intersektionalität dar. Das vorliegende Buch macht jüdische Positionen und Erfahrungen mit dem Konzept der Gojnormativität artikulier- und sichtbar. Es lotet das Verhältnis von Jüdischsein und Weißsein aus, geht der spezifischen Unsichtbarkeit von Juden_Jüdinnen nach und schaut sich Debatten über Antisemitismus und Gedenkpolitiken mit einem spezifischen Fokus an. »Gojnormativität« fordert ein anderes Sprechen über Antisemitismus ein sowie das konsequente und bedingungslose Einbeziehen von Juden_Jüdinnen in intersektionale Diskurse und Politiken. Gleichzeitig ist das Buch ein engagiertes Plädoyer für solidarische und intersektionale Bündnisse und Allianzen."

Das Buch erscheint im September 2021.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu der Veröffentlichung.


"Im Projekt 'Intersektional für Diversität und soziale Gerechtigkeit in der Kita' geht es um die Qualifizierung des Personals von Kindertageseinrichtungen, die Begleitung der Einrichtungen in Veränderungsprozessen und die Entwicklung von Arbeitsmaterialien zur fachlichen Unterstützung.

Mit dem Ansatz der Intersektionalität sollen verschiedene Ungleichwertigkeitsvostellungen und ausgrenzenden Ideologien auf individueller, struktureller und symbolischer Ebene in den Blick genommen und hinsichtlich ihrer Wirkmächtigkeit in der Arbeit der Kindertageseinrichtungen analysiert werden."

"Arbeit und Leben Hamburg fördert aktiv die Gleichstellung aller Mitarbeiter_innen. Wir möchten besonders Rom*nja und Sinte*zza, Schwarze Menschen, Juden_Jüdinnen, Muslim*innen und Migrant*innen zu einer Bewerbung ermutigen.

Einstellungsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes (Fach)Hochschulstudium oder eine vergleichbare Qualifikation.

Bewerbungen von behinderten Menschen werden bei gleicher Qualifizierung bevorzugt."

Mehr Informationen zur Stellenausschreibung erhalten Sie hier.


Zeit: 28.5.-2.6.2021

Ort: digital

Anmeldeschluss: 21.5.2021

Unser Alltag, unser systemisches Arbeiten ist ein beständiger Fluss von Beobachtungen und Unterscheidungen. Im Kontext der bürgerlichen Familie sind seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Unterscheidungen von weiblich/männlich, heterosexuell/homosexuell, cis/trans* besonders bedeutungsvoll und wirkmächtig geworden.
Aus Unterscheidungen wurden Begriffe, aus Begriffen wurden Zuschreibungen, aus Zuschreibungen wurden Identitäten. Identitäten wiederum markieren die Grenzen von Inklusion/Exklusion, von Privilegierung/De-Privilegierung.
Wir finden uns wieder in „unserer“ Identitäts-Box – wissen wir noch, ob wir diesen Ort der Zugehörigkeit selbst gewählt haben, oder ob wir einer gesellschaftlichen Zuschreibung, einem gesellschaftlichen Zwang gefolgt sind?
Geschlechter, ebenso wie sexuelle und geschlechtliche Identitäten sind einerseits alltägliche, wenn auch oft unsichtbare sozialwissenschaftlich messbare Wirklichkeiten. Andererseits assoziieren sie anziehende und abschreckende innere Bilder des Anderen und Fremden.
Fragen um die Anerkennung marginalisierter Gruppen stehen gerade in jüngster Zeit wieder stark im Fokus des öffentlichen Interesses. Die Verhandlung von Geschlecht, insbesondere queerer Lebenspraxen dringt von akademischen Zirkeln über verfassungsrechtliche Entscheidungen und die Gesetzgebung zur Ehe für Alle oder zum Personenstandsrecht ins gesamtgesellschaftliche Normen- und Wertegefüge ebenso ein, wie in den Alltag sozialer
Institutionen und systemischer Praxis.
Auch wenn systemische Fachleute der Prämisse der „Perspektivenvielfalt“ verpflichtet sind, beobachten wir, dass das Themenfeld Sex and Gender auf der einen Seite zu Interesse, Bewunderung und sozialem Engagement und auf der anderen Seite zu Unbehagen, Distanzierungen
und Abwertungen einlädt.
Gemeinsam wollen wir uns auf der Basis unserer Lebensgeschichten und unserer systemischen Professionalität öffnen für hilfreiche Fragen – egal, woher wir kommen:

  • Wie können wir unseren eigenen diskriminierenden Mindsets in Bezug auf Sex, Gender, Befähigungen, Herkünfte etc. auf die Spur kommen?Wie steht es um die Durchlässigkeit der Grenzen zwischen den Unterscheidungen, die unseren Beobachtungen folgen?
  • Wozu ist es gut, unsere dominierenden Denk- und Glaubenssätze in Frage zu stellen?
  • Wie bringen wir uns selbst in die Lage, Menschen sowohl differenzsensibel als auch differenzkritisch zu begegnen?
  • Wie können wir einen intersektionalen Blick schulen, der uns hilft, in unserer systemischen Praxis sensibler für Mehrfachdiskriminierungen zu werden?
  • Was ermöglicht es uns, Geschlechter und Identitäten als soziale Konstruktionen zu begreifen, die uns freier machen dafür, miteinander anschlussfähig zu bleiben?
  • Was brauchen systemische Berater*innen, Therapeut*innen, Coaches und Supervisor*innen, heute, um Menschen bei ihrer sexuellen und geschlechtlichen Emanzipation zu unterstützen?
  • Wie können unsere eigenen Positionierungen hilfreich werden für das Joining mit unseren Adressat*innen?

Wir wünschen uns einen Fachtag, an dem wir achtsam und empowernd zusammenarbeiten, respektvoll mit Grenzen umgehen, Diskriminierungen sensibel erkennen, als solche benennen und systemisch verändern lernen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.


Neue Literatur

Coffey, Judith/Laumann, Vivien: Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen. Verbrecher Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Bomy, Charlotte/Wegener, Lisa (Hrsg.): Surf durch undefiniertes Gelände. Internationale queere Dramatik, Neofelis Verlag: Berlin 2021 (im Erscheinen)

Christina Lammer: Erinnerung und Identität. Literarische Konstruktionen in Doeschka Meijsings Prosa. Transkript: Bielefeld 2020.

Fernandez, Elsa: Fragmente über das Überleben. Romni Geschichte und Gadje-Rassismus. Unrast Verlag: Münster 2020.

hooks, bell: Die Bedeutung von Klasse. Warum die Verhältnisse nicht auf Rassismus und Sexismus zu reduzieren sind. Unrast Verlag: Münster 2020.

Sweetapple, Christopher/ Voß, Heinz-Jürgen/ Wolter, Salih Alexander:
Intersektionalität. Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft? Stuttgart 2020.

Kelly, Natasha A.: Schwarzer Feminismus, Unrast Verlag: Münster 2019.

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina/ Libuda-Köster, Astrid: Die Kategorie Behinderung in der Intersektionalitätsforschung. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde. Projektverlag: Bochum/Freiburg 2018

Mauer, Heike: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Barbara Budrich Verlag: Opladen 2018

Schildmann, Ulrike/ Schramme, Sabrina: Behinderung: Verortung einer sozialen Kategorie in der Geschlechterforschung und Intersektionalitätsforschung, VS Springer: Wiesbaden 2017

Lutz, Helma/ Amelina, Anna: Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Transcript: Bielefeld 2017

Hark, Sabine/ Villa, Paula-Irene: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript: Bielefeld 2017

Bramberger, Andrea/ Kronberger, Silvia/ Oberlechner, Manfred (Hrsg.): Bildung - Intersektionalität - Geschlecht. StudienVerlag: Innsbruck 2017

Denninger, Tina/ Schütze, Lea (Hrsg.): Alter(n) und Geschlecht. Neuverhandlungen eines sozialen Zusammenhangs. Westfälisches Dampfboot: Münster 2017


Meistgelesen