Konzept Internetportal Intersektionalität

Kurzfassung: Das Internetportal bietet eine virtuelle Plattform für Forscher_innen, die sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen. Darüber hinaus richtet sich das Portal an Praktiker_innen, welche das Konzept Intersektionalität in Praxisfeldern wie Antidiskriminierungspädagogik, Gleichstellungspolitik oder Antidiskriminierungsrecht produktiv machen. Als Pilotprojekt legt das Portal Intersektionalität zunächst einen Schwerpunkt auf die Sozialwissenschaften sowie den deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich).

Zum Angebot des Portals gehören:

Intersektionalität bzw. Intersectionality ist ein Paradigma, mit dem die Wechselbeziehungen von Dimensionen sozialer Macht-, Herrschafts- und Normierungsverhältnisse wie Geschlecht, soziales Milieu, Migrationshintergrund, Nation, Ethnizität, ‚Rasse‘, sexuelle Orientierung, Behinderung, Generation et_cet_era. fokussiert werden. Diese Dimensionen sozialer Ungleichheit werden als soziale Konstruktionen konzeptualisiert, welche nicht isoliert voneinander analysiert werden können, sondern in ihren Überschneidungen (intersections) oder Wechselverhältnissen (Interdependenzen/interdependenten Kategorien) untersucht werden müssen. Additive Perspektiven sollen überwunden werden, indem der Fokus auf das gleichzeitige Zusammenwirken von sozialen Ungleichheiten bzw. Positionierungen gerichtet (Projektstart April 2012).

Konzept und Organisation: Prof. Dr. Katharina Walgenbach/ Dipl. Päd. Friederike Reher (FernUniversität Hagen)  

Kontakt: Prof. Dr. Katharina Walgenbach, FernUniversität Hagen, Lehrgebiet Bildung und Differenz, Universitätsstr. 33, 58084 Hagen, Katharina.Walgenbach@FernUni-Hagen.de

 


 

Ziele des Internetportals

Das Portal Intersektionalität bietet einen gemeinsamen virtuellen Raum zur Diskussion, Vernetzung und Informationsaustausch über das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen. Es soll in erster Linie Forscher_innen sowie Praktiker_innen zusammenbringen, die sich positiv auf Intersektionalität/Interdependenzen beziehen. Darüber hinaus soll das Portal einer interessierten Öffentlichkeit den Einstieg in Debatten über Intersektionalität erleichtern. Das Portal will aber auch ein Ort sein, der einen Raum für produktive Kritik am Denkmuster Intersektionalität zur Verfügung stellt. Zum Angebot des Portals gehören:

Das Portal zielt auf eine vitale Weiterentwicklung des Paradigmas Intersektionalität in Forschung, Lehre und Praxis. Es dient der innovativen Theoriebildung, der gegenseitigen Theorie-Praxis-Wahrnehmung und der kritischen Selbstreflexion. Das Internetportal soll zu einem themen- und disziplinübergreifenden Austausch beitragen. Als Pilotprojekt legt das Portal Intersektionalität allerdings zunächst einen Schwerpunkt auf die Sozialwissenschaften sowie den deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich). Beiträge aus anderen Disziplinen sind dennoch willkommen.

Das virtuelle Format des Portal Intersektionalität ermöglicht es, Debatten bzw. Informationen zu Intersektionalität dauerhaft einer Netzöffentlichkeit zugänglich zu machen sowie interaktive Gestaltungsmöglichkeiten anzubieten. Das Portal soll zudem einen virtuellen Raum für die experimentelle Weiterentwicklung des Konzepts in so genannten ‚Experimentierräumen‘ eröffnen. Hier können kollektive und kreative Methoden des gemeinsamen Arbeitens an intersektionalen Inhalten erprobt werden. Den Anfang wird im April 2012 das geplante Projekt ‚Interdependenzen und Hypertext‘ (Reher/Walgenbach) machen, mit dem multidimensionale Machtverhältnisse bzw. soziale Kategorien durch Hypertextformate kreativ abgebildet und bearbeitet werden (=> s. Experimentierräume).

Dem interdisziplinären Austausch dienen auch die E-Konferenzen des Portals Intersektionalität. Diese werden entweder von den Organisatorinnen initiiert oder das Portal wird von externen Wissenschaftler_innen bzw. Praktiker_innen genutzt. Angestrebt werden zudem Audio-Dokumentationen von Tagungen zu Intersektionalität/Interdependenzen, die einen räumlich und zeitlich flexiblen Zugang zu intersektionalen Debatten ermöglichen.


Zielgruppen des Internetportals

Das Internetportal bietet eine Vernetzungsmöglichkeit für Forscher_innen und Praktiker_innen, die sich in ihrer Arbeit mit Intersektionalität auseinandersetzen. Durch die Zusammenführung unterschiedlicher Themenschwerpunkte soll eine gemeinsame Diskussions- und Informationsplattform im deutschsprachigen Raum bereitgestellt werden. Das Portal bietet sowohl Zugänge für erste Auseinandersetzungen mit dem Konzept als auch vertiefende Inhalte bzw. Diskussionen. Forscher_innen aus dem universitären Kontext, außeruniversitären Institutionen und Nachwuchsforscher_innen erhalten die Möglichkeit, an einer weitgefächerten Debatte zu partizipieren und gestaltend mitzuagieren.

Ebenso von Interesse für das Portal sind die praktischen Herangehensweisen und theoretischen Bezugspunkte bzw. Impulse von Praktiker_innen. Intersektionale Praxis findet bspw. in den Bereichen der Sozialpädagogik, Gleichstellungspolitik oder in juristischen bzw. bildungspolitischen Projekten statt.

Das Portal Intersektionalität bietet Praktiker_innen Gelegenheiten zur Selbstpräsentation und Werbung für intersektional angelegte Praxisprojekte (Weiterbildung, Training, Dokumentationen). Angestrebt ist ebenfalls der Austausch von Arbeitsmaterialien sowie Praxismethoden über das Portal Intersektionalität. Das Portal bietet Praktiker_innen ein Forum für den Erfahrungsaustausch über intersektionale Inhalte, Methoden und Praxisprobleme. Das Portal versteht sich ebenfalls als Ort, an dem intersektionale Theoriebildung aus der Praxis heraus vorangetrieben wird. Das Portal Intersektionalität richtet sich demnach gleichermaßen an Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen. Es wirkt somit vernetzend und ermöglicht eine wechselseitige Bezugnahme. Gleichwohl davon ausgegangen wird, dass beide Zielgruppen auch spezifische Interessen und Bedürfnisse haben, wird von einer rigiden Trennung zwischen intersektionaler Wissenschaft und Praxis Abstand genommen. Vielmehr basiert das Konzept des Portals Intersektionalität auf der Annahme, dass intersektionale Theoriebildung auch durch Praxisprojekte generiert wird und die praktische Relevanz intersektionaler Perspektiven ebenfalls in der Theoriebildung zu suchen ist. Der gemeinsame Fokus auf Intersektionalität soll dabei ermöglichen, die Verwobenheit verschiedener Herangehensweisen herauszustellen.


Theoriebildung

Im Portalbereich ‚Intersektionale Theoriebildung‘ werden theoretische Perspektiven und empirische Studien zu Intersektionalität dargeboten sowie zu deren Weiterentwicklung angeregt. Der Einstieg in intersektionale Debatten und Themenfelder soll durch so genannte Schlüsseltexte erleichtert werden, die von Vertreter_innen der Intersektionatitätsforschung verfasst werden. Die Schlüsseltexte verdeutlichen zugleich das Panorama an Themen, für die das Paradigma Intersektionalität bereits produktiv gemacht wurde.


Schlüsseltexte

Zum Start des Portals werden Autor_innen aus Forschung und Praxis von der Organisation gebeten, für das Portal Schlüsseltexte zu intersektionalen Themenfeldern zu verfassen. Die Schlüsseltexte sollen in einführender Weise einen Überblick über zentrale Argumente bzw. Forschungsbefunde des jeweiligen Themenfeldes bieten. In erster Linie sollen die Schlüsseltexte eine erste Orientierung gewährleisten, wie Intersektionalität für ein spezifisches Themenfeld produktiv gemacht wird. Am Ende des Textes sollen biographische Angaben zur Autor_in stehen. Zudem kann eine Liste mit weiterführenden Literaturhinweisen im Anschluss beigefügt werden. Die Schlüsseltexte werden durch eine Creative Commons-Lizenz urheberrechtlich geschützt. Des Weiteren wird im Dokumentenkopf der Schlüsseltexte von der Organisation des Portals ein Zitationsvorschlag gemacht, der für alle Schlüsseltexte einheitlich ist (=> Zitation von Internetdokumenten). Die Bereitstellung von Schlüsseltexten ist als kontinuierlich wachsendes Projekt angelegt. Weitere Schlüsseltexte sind demnach willkommen.

 

Weiterentwicklung: Diskussionspapiere & Working Papers

Das Portal soll auch ein Ort der Weiterentwicklung von intersektionaler Theoriebildung und Praxis sein. Es wird daher die Möglichkeit geboten, Publikationen als Diskussionspapiere oder Working Paper zu publizieren. Diskussionspapiere und Workingpaper sollten mit einer Kontaktadresse versehen werden, damit Leser/innen die Möglichkeit haben, sich direkt an die Autor_in zu wenden. Sollte sich in dieser Rubrik ein bestimmter Themenschwerpunkt herauskristallisieren, besteht zudem die Möglichkeit, diesen in eine organisierte Debatte als E-Konferenz aufzunehmen.


E-Konferenzen

E-Konferenzen haben den Vorteil, dass sie ein zeitlich und räumlich flexibles Angebot darstellen. Die hier dokumentierten Vorträge bzw. virtuellen Diskussionsbeiträge sollen sich explizit auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen. Unter E-Konferenzen bietet das Portal Intersektionalität zwei Formate an:

  1. Interaktive E-Konferenzen: Durch die Organisation des Portals werden selbst E-Konferenzen zu intersektionalen Themen initiiert bzw. die Plattform wird externen Koopertionspartner_innen zur Verfügung gestellt.
  2. Dokumentation Konferenzen: Das Portal dokumentiert Vorträge bzw. Tagungen von Face-to-Face-Veranstaltungen durch Audiodateien und macht diese zeitlich bzw. räumlich flexibel einer breiten Netzöffentlichkeit zugänglich.

Interaktive E-Konferenzen: Für die erste Variante sollen schriftliche Vorträge von Referent/innen zum Download im Portal zur Verfügung stehen, die dann in moderierter Form diskutiert werden. Die E-Konferenzen werden jeweils in einem zeitlich begrenzten Rahmen stattfinden. Die zeitliche Taktung für die Bereitstellung der virtuellen Vorträge und deren Diskussion wird von den Organisator/innen der E-Konferenzen festgelegt. Erfahrungsgemäß sollten für die Diskussion im Vorfeld so genannte Discussants gewonnen werden, welche die virtuelle Debatte beleben.

Audio-Dokumentation Konferenzen: Für die zweite Variante ist das Portal Intersektionalität auf die Mitarbeit von Veranstalter/innen angewiesen, die sich für eine Dokumentation ihrer Tagung bzw. Vorträge durch Audio-Dateien interessieren. Mitunter werden solche Beiträge aber auch aktiv von der Organisation des Portals Intersektionalität eingeworben. Die Audiodateien sollen den Nutzer_innen des Portals zum Download zur Verfügung stehen. Zusammen mit den Audiodateien können darüber hinaus die dazugehörigen Tagungsprogramme bzw. Call for Paper als Begleitmaterial archiviert werden.

 

Forschungsprojekte

Die Plattform ‚Forschungsprojekte‘ soll laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte dokumentieren, die sich positiv auf das Paradigma Intersektionalität/Interdependenzen beziehen. Dies können sowohl empirische, historisch-systematische als auch theoretische Forschungsarbeiten sein. Willkommen sind geförderte Forschungsprojekte, Dissertationsprojekte oder frei durchgeführte Forschungsarbeiten. Die Plattform dient zur Vernetzung von Forscher_innen sowie dem Theorie-Praxis-Austausch. Darüber hinaus bietet sie einer interessierten Netzöffentlichkeit einen Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten und Fragestellung der Intersektionalitätsforschung.

Die Forschungsprojekte werden zunächst durch übersichtliche Kurzdarstellungen präsentiert. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, längere Exposés, Projektdarstellungen oder Forschungsanträge zum Download zur Verfügung zu stellen. Durch die Angabe von Kontaktadressen werden Vernetzungsaktivitäten ermöglicht.

Zum Start des Portals werden erste Forschungsprojektdarstellung durch die Organisation des Portals direkt eingeworben. Danach sollen Projektdarstellungen an die Organisation gesandt werden, damit diese zeitnah eingestellt werden können.

 

Praxisforum

Das Praxisforum dient der Präsentation und Diskussion von praktischen Projekten, die in ihren jeweiligen Kontexten mit einer intersektionalen Perspektive arbeiten. Das sind bspw. Projekte aus den Bereichen der Weiterbildung, Jugendarbeit, Antidiskriminierungspädagogik, Gleichstellungspolitik, juristische Ansätze etc. Das Forum Praxisprojekte bietet unterschiedliche Möglichkeiten der interaktiven Mitarbeit bzw. Informationen:

Das Forum unterstützt die Vernetzung von Praktiker_innen sowie den Theorie-Praxis-Austausch. Das Internetportal Intersektionalität versteht sich auch als ein Ort, an dem intersektionale Theoriebildung aus der Praxis heraus vorangetrieben wird.

Im Forum Praxisprojekte wird zwischen ‚intersektionalen Projekten‘ und Projekten aus ‚guter Nachbarschaft‘ unterschieden. Da das Internetportal sich auf Intersektionalität bzw. Interdependenzen bezieht, wird hier ein besonderer Schwerpunkt gelegt. Es gibt aber auch zahlreiche interessante Praxisprojekte aus 'guter Nachbarschaft‘, die sich nicht explizit auf das Konzept Intersektionalität beziehen, aber dennoch mehrere Machtverhältnisse/soziale Kategorisierungen in ihrer Arbeit berücksichtigen. Sie weisen demnach inhaltliche Bezüge zum Intersektionalitätsansatz auf und das Portal möchte der gegenseitigen Inspiration einen virtuellen Raum geben. Das Forum Praxisprojekte soll sowohl die Möglichkeit bieten, eigene Projekte, Praxisdokumentationen und Angebote zu veröffentlichen bzw. zu bewerben als auch einen virtuellen Dialog über Praxismethoden ermöglichen.

 

Porträt Praxisprojekte

Die Rubrik ‚Porträt Praxisprojekte‘ bietet die Möglichkeit, die eigenen Projekte, Initiativen, Institutionen oder Trainingsangebote vorzustellen. Diese können bspw. aus der Bildungsarbeit, Weiterbildung, Gleichstellungspolitik, Jugendarbeit oder sozialen Arbeit kommen. Neben Projektbeschreibungen können auch Arbeitspapiere, Erfahrungsberichte oder Projektdokumentationen publiziert werden. Die Bewerbung von Seminaren, Workshops oder Vorträgen hat ihren Platz hingegen in der Rubrik ‚Aktuelles‘.

Im Walk of Fame finden sich Porträts intersektionaler Projekte wie auch Projekte aus ‚guter Nachbarschaft‘. Hier stellen sich Projekte vor, die in unterschiedlichen praktisch-politischen Feldern mit dem Konzept der Intersektionalität arbeiten und/oder zum Abbau von verschiedenen Dominanzverhältnissen und Diskriminierungen arbeiten.

Unter Materialien können Projektdokumentationen, Erfahrungsberichte und Arbeitspapiere veröffentlicht werde. Das Portal ermöglicht eine vollständige Dokumentation von Materialien oder lediglich eine Linksetzung zur eigenen Projekthomepage. Im Letzteren Fall sollte eine Kurzbeschreibung verfasst werden, um welches Material es sich handelt.

 

Aktuelles

Unter Aktuelles finden sich Ankündigungen von Workshops, Seminaren, Weiterbildungen, Vorträgen, Tagungen und anderen Veranstaltungen. Praxisprojekte können hier also anstehende Events bewerben und Besucher_innen des Internetportals können sich über das aktuelle Angebot informieren. Neben den Veranstaltungshinweisen können auch Flyer zum Download bereitgestellt werden. Die Angebote sind wiederum in ‚Intersektionale Angebote‘ und ‚Gute Nachbarschaft‘ unterteilt. Um Besucher_innen des Portals eine schnelle Orientierung nach eigener Interessenlage zu ermöglichen, werden im Forum Praxisprojekte alle Veranstaltungen aufgeführt, die sich auf praktisch-politische Projekte beziehen. Das Praxisforum hat demnach seinen eigenen Kosmos im Portal.

 

Methodenlaboratorium

Im Methodenlaboratorium finden Präsentationen, Diskussionen und Weiterentwicklungen von methodischen Zugängen und Konzepten statt. Darüber hinaus versteht sich das Forum Praxisprojekte auch als Ort, in dem intersektionale Theoriebildung aus der Praxis heraus vorangetrieben wird. Das Methoden-Laboratorium besteht aus einem Methodenpool und einer Rubrik Methodenkonferenzen.

Methodenpool

In dieser Rubrik werden einzelne Methoden vorgestellt oder Methodensammlungen porträtiert, die sich bspw. in Weiterbildungen, Workshops oder in der Jugendarbeit bewährt haben. Der Methodenpool dient in erster Linie der Dokumentation von Methoden aus der Praxis. Dafür werden Angaben zur Zielgruppe, Dauer, Setting, Verwendungsmöglichkeit etc. bereitgestellt. Des Weiteren werden die konkreten Bezüge der Methode zum Paradigma Intersektionalität herausgearbeitet.

Darüber hinaus bietet das Portal Praktiker_innen die Möglichkeit, die vorgestellten Methoden direkt zu kommentieren. Dadurch können Erfahrungen ausgetauscht, Erweiterungen bzw. Abwandlungen präsentiert oder Probleme kritisch abgewogen werden. Auf diese Weise können zum Beispiel Entwicklungsreihen einer Methode entstehen, die durch Transformationen neue Aspekte hervorbringen und somit gegebenenfalls eine neue Qualität gewinnen.

Methodenkonferenzen

Bei den Methodenkonferenzen gibt es ebenfalls einen Austausch über Praxismethoden, dieser findet allerdings in einer organisierten Form statt und ist auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt (z. B. 1 - 4 Monate). Für eine Methodenkonferenz gibt es feste Moderator_innen und Methodenpat_innen, die sich in Absprache mit der Organisation des Portals bereit erklären, über einen festgelegten Zeitraum hinweg eine Methode in der Praxis zu überprüfen und Erfahrungen gemeinsam auszutauschen.

Die Methodenpat_innen werden durch die Moderator_innen der Methodenkonferenz gewonnen. Auf Wunsch der Konferenzdurchführenden können aber auch weitere Nutzer_innen des Internetportals an dem Methodenaustausch teilnehmen. In jedem Fall können alle Nutzer_innen des Portals die Diskussion bzw. den Erfahrungsaustausch öffentlich verfolgen. Die Patinn_enschaft folgt der Idee, dass eine Gruppe von Praktiker_innen sich dazu verpflichtet, eine ausgesuchte Methode bzw. ein Werkzeug unter dem Gesichtspunkt einer intersektionalen Perspektive weiterzuentwickeln. Es kann sich dabei um Methoden handeln, die bisher keine intersektionale Perspektive beinhalten, es aber vielversprechend scheint, sie in diesem Sinne weiterzuentwickeln oder es geht um Methoden bzw. Werkzeuge, die bereits eine intersektionale Perspektive berücksichtigen, an deren Weiterentwicklung aber noch gearbeitet werden sollte. Die Pat_innen erproben die Methode in ihren jeweiligen Praxisfeldern bzw. reflektieren zurückliegende Erfahrungen und beteiligen sich an einer gemeinsamen Reflexion.

 

Experimentierräume

Das Internetportal Intersektionalität möchte nicht allein ein Ort sein, in dem intersektionale Inhalte dokumentiert werden, vielmehr bieten multimediale Formate eventuell die Möglichkeit, intersektionale Fragestellungen experimentell neu zu bearbeiten. Um diese Potenziale auszuloten, wurde der Bereich ‚Experimentierräume‘ eingerichtet.

Projekt ‚Interdependenzen und Hypertext‘

Das Projekt ‚Interdependenzen und Hypertext‘ (Reher/Walgenbach) soll einen ersten Eindruck davon geben, wie solche Experimente aussehen könnten. Bei diesem Projekt wurde erprobt, inwiefern Hypertext die multidimensionalen Perspektiven von Intersektionalität bzw. Interdependenzen eventuell adäquater oder anders bearbeiten kann als linear verfasste Texte. Hier geht es bspw. darum, ob Hypertextstrukturen soziale Kategorien nicht mehr hierarchisieren müssen, indem einige z.B. zuerst genannt werden, während andere auf eine ‚etc.‘ reduziert werden. Das Projekt interessiert sich aber auch für die spezifisch neuen Problemstellungen, welche eventuell durch Hypertextstrukturen generiert werden.

Für das Projekt ‚Interdependenzen und Hypertext‘ wurde exemplarisch der Text ‚Weiße Identität und Geschlecht‘ (Walgenbach 2006) bearbeitet, der ursprünglich linear verfasst wurde und nun in Hypertextstrukturen umgewandelt werden sollte. Der Artikel arbeitet anhand der kolonialrassistischen Figur des ‚verkafferten Kolonisators‘ die Wechselbeziehungen von Geschlecht, ‚Rasse‘ und Klasse heraus. Der Artikel basiert auf einer historischen Studie über Weiße Identität, Geschlecht und Klasse in den deutschen Kolonien (Walgenbach 2005).

Im ersten Teil des Projekts wurden gemeinsam mit Studierenden der Universität Wuppertal in dem Projektseminar ‚Intersektionalität und Hypertext‘ (WS 2011/2012) erste ‚Skizzen‘ erstellt, wie ein linearer Text mit intersektionalen Inhalten in Hypertextstrukturen umgewandelt werden kann. Des Weiteren führten die Studierenden Lerntagebücher, mit denen sie ihre individuellen bzw. kollektiven Lernprozesse beim Arbeiten mit Hypertext reflektierten.

Im zweiten Teil wurde auf der Basis der Seminarergebnisse von Friederike Reher und Katharina Walgenbach das Projektexperiment ‚Interdependenzen und Hypertext‘ entwickelt. Die Ergebnisse werden in Form eines interaktiven 3-D-Graphs dargestellt, der die begriffliche Vernetzung in Hypertextformaten visualisiert.

Open Space

Der Bereich Experimentierräume bietet Nutzer_innen aber auch einen Open Space, um eigene Projekte zu veröffentlichen. Dies müssen nicht Hypertext-Experimente sein, vielmehr sind die Experimentierräume offen für alle Formate, bei denen die Potenziale von Multimedia für das Paradigma Intersektionalität herausgearbeitet werden.

 

Ressourcen

In der Rubrik ‚Ressourcen‘ wird der Zugriff auf Ressourcen ermöglicht, in denen sich auf Intersektionalität/Interdependenzen bezogen wird wie bspw. Literatur, Rezensionen, Tagungshinweise etc. Das hier versammelte Angebot ist als wachsendes Projekt angelegt und auf die aktive Mitarbeit der Nutzer_innen des Portals Intersektionalität angewiesen. Erste Daten bzw. Informationen werden zum Projektstart durch die Organisation bereitgestellt.

 

Literaturdatenbank

Anhand einer interaktiven Plattform erhalten Nutzer_innen die Möglichkeit, eine Literaturdatenbank durch eigene Beiträge zu ergänzen. Die Literaturhinweise sollten sich auf Publikationen beziehen, die sich positiv auf das Konzept Intersektionalität/Interdependenzen beziehen oder dieses explizit kritisieren. Im Sinne der Übersichtlichkeit werden Literaturhinweise, welche diese Kriterien nicht erfüllen, in der Rubrik ‚Gute Nachbarschaft‘ dokumentiert.

Die Literaturdatenbank ist nicht nach Themen strukturiert. Das Ordnungsprinzip bilden vielmehr die jeweiligen Publikationsformate (Monographien, Sammelbände, Zeitschriften, Rezensionen). Durch diese offengehaltene Struktur können weitgefächerte Themengebiete der Intersektionalitätsforschung bzw. - praxis zur Verfügung gestellt werden. Die Literaturhinweise müssen sich nicht auf die Sozialwissenschaften beschränken, sondern können aus allen wissenschaftlichen Disziplinen kommen.

 

Veranstaltungen

Die Rubrik ‚Veranstaltungen‘ bietet Informationen über Konferenzen, Tagungen, Workshops und Kolloquien etc.. Es können Call for Paper, Tagungsprogramme und Tagungsberichte in eine interaktive Datenbank eingegeben werden. Die Tagungshinweise sollten sich explizit auf das Konzept Intersektionalität/Interdependenzen beziehen. Über ein Tagungsarchiv sollen sich Nutzer_innen über abgeschlossene Tagungen und Call for Paper informieren können

 

Links

Die Linksammlung soll Hinweise auf weitere Ressourcen geben, die über das Konzept Intersektionalität/Interdependenzen informieren. Hier wird die Beschränkung auf den deutschsprachigen Raum aufgehoben, um internationale Anknüpfungspunkte zu ermöglichen.


Gute Nachbar_innenschaft

Intersektionalität kann keinen Alleinvertretungsanspruch deklarieren, wenn es um das Zusammendenken mehrerer Machtverhältnisse bzw. sozialen Kategorisierungen geht. Für manche Forscher_innen oder Praktiker_innen gibt es gute Gründe, sich nicht explizit auf das Paradigma Intersektionalität bzw. Interdependenzen zu beziehen. Deshalb wurde im Portal Intersektionalität die Rubrik ‚Gute Nachbar_innenschaft‘ eingeführt. Hier sind Beiträge aus machtkritischen Ansätzen willkommen wie den Critical Race Studies, Postcolonial Studies, Cultural Studies, Gender Studies, Disability Studies etc., die sich nicht explizit auf Intersektionalität beziehen (bzw. beziehen wollen) und dennoch Wechselbeziehungen von mehreren sozialen Dominanzverhältnissen fokussieren.

Im Portalbereich ‚Gute Nachbar_innenschaft‘ können in einem Blog Links, Veranstaltungshinweise, Literaturempfehlungen etc. hinterlegt werden, die sich nicht auf Intersektionalität beziehen. Es sollten aber mindestens zwei Machtverhältnisse in den entsprechenden Beiträgen berücksichtigt werden. Praxisprojekte können ebenfalls im Praxisforum ihre Workshops, Vorträge oder Methoden veröffentlichen.

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