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Dieser Band versammelt Beiträge, die Geschlecht, Sexualität, Behinderung, Religion, Kultur, Ethnizität und Klasse als machtförmige, verwobene und ambivalent aufeinander bezogene Dimensionen diskutieren. Sie analysieren die Wechselwirkungen struktureller Verhältnisse, diskursiver Formationen und subjektiver Ein- und Umarbeitungen in ihrer Komplexität, Gleichzeitigkeit und Widersprüchlichkeit.


Mit Beiträgen u.a. von Theresia Degener, Sabine Hark, Encarnacion Gutierrez Rodriguez und Nira Yuval-Davis.


Über heteronormative Machtmechanismen und die Verletzlichkeit nonkonformer Geschlechter

›Neue‹ Existenzweisen der Geschlechter wie z.B. Transgender, Intersexuelle, Transsexuelle und Crossdresser_innen sind längst Alltag.

Was bedeutet es, wenn geschlechtlich nonkon- forme Personen von massiven Gewalt- und Diskriminierungswiderfahrnissen berichten, die gesellschatlich unbekannt und/oder nicht anerkannt werden?

Die vorliegende Studie befasst sich mit dieser Leerstelle der Gewaltforschung. Geschlechtlich nonkonforme Personen, die sich selbst beispielsweise als ›Transgender‹, ›Interqueer‹, ›Quee- rer Transboy‹, ›Lesbian Boy‹, ›Transfrau‹, ›Transmann‹ oder ›Butch‹ verorten, berichteten in 18 qualitativen Interviews und in einer Gruppendiskussion von ihren Gewalt- und Diskriminierungswiderfahrnissen. Die Analyse systematisiert die verschiedenen Dimensionen der Diskriminierung und Gewalt, und befasst sich mit den Möglichkeiten zum Widerstand. Im Fokus stehen Auseinandersetzungen mit der Subjektkonstituierung, mit dem Coming Out, mit der zweigeschlechtlichen Architektur, mit sexueller Gewalt und Gewalt in Normierungsinstanzen. Aus poststrukturalistischer Perspektive zeigt die Gewaltstudie Funktionsweisen heteronorma- tiver Machtverhältnisse auf und veranschaulicht, dass geschlechtliche und sexuelle Eindeutigkeit in binären Systemen ein heteronormatives Privileg darstellt.


Dazu will die Stiftung EVZ ein Projekt initiieren und fördern:

Es soll praxisorientiertes Material entwickelt werden, welches für die historisch-politische Bildung in Deutschland einen verflechtungsgeschichtlichen Ansatz ausführt und verbreitet – exemplarisch für die Verflechtungen von Nationalsozialismus und Kolonialismus und ihrer jeweiligen Aufarbeitungsdiskurse. Für die Entwicklung, Implementierung und Verbreitung stehen insgesamt bis zu 150.000 Euro zur Verfügung.

 

Weitere Informationen finden sie hier.


Die FUMA Fachstelle Gender NRW veranstaltet am 13. Juni eine Fachtagung zum Thema „ Ich will sein, wer ich bin! Sexuelle Vielfalt als wertvolle Verunsicherung“ im Reinoldinum in Dortmund.

Im Alltag von Kindern und Jugendlichen haben Aufklärung und Sexualität ganz allgemein oftmals einen Platz gefunden. Dabei wachsen Kinder und Jugendliche allerdings weitestgehend mit dem Mythos der Zweigeschlechtlichkeit und der Norm der Heterosexualität auf. Die Anerkennung unterschiedlicher sexueller und geschlechtlicher Orientierungen und Identitäten ist dringend nötig. Im Querschnitt der pädagogischen Praxis haben eine sichtbare Wertschätzung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgendern und Intersexuellen (LSBTTI) bislang kaum Platz gefunden. Manchmal fehlt es u.a. auch an Wissen über und Bewusstsein für die Realitäten und die Potentiale geschlechtlicher Vielfalt.Diese Fachtagung setzt hier an und vermittelt Informationen, Praxisansätze und Kontakte in NRW zum Thema.Ziel der Tagung ist es, sowohl den Einfluss der Diskriminierung auf die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen zu beschreiben als auch Herausforderungen für sexuelle Vielfalt in der pädagogischen Praxis aufzuzeigen. Als Hauptreferierende konnten Frau Prof. Dr. Jutta Hartmann (Alice Salamon Hochschule Berlin) und Lucie Veith (Vorstand Intersexuelle Menschen e.V.) gewonnen werden. Fünf Workshops vermitteln Wissen und Erfahrungen aus verschiedenen Feldern der Praxis. Eingerahmt wird die Veranstaltung von kulturellen Beiträgen und einem Infomarkt zum Thema der Tagung, auf dem sich eine vielfältige Reihe von Trägern und Initiativen in NRW vorstellen.


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