Methode

Obstsalat

 

Dauer: 15 Minuten

Autor_in/ Organisation: Bildungsteam Berlin Brandenburg e.V.

Zielgruppe: Jugendliche ab 12 Jahre

Material: Stuhlkreis, Flip Chart

Lernziele/Verwendungsmöglichkeiten: - Die mehrsprachige Wirklichkeit realisieren - einige Wörter in verschiedenen Sprachen lernen Durchführungsschritte/Instruktionen (ausführlich)

Vorbereitung: Die Moderation sollte um Aufmerksamkeit bitten, damit niemand beim Platzwechsel gestoßen wird.

 

Anleitung:

Obstsalat ist ein Bewegungsspiel und damit eine typische Warm-up-Übung. Die Teilnehmer_innen sitzen im Stuhlkreis und werden in z.B. drei Untergruppen eingeteilt: Äpfel, Kirschen und Erdbeeren. Eine Person hält sich innerhalb des Stuhlkreises ohne Stuhl auf. Diese Person bittet nun die anderen ihren Platz zu wechseln, indem sie z.B. die „Erdbeeren“ dazu auffordert, indem sie laut „Erdbeeren“ ruft. Die „Erdbeeren“ folgen der Aufforderung des Platzwechsels und die Person im Kreis versucht einen Platz zu bekommen. Die Person, die keinen Platz bekommt, macht weiter. Das Besondere ist, dass die Übung in verschiedenen Sprachen gespielt wird.

  1. Lassen sie einen Stuhlkreis bilden. Der_die Moderator_in steht in der Mitte des Kreises und hat keinen Stuhl.
  2. Zählen sie die Gruppe wie nach dem Prinzip „1,2, 3 – 1,2,3...“ durch, allerdings auf Obstsorten wie Kirschen, Erdbeeren, Äpfel. Wenn die Gruppe sehr groß ist, dann können sie auch bis 4 bzw. mit Birnen zählen. Vergessen sie nicht, sich auch mitzuzählen.
  3. Wenn ein Teil der Gruppe, z.B. die Erdbeeren, aufgefordert wurde, den Platz zu wechseln, müssen die entsprechenden Personen der Aufforderung folgen. Jene Person im Kreis versucht einen Platz zu besetzen. Wenn alle Teilnehmenden aufgefordert werden sollen, den Platz zu wechseln, so geschieht das mit dem ruf „Obstsalat“. Die einzige Regel lautet, dann nicht einfach auf den Nachbarplatz zu rutschen...
  4. Nachdem diese Regeln erläutert worden sind, wird die Besonderheit eingeführt: das Spiel wird nicht nur in der Mehrheitssprache gespielt, sondern auch in anderen, in der Gruppe vertretenen Sprachen wie möglicherweise Russisch, Türkisch, Arabisch.... Sie lassen die Obstnamen in die entsprechenden Sprachen übersetzen und auf einen Flip Chart schreiben.
  5. Lassen Sie die Gruppen kurz unter Anleitung des_r Jugendlichen die Wörter üben. Dann kann das Spiel auf verschiedenen Sprachen gespielt werden.

 

Wichtige Rahmenbedingungen: Bis zu 25 Teilnehmer_innen. Obstsalat ist ein typischer Starter oder eine Warm up-Übung, die nach einer Pause gemacht werden kann, um wieder in Bewegung zu kommen. Die Mehrsprachigkeit wird in dieser Übung spielerisch erlebt. Wenn Teilnehmer_innen größere Bewegungsschwierigkeiten haben, muss darauf in der Moderation entsprechend eingegangen werden bzw. die Übung kann nicht durchgeführt werden. Erfahrungen mit Methode

Mögliche Schwierigkeiten: Es kann sein, dass Teilnehmende zwar wissen, was „Kirsche“ in ihrer Erst- oder Zweitsprache heißt, jedoch nicht darauf kommen, wie „Apfel“ übersetzt wird. Es ist dann erlaubt jemanden anzurufen, der_die es wissen könnte.

Variationen der Methode: Die Übung kann auch mit anderen Wortgruppen gespielt werden, z.B. Werkzeugen. Bezug Intersektionalität Der intersektionale Aspekt liegt in dieser Übung auf der Anerkennung der sprachlichen Ressourcen, die Kinder und Jugendliche oftmals haben, die aus Familien mit Migrationsgeschichten kommen. Unserer Erfahrung nach freuen sich Jugendliche sehr, wenn ihre sprachlichen Kompetenzen anerkannt anstatt abgewertet werden, wie es oftmals mit den Worten „der_die spricht weder richtig Deutsch noch richtig Türkisch“ geschieht. Die Anerkennung der sprachlichen Fähigkeiten ist eine Voraussetzung dafür, diese auch selbst wertzuschätzen.

Schlagworte: Sprache, Diskriminierung, Rassismus, Interkulturalität, Intersektionalität

Link/PDF-Download: http://www.peerthink.eu/peerthink/content/blogcategory/39/133/lang,de/

Einstellungsdatum: 07.03.2012

Kommentare

zurück zur Übersicht