Call for Contributions: Reflexiv Lehren

In den letzten Jahren lassen sich verstärkt Bemühungen beobachten, die Hochschullehre ungleichheitssensibel, diskriminierungsarm und inklusiv zu gestalten.Das Paradigma Intersektionalität hat hier das Potenzial, unterschiedliche Diskussionsstränge zusammenzuführen und deren Wechselbeziehungen aufzuzeigen.In der Rubrik ‚Reflexiv Lehren‘ soll ein Forum geboten werden, über intersektionale Hochschullehre jenseits von Handreichungen, Richtlinien und Materialboxen nachzudenken.

Wir freuen uns über Beiträge, Kooperationen und Hinweise, die folgende Schwerpunkte in intersektionaler Weise adressieren:

Hochschule als Ort der Reproduktion sozialer Ungleichheit

Wenn universitäre Lehre zum Gegenstand der Reflexion wird, stellt sich z.B. die Frage, wie Hochschulen als Bildungsorte intersektionale Ungleichheiten und Diskriminierungsverhältnisse reproduzieren, modifizieren und transformieren. In den letzten Jahren wurden dazu einige Studien vorgelegt. Exemplarisch etwa:

  • Popal-Akhzarati, K. (2019): Inkludierte Exkludierte. Studentische Verhandlungsweisen von Rassismus und Rassismuserfahrungen. Göttingen: Universitätsverlag.
  • Klein, U. (Hrsg.) (2016): Inklusive Hochschule. Neue Perspektiven für Praxis und Forschung. Weinheim/ Basel: Beltz Juventa.
  • Müller, W., Pollak, R., Reimer, D., & Schindler, S. (2017): Hochschulbildung und soziale Ungleichheit. In: Becker, R. (Hrsg.): Lehrbuch der Bildungssoziologie. Wiesbaden: Springer, S. 309–358

Hochschullehre reflexiv gestalten

Wie sich Hochschullehre verändern muss, um soziale Ungleichheit, Diskriminierung und Exklusion nicht zu reproduzieren, kann ebenfalls Gegenstand der Reflexion werden. In den letzten Jahren sind im Hinblick auf die ungleichheitssensible Gestaltung der Lehre einige interessante Ansätze entwickelt worden. Hier einige ausgewählte Beispiele:

  • Kergel, D. & Heidkamp, B. (Hrsg.) (2019): Praxishandbuch habitus- und diversitätssensible Lehre. Wiesbaden: VS Springer.
  • Schuppener, S. et al. (2022): Partizipative Lehre im Kontext inklusionssensibler Hochschule. In: Becker, J. et al. (Hrsg): Qualifizierung für Inklusion. Berufsschule, Hochschule und Erwachsenenbildung. Münster / New York: Waxmann, S. 59-73.
  • Ivanova-Chessex, O., Shure, S. & Steinbach, A. (Hrsg.): Lehrer*innenbildung – (Re-)Visionen für die Migrationsgesellschaft. Weinheim: Beltz.
  • Lindenberg, N. M. (2020): Intersektionale Hochschullehre in der Lehramtsausbildung. Mit didaktisch-methodischen Ansätzen für vielfaltige sexuelle und geschlechtliche Lebensweisen. Göttingen: Edition Waldschlosschen Materialien / Heft 25

Diversity Trouble. Diversitätskonflikte in der Hochschullehre

Die Thematisierung von Diskriminierung und Ungleichheit erzeugt nicht selten Spannungsverhältnisse innerhalb universitärer Lehre, die erneut reflektiert werden müssen. Beispielsweise wenn Stereotype von Studierenden oder Lehrenden in der Diskussion reproduziert werden, wodurch mitunter im Seminar Konflikte entstehen. Dies wird bspw. in folgenden Beiträgen in instruktiver Weise diskutiert:

  • Mecheril, P. et al. (2013): Differenz unter Bedingungen von Differenz. Zu Spannungsverhältnissen universitärer Lehre. Wiesbaden: VS
  • Goel, U. 2016. Die (Un)Möglichkeit der Vermeidung von Diskriminierungen. In Diskriminierungskritische Lehre. Denkanstöße aus den Gender Studies, Hrsg. Geschäftsstelle des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universiät zu Berlin.

 

Für diesen Call for Contribution gibt es keine Deadline. Angestrebt ist vielmehr eine prozessorientierte Erweiterung des Angebots im Portal Intersektionalität. Bitte nehmen Sie mit der Organisation des Portals Kontakt auf.