Forschungsprojekt (abgeschlossen)

Eine kritische und kultursensible Sicht auf das Mainstreaming von Gender in einem Katastrophenkontext

Projektdurchführende: Silke Schwarz, Freie Universität Berlin, Email: silgnschwarz[at]yahoo.de

Projektzeitraum: Mai 2008 - Juni 2012

Kurzbeschreibung: Ziel dieser Arbeit ist es, einen kultursensiblen und machtkritischen Zugang zum Themenbereich Gendermainstreaming in einem Katastrophenkontext zu erarbeiten. Damit soll eine Transdisziplinarität zwischen Psychologie, Soziologie und Ethnologie vorangetrieben werden bzw. sollen Gendertheorien verstärkten Einzug in die Kulturpsychologie erhalten. Die Arbeit liefert zudem einen Beitrag zu Genderfragen in islamischen Kontexten. Es soll rekonstruiert werden, welche Verhältnisse von indonesischen DorfbewohnerInnen und AktivistInnen als gendergerecht erlebt werden und wie diese bedingt werden. Hierfür wurden eine teilnehmende Beobachtung und leitfadengestützte Interviews zu drei verschiedenen Erhebungszeitpunkten durchgeführt. Mittels eines postmodernen Forschungsprogramms der Grounded Theory bzw. der Situational Analysis wurde ein heuristisches Modell sozialen Wandels im umstrittenen Bereich Gendergerechtigkeit entwickelt. Die indonesischen Betroffenen und AktivistInnen entwerfen eine Idealvorstellung von gendergerechten Beziehungen, in der es um ein respektvolles Miteinander geht, das sich entweder in einem normativen Rahmen der Egalität oder der Komplementarität bewegen kann. Die Befragten formulieren folgende Strategieprozessvorstellungen, die diverse Personen- und Umweltbedingungen hin zu mehr Gendergerechtigkeit modulieren sollen: Eine Ausweitung der femininen produktiven Rolle u. a. mit Hilfe von Kleinkrediten, ein Organisationsaufbau bzw. eine Sozialkapitalvermehrung, eine gender(un)spezifische Horizonterweiterung, eine strukturelle Unterstützung zur Erhöhung der weiblichen politischen Teilhabe sowie die Umsetzung eines integrativen Ansatzes. Die Ergebnisse der in Indonesien durchgeführten Untersuchung sprechen für eine verstärkte Transdisziplinarität bzw. für eine vermehrt gender- und kultursensible sowie machtkritische Haltung innerhalb der Psychologie und für multiperspektivische sowie für multimethodische Zugänge. Hierdurch könnten unterschiedliche Vor- und Nachteile der derzeit gängigen Forschungs- und Interventionsstrategien ausgewogener und kontextsensibler gehandhabt werden.

Projektart: Dissertationsprojekt

Inter-/Disziplinäre Zuordnungen: Psychologie, Anthropologie, Gender Studies

Schlagwörter: Transkulturelle Psychologie, Transkulturelle Genderforschung, Theorien sozialen Wandels, Gendergerechtigkeit, qualitativ, Islam, Katastrophenforschung, Entwicklungszusammenarbeit, NGOs, Kleinkredite

Informationen zu den Ergebnissen finden Sie hier >>

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