Forschungsprojekt

Handlungsfähigkeit Drogengebrauchender Sexarbeiterinnen – eine intersektionale Betrachtung (abgeschlossen)

 

Projektdurchführende: Kathrin Schrader, Technische Universität Hamburg-Harburg, www.tu-harburg.de/agentec/team/schrader.htm, k.schrader[at]tu-harburg.de

Projektzeitraum: April 2008 – Oktober 2011

Kurzdarstellung: Drogengebrauchende Sexarbeiterinnen sind als „Junkiehuren“, „Abhängige“, „Kranke“ und „Krankheit verbreitende, unprofessionell arbeitende Prostituierte“ stigmatisiert. Die Stigmata verschränken sich mit einer restriktiven und punitiven Struktur. Drogengebrauchende Sexarbeiterinnen sind fast ausschließlich im Sperrbezirk tätig und verstoßen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Frauen können aufgrund ihres subalternen kriminalisierten Status ihre Menschenrechte nicht in Anspruch nehmen. Um die Verletzbarkeit Drogengebrauchender Sexarbeiterinnen anzuerkennen und sie gleichzeitig als handelnde Subjekte ernst zu nehmen, untersuchte ich die Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse und dekonstruierte die dichotome Opfer- und/ oder Täterinnenperspektive auf "Drogenprostituierte". Ich habe Interviews durchgeführt und diese mit der Intersektionalen Mehrebenenanalyse ausgewertet. Mir ging es darum, Widersetzungen und Handlungsfähigkeit Drogengebrauchender Sexarbeiterinnen zu explorieren, um daraus Empowerment abzuleiten. Ein wichtiges Anliegen meiner Dissertation ist es zu zeigen, dass eine subalterne Gruppe ihre Rechte nicht geltend machen kann, wenn sie in den etablierten Strukturen nicht sprechen kann und damit auch nicht gehört wird. Am Beispiel Drogengebrauchender Sexarbeiterinnen schlage ich eine Vision vor, wie dieser Sprach- und damit verbundenen Rechtlosigkeit begegnet werden kann.

Projektart und Projektförderung: Dissertation gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung von April 2008- Oktober 2011

Inter-/Disziplinäre Zuordnung: Soziologie, Soziale Arbeit

Stichworte: Es geht um die Dekonstruktion der Kategorie „Drogenprostitution“ und aus intersektionaler Perspektive betrachte ich folgende Kategorien: Drogenkonsum, Sexarbeit, Biomacht, Gouvernementalität, die Sorge um sich, Widersetzung, Handlungsfähigkeit, Rassismen (Balkanismus), Diskriminierung, Subalternität, Gewalt, Ausbeutung, Klassismen, Heteronormativismen und Bodyismen.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse finden sie hier >>

zurück zur Übersicht