Forschungsprojekt

Verortung intersektionaler Diskriminierung/Locating Intersectional Discrimination

 

Projektleiterin: Ao. Univ. Prof. Dr. Karin M. Schmidlechner, European Training and Research Centre for Human Rights and Democracy (ETC), Elisabethstraße 50b, 8010 Graz, Österreich

Projektzeitraum: 1.10.2010 bis 31.03.2013

 

Projektbeschreibung:

Das Projekt „Locating Intersectional Discrimination” (LID) strebt danach, intersektionale Theorie auf die Rechtspraxis anzuwenden, um intersektionale Diskriminierung erkennen und adäquat adressieren zu können. Es zielt nicht nur darauf ab aufzuzeigen, dass intersektionale Diskriminierung relevant ist, sondern auch darauf zu untersuchen, wie intersektionale Diskriminierung von den bestehenden Rechtssystemen behandelt werden kann. Dazu wird im Projekt ein interdisziplinärer Zugang verfolgt, der theoretische und praktische Ansätze beinhaltet.

Das Recht spiegelt intersektionale Diskriminierung (nicht gänzlich) wider und Rechtssysteme behandeln Fälle intersektionaler Diskriminierung oft auf der Basis des „single-ground“ Ansatzes. Das bedeutet, dass sofern Fälle intersektionaler Diskriminierung auftreten, diese oft entweder als additive Diskriminierung gesehen werden – und jeder Grund einzeln behandelt wird – oder, dass diese Fälle nur auf Grundlage eines Grundes – dem der als am stärksten angesehen wird – behandelt werden, während die anderen Gründe überhaupt nicht in der Klage erscheinen. Der intersektionale Aspekt dieser Fälle bleibt also versteckt.

Das LID-Projekt will angemessene Definitionen ebenso wie praktische Tools zur Identifikation multidimensionaler Diskriminierung und insbesondere intersektionaler Diskriminierung bieten. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, anwendbare Möglichkeiten auszuarbeiten, mit deren Hilfe das geltende Gleichstellungs-, Gleichbehandlungs- und Nichtdiskriminierungsrecht mit Fällen multidimensionaler Diskriminierung umgehen kann.

 

Projektart und Projektförderung: Stand alone-Projekt, gefördert vom FWF – Der Wissenschaftsfonds.

Inter-/Disziplinäre Zuordnungen: 40% Menschenrechte, 15% Europarecht, 30% Sozialwissenschaften, 15% Genderforschung

Stichworte: Diskriminierung, Intersektionalität, single-ground approach, Vergleichsperson, mehrfach, Menschenrechte, Mehrebenenanalyse, Multikausalität,

Link: www.antidiscrimination.etc-graz.at

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