Forschungsprojekt

Schulerfolg unter Bedingungen vielfacher Bildungsrisiken. Fallstudien zu zwei Schulen in benachteiligten Stadtteilen

 

Durchführende:

Dr. Nicolle Pfaff, Juniorprofessorin (Projektleiterin) Pädagogisches Seminar der Georg-August-Universität Göttingen Arbeitsbereich empirische Schulforschung: Migration und Integration Baurat-Gerber-Straße 4/6 37073 Göttingen Tel.: 0551 - 399465 npfaff[at]gwdg.de

Laura Fölker (wissenschaftliche Mitarbeiterin) Thorsten Hertel (wissenschaftlicher Mitarbeiter) Johanna Wieneke (wissenschaftliche Hilfskraft)

Weitere Informationen auf der Projekthomepage: www.uni-goettingen.de/de/196240.html

 

Projektzeitraum: 01.06.2010 – 31.05.2012

Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BmBF), Förderlinie Steuerung im Bildungssystem (SteBis) www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/zeigen.html

 

Kurzdarstellung des Projekts:

Das Projekt zielt im Kern darauf, Strukturbedingungen erfolgreicher Schulen mit multikultureller Schülerschaft in benachteiligten Stadtteilen zu untersuchen. Leitend ist hierbei die Frage, wie es solchen Schulen gelingen kann, ihrer Schülerschaft zu Schulerfolg und bildungsbezogener Integration zu verhelfen. Grundlage der Untersuchungen sind Fallstudien zu zwei Schulen in deutschen Großstädten. Nach einer sozialstatistischen Kontextanalyse zu den jeweiligen Stadtteilen werden auf der Basis eines ethnographischen Zugangs Interviews und Gruppendiskussionen mit verschiedenen Akteursgruppen an den Untersuchungsschulen geführt und anschließend unter Rückgriff auf die dokumentarische Methode der Interpretation ausgewertet. Die gewählten Foki liegen hierbei unter anderem auf der Entwicklungsgeschichte, der Schulkultur und auf pädagogischen Innovationen an den jeweiligen Einzelschulen. Die Resultate der dokumentarischen Auswertung werden im Anschluss in einen Bezug zu den Daten der sozialstatistischen Kontextanalysen gesetzt. Die Untersuchung soll einen Beitrag zur Identifikation von Bedingungen des Schulerfolgs sowie zur schulorganisatorischen Unterstützung der Arbeit von Schulen in schwieriger Ausgangslage leisten. Grundlage der bisherigen Rekonstruktionen bildet zum Verständnis der Situation an den Untersuchungsschulen eine intersektionale Perspektive, welche die spezifischen Benachteiligungen von Lernenden in den Blick nimmt, die in Familien mit Migrationshintergrund in sozio-ökonomisch und ethnisch segregierten Stadtteilen aufwachsen und hochgradig sozial und ethnisch segregierte Schulen besuchen. In diesem Zusammenhang werden insbesondere die Konstruktionen auf Seiten der pädagogischen Professionellen im Bezug auf ihre Klientel, sowie Identitätskonstruktionen der schulischen Akteure im Hinblick auf ihre Beteiligung an der Organisation Schule zum Thema. Sie bilden die Grundlage für pädagogische Praktiken, für Prozesse der Schulentwicklung und der Programmbildung an den Schulen.

Interdisziplinäre Zuordnung: Das Projekt behandelt ausgehend von einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive Fragen an der Schnittstelle von Schulkultur- und Schuleffektivitätsforschung. Aufgrund seines Schwerpunktes auf dem Zusammenhang von städtischer Segregation und Deprivation berührt es jedoch gleichermaßen die Themenfelder der soziologischen Ungleichheitsforschung und dabei insbesondere der Studien zu Mechanismen der institutionellen Diskriminierung.

Stichworte: Stichworte mit besonderem Bezug auf Intersektionalität sind kursiv und fett gesetzt Schule; Segregation; Deprivation; Benachteiligung; institutionelle Diskriminierung; institutionelles Handeln; Steuerung; Race; Class; Gender; Migration; Multikulturalität u. Schule; Integration; Schuleffektivität; Schulerfolg; Schulkultur; Konstruktion von Schülerbildern; Interdependenzen Raum u. Schule

zurück zur Übersicht