Forschungsprojekt

Forschungsprojekt "Peerkulturen"

Das Forschungsvorhaben, das an der TU unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Michael Meuser derzeit durchgeführt wird, beabsichtigt eine Exploration von kollektiven Orientierungen in peer-Kulturen von Schülerinnen und Schülern und fragt nach deren „Passfähigkeit“ zu den Erwartungen und Anforderungen des Systems Schule. Passfähigkeit wird als zwischen LehrerInnen und SchülerInnen auf der Basis wechselseitig vorgenommener Zuschreibungen hergestelltes Produkt verstanden. Mithin ist des weiteren eine Rekonstruktion der Wahrnehmung von Verhalten und Kompetenzen der SchülerInnen durch das Lehrpersonal vorgesehen. Erhebungsmethode ist in beiden Dimensionen das Verfahren der Gruppendiskussion. Unterhalb der als grundlegend angenommenen Spannung zwischen Schule und Peerkultur ist zu berücksichtigen, dass die Mitglieder jugendlicher Peergroups in unterschiedlichen Graden in das formale Bildungssystem integriert sind. Das Forschungsvorhaben intendiert eine Rekonstruktion kollektiver Orientierungen von Peers, die nach Geschlecht, sozialem Milieu und Ethnizität differenziert, sowie eine Rekonstruktion der auf diese sozialen Zugehörigkeiten bezogenen Differenzkonstruktionen von LehrerInnen. Indem es diese Zugehörigkeiten in ihren wechseseitigen Verschränkungen (Intersektionen) betrachtet, will das Forschungsvorhaben einen empirischen Beitrag zu dem in der rezenten Geschlechterforschung favorisierten Theorem der Intersektionalität leisten, das bislang zwar Gegenstand vielfältiger Theoriediskussionen gewesen, dessen Tragfähigkeit für die empirische Forschung aber noch wenig erprobt worden ist. 

zurück zur Übersicht