Interdependenzen und Hypertext

Durch das Projekt 'Interdependenzen und Hypertext' (Reher/Walgenbach) wird erprobt, inwiefern Hypertextformate neue Impulse für interdependente/intersektionale Studien bieten können. Dabei soll vor allem die mehrdimensionale Ausrichtung von Intersektionalität/Interdependenzen abgebildet werden. Linear verfasste Texte stoßen an dieser Stelle an Grenzen: In dem Projekt geht es beispielsweise um die Frage, ob Hypertexte soziale Kategorien nicht mehr hierarchisieren müssen, indem z.B. einige zuerst genannt werden, während andere auf eine 'etc.' reduziert werden ( => Problem: Gewichtung der Kategorien). Daneben werden auch die spezifisch neuen Problemstellungen berücksichtigt, welche eventuell durch Hypertextstrukturen generiert werden.

Für das Projekt wurde exemplarisch der Text 'Weiße Identität und Geschlecht' (Walgenbach 2006) bearbeitet, der ursprünglich linear verfasst wurde und nun in Hypertextstrukturen umgewandelt worden ist. Der Artikel arbeitet anhand der kolonialrassistischen Figur des 'verkafferten Kolonisators' die Wechselbeziehungen von Geschlecht, 'Rasse' und Klasse heraus. Der Artikel basiert auf einer historischen Studie über Weiße Identität, Geschlecht und Klasse in den deutschen Kolonien (Walgenbach 2005)

Im ersten Teil des Projekts wurden gemeinsam mit Studierenden der Universität Wuppertal in dem Projektseminar 'Intersektionalität und Hypertext' (WS 2011/2012) erste 'Skizzen' erstellt, wie ein linearer Text mit intersektionalen Inhalten in Hypertextstrukturen (Wikis) umgewandelt werden kann. Des Weiteren führten die Studierenden Lerntagebücher, mit denen sie ihre individuellen bzw. kollektiven Lernprozesse beim Arbeiten mit Hypertext reflektierten.

Im zweiten Teil wurde auf der Basis der Seminarergebnisse von Friederike Reher und Katharina Walgenbach das Projektexperiment 'Interdependenzen und Hypertext' entwickelt. Die Ergebnisse werden in Form eines interaktiven 3-D-Graphs dargestellt, der die begriffliche Vernetzung in Hypertextformaten visualisiert.